Oberliga Hamburg
12. Spieltag


TuS Dassendorf

2

:

1


HEBC

Anpfiff

Sa - 07.10. 13:00 Uhr

Spielstätte

Wendelweg

Zuschauer

171

Schiedsrichter

Ben Henry Uhrig (SC Egenbüttel)

Oberliga

Hier kommt Kurt: Dassendorfer Neuzugang feiert Traum-Debüt – und trotzdem gibt’s Knatsch!

Die große Last-Minute-Chance zum Ausgleich - aber HEBC-Torjäger Johann Buttler (li.) köpft den Ball aus kurzer Distanz am langen Eck vorbei. Foto: Heiden

Während ein sichtlich frustrierter Maximilian Dittrich gehobenen Schrittes in Richtung Ersatzbank marschierte und scheinbar mit der aus seiner Sicht zu geringen eigenen Spielzeit haderte, ging es wenige Meter abseits davon zwischen Christian Gruhne und Martin Harnik verbal so richtig zur Sache. Der Schlussmann der TuS Dassendorf und der Torjäger der „Wendelwegler“ gifteten sich gegenseitig lautstark an und konnten nur schwer beruhigt werden. Der gerade erst aus dem Urlaub zurückgekehrte Harnik war mächtig angefressen, weil der Keeper zuvor ein völlig unnötiges Mätzchen machte, das bei dankbarerer Annahme von Malte Wilhelm und ganz harter Regelauslegung von Referee Ben Henry Uhrig (SC Egenbüttel) für den Torsteher seine TuS ganz böse hätte enden können. Nachdem er den Ball bereits aufnahm, hakelte Gruhne gegen Wilhelm nach. Zu wenig für einen Strafstoß oder sogar einen roten Karton – aber dennoch komplett überflüssig (alle Highlights im LIVE-Ticker)!

Die Gäste aus Eimsbüttel bejubeln den Führungstreffer per Strafstoß durch Erciyes Palo. Foto: Heiden

Die Stimmung bei der TuS glich nach Abpfiff der nach einer heftigen Klatsche. Als wäre der Serienmeister an einem sportlichen Tiefpunkt angekommen. Dabei hätte eigentlich Friede, Freude, Eierkuchen vorherrschen müssen. Schließlich gelang nach drei sieglosen Heimspielen in Serie endlich mal wieder ein dreifacher Punktgewinn am Wendelweg. Nicht nur das. Im Spitzenspiel hat man einen direkten Konkurrenten geschlagen, die Tabellenspitze zurückerobert – und das Traum-Debüt eines ganz frischen Neuzuganges gesehen!

Eine gute halbe Stunde war noch zu gehen, als Okan Kurt den Platz betrat. Der mit 39 Zweitliga-Einsätzen für den FC St. Pauli, Fortuna Sittard (Niederlande) und Adanaspor (Türkei) sowie 55 Drittliga-Spielen für Fortuna Köln ausgestattete Mittelfeldakteur war zuletzt für den Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost aktiv und dort mit 27 Partien absoluter Stammspieler in der Vorsaison. Seit geraumer Zeit trainiert Kurt nun schon bei der TuS mit. Unter der Woche wurden die Verträge eingereicht – und der 28-Jährige stand direkt im Kader. Mehr noch.

Kurt führt sich bei Debüt mit Traum-Assist ein

Der Zweitliga-erprobte Okan Kurt feierte sein Debüt für die TuS Dassendorf - und krönte dieses mit dem entscheidenden Assist zum Sieg. Foto: Heiden

In Minute 61 kam Kurt beim Stand von 1:1 in die Begegnung. Seine erste Aktion: Keine 120 Sekunden dabei, da wurde sein 14-Meter-Schuss gerade noch von Cousin Erciyes Palo geblockt (63.). Die zweite Aktion: Nach Zuspiel von Sven Möller ließ der gebürtige Hamburger einen herrlichen Chip-Pass über die Abwehrkette folgen. Genau und perfekt getimt in den Lauf von Len Aike Strömer, der auf und davon zog – und Lucas Lamm überwand (65.). Was für ein Einstand für den Neuzugang bei seinem Debüt! Der traumhafte Assist veranlasste Sportchef Jan Schönteich am Spielfeldrand zum flapsigen und süffisanten Kommentar: „Okan, ein bisschen dosierter die Dinger“, konnte er sich ein Lachen nicht verkneifen.

Fehlerketten führen zu Gegentoren

Len Aike Strömer (li.) veredelte das perfekte Kurt-Zuspiel und krönte seine Leistung mit dem 2:1-Siegtreffer. Foto: Heiden

Unmittelbar vor Kurts Einwechslung haderte Schönteich noch: „Ist das sperrig!“ Dassendorf tat sich gegen den bis dato punktgleichen Verfolger schwer, wirkte vor allem in der Rückwärtsbewegung unterlegen, pomadig und behäbig. Bestes Beispiel: Die Führung für die Eimsbütteler. Einen eigentlich schon toten Ball erlief Johann Buttler gegen Henrik Dettmann und Maximilian Ahlschwede. Beiden nahm der Goalgetter des HEBC etliche Meter und auch das Leder ab, bediente Fabian Lemke – und der wurde von Ahlschwede innerhalb des Strafraums zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Palo staubtrocken – 0:1 (14.)!

Der HEBC war zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer der Oberliga – aber nur kurz. Ganz kurz. Allan Muto brachte seinen Fänger Lucas Lamm mit einem schlechten Anspiel in Bedrängnis. Statt den Ball direkt zu schlagen, verlor er die Kugel auf Höhe der rechten Grundlinie gegen Martin Harnik. Über Eyke Kleine und Möller kam das Spielgerät blitzschnell zum starken Strömer, der aus 16 Metern mit der linken Innenseite ganz überlegt ins noch verwaiste Gehäuse einschoss (18.)!

Buttler verpasst Last-Minute-Ausgleich

Avancierte mit seinem Doppelpack zum Dassendorfer Matchwinner: Len Aike Strömer belohnte sich für eine auch ansonsten bärenstarke Leistung. Foto: Heiden

Ein Doppelpack von Strömer machte am Ende den Unterschied aus und sorgte für den Dassendorfer Heimsieg, der aber um ein Haar – und das im wahrsten Sinne des Wortes – noch ins Wanken geraten wäre. Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als Buttler nach einem Eckball von Semir Demirovic im „Fünfer“ auf einmal unbedrängt zum Kopfball kam, aber etwas überrascht schien und das Spielgerät am langen Pfosten vorbei setzte (90. +4). Glück für „Dasse“, Pech für starke Gäste, die auf ihren privat verhinderten Cheftrainer Özden Kocadal verzichten mussten. Nichtsdestotrotz: „Richtig stark, HEBC“, spendete Liga-Manager Stilianos Vamvakidis, der der einzige Trainer bleibt, der die Lila-Weißen an die Oberliga-Tabellenspitze geführt hat (2005/06), seinem Team mit Abpfiff reichlich Beifall.

Die Pressekonferenz mit beiden Trainern im Video:

Die Highlights der Partie werden präsentiert von Cheggl Sports: