Oberliga

„Ich werde versuchen, den jungen Spielern den Druck ein wenig zu nehmen“

In Hamburg war "Ebbi" Utz (li.) zuletzt vor drei Jahren für Vicky aktiv - nun zieht es ihn zu Concordia. Foto: KBS-Picture.de

„Als Spieler von Niendorf hat er mich immer genervt. Ich freue mich, dass wir jetzt von ihm profitieren und uns nicht mehr darauf konzentrieren müssen, wie man ihn aus dem Spiel nimmt“, setzt Frank Pieper-von Valtier künftig auf die Qualitäten eines Ebenezer Utz. Am Montag gab der Oberligist die Verpflichtung des 28-Jährigen, der zuletzt in der Hauptstadt aktiv war, bekannt. Doch wie kam es überhaupt zu Utz‘ Rückkehr in die Hansestadt? Warum fiel seine Wahl auf Cordi? Und welche Ziele verfolgt er mit dem überaus ambitioniert denkenden Jenfeldern? Wir haben mit „Ebbi“ gesprochen…

Gemeinsam mit Jens Schadewaldt (li.) hält Utz sein neues Dress in den Händen. Foto: Cordi

„Ich stand schon vor einiger Zeit mal mit ‚Jenne‘ (Cordis Ligamanager und Co-Trainer Jens Schadewaldt, Anm. d. Red.) in Kontakt, als er noch bei BU war“, verrät uns Utz. Damals kam es jedoch noch zu keiner Zusammenkunft – dafür aber jetzt. „Das ging diesmal alles relativ schnell“, lässt er uns wissen. Dabei ist „Ebbi“, der einst beim Niendorfer TSV von sich reden machte, schon eine ganze Weile zurück in Hamburg. Unter anderem „aufgrund von Corona“, wie er uns berichtet. Im März 2020 entschied er sich dazu, seinen Kontrakt beim Oberligisten Blau-Weiß 90 Berlin nicht zu verlängern und in die Heimat zurückzukehren. „Berlin ist eine große Stadt, sehr weitläufig. Letztendlich hat es mir nicht mehr so gefallen, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, wieder nach Hamburg zu ziehen.“

"Wollte ein Projekt außerhalb von Hamburg angehen"

Beim Niendorfer TSV ging einst der Stern von Ebenezer Utz auf. Foto: KBS-Picture.de

Seit gut einem Jahr ist er also wieder da – aber erst jetzt bei einem neuen Verein untergekommen. „Einerseits hat sich nicht wirklich etwas ergeben und andererseits habe ich mich ein Stück weit auf die private Schiene konzentriert“, erzählt Utz, der zudem ein Studium begann. Seinen Abschied aus der Hansestadt bereut er allerdings keineswegs. „Ich wollte einfach mal etwas anderes machen und versuchen – einfach mal raus aus Hamburg.“ Und so zog es ihn in die Hauptstadt, wo er kurzzeitig bei Lichterfelde sein Glück probierte. Schlussendlich kam es aber zu keinem Engagement, „weil sich der Verein für einen jüngeren Spieler entschieden hat“, klärt Utz auf. „Dennoch habe ich mich dazu entschlossen, in Berlin zu bleiben und mich dort umzugucken.“ Denn: „Für mich stand fest, dass ich einmal ein Projekt außerhalb Hamburgs angehen möchte.“

"Sehe mich eher auf der Außenbahn oder als hängende Spitze"

Und so kam der Kontakt zu BW Berlin zustande. Ein Club, der vom ehemaligen Bundesligaspieler Marco Gebhardt trainiert wird. Dass er einen derart „prominenten“ Übungsleiter hat, der 82 Bundesliga-Partien (elf Tore) für Eintracht Frankfurt und Energie Cottbus bestritt, bekam Utz jedoch erst später heraus. „Ich war einfach dankbar dafür, dass ich nach langer Pause endlich wieder kicken konnte. Das war das Wichtigste für mich.“ In zehn Einsätzen erzielte der Offensivallrounder einen Treffer, musste aber eine Position bekleiden, die ihm nicht so sehr liegt: „Es hat sich so ergeben, dass ich oft als ‚falsche Neun‘ spielen musste. Ich sehe mich aber eher auf der Außenbahn oder als hängende Spitze“, erklärt er.

"Ich bin ambitioniert und guter Dinge"

In vier Jahren erzielte Utz (li.) - hier an der Seite von Furkan Aydin - 40 Liga-Tore für die "Sachsenwegler". Foto: KBS-Picture.de

Dort will er nun bei Cordi für Furore sorgen – nachdem seine letzte Station in Hamburg beim SC Victoria bereits drei Jahre zurück liegt. „Ich fand das Projekt sehr spannend, es hat am besten gepasst“, gab Utz den Verantwortlichen vom Bekkamp schließlich sein Ja-Wort. Eine Rückkehr nach Niendorf, wo Utz seine erfolgreichste Zeit hatte und in 116 Spielen 40 Tore markierte, stand nicht zur Debatte: „Zu Niendorf habe ich gar keinen Kontakt mehr. Ich hatte dort eine tolle Zeit. Aber das Kapitel ist für mich abgeschlossen.“ Vielmehr möchte er nun mit Cordi „ganz oben mitspielen“ und glaubt auch, dass das angesichts der Verstärkungen realistisch ist. „Ich bin ambitioniert und guter Dinge.“ Auch wenn es noch ein wenig dauern werde und aufgrund der Corona-Pause schwierig sei, zu sagen, wer wie aus den Startlöchern kommt. Er selbst sieht sich trotz der für ihn noch längeren Fußballpause auf einem guten Weg und in einem nicht minder guten Fitnesszustand.

Cordi als "Dasse"-Widersacher? "Kann ich noch nicht beurteilen"

In der kommenden Saison möchte der ehemalige Jugendspieler des HSV und Eintracht Norderstedt mit Cordi die Oberliga aufmischen. Foto: KBS-Picture.de

Als er beim Lüneburger SK Hansa und Strand 08 war, habe er das Geschehen in der Oberliga Hamburg noch regelmäßig verfolgt. Zuletzt allerdings nicht mehr so ausgiebig. Dennoch weiß Utz auch, dass es vor allem eine Mannschaft zu schlagen gilt: Serienmeister TuS Dassendorf. Kann Cordi den „Wendelweglern“ Paroli bieten? „Sehr schwierig“, entgegnet Utz. „Ich hoffe es, kann es aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen.“ Für ihn persönlich stehe an erster Stelle, „wieder reinzukommen und schnell Fuß zu fassen. Ich versuche, die jungen Spieler weiterzubringen und ihnen den Druck ein wenig zu nehmen“, weiß er aus nun schon einigen Jahren Erfahrung, dass zu viel Druck eher für eine Verkrampfung sorgt. Statt Krampf soll am Bekkamp in der kommenden Saison nämlich Kampf im Vordergrund stehen – und zwar der Kampf um die vorderen Tabellenplätze. All das mit einem gereiften Ebenezer Utz.

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