Bezirksliga 04
12. Spieltag


FSV Geesthacht

1

:

4


Ahrensburger TSV

Anpfiff

Fr - 11.10. 20:00 Uhr

Spielstätte

Berliner Straße 62, 21502 Geesthacht

Zuschauer

60

Schiedsrichter

Mathias Klare (SpVgg BIllstedt Horn)

Bezirksliga Ost

Herbstmeister ATSV: „Das ist 'nice to have', aber wichtig ist, dass wir am Ende oben stehen“

Die ATSV-Spieler feiern im Teamkreis den Sieg in Geesthacht und die Herbstmeisterschaft. Foto: Knötzsch

Es lief die 43. Minute – und dann gab es ihn: den Beweis, dass selbst diesem Ahrensburger TSV nicht alles  gelingt. Im Auswärtsspiel beim FSV Geesthacht (Hier gibt’s die Hightlights im Live-Ticker) bediente Benedikt Neumann-Schirmbeck mit einem Hackentrick Sturmpartner Mihai Bitez und auch der wollte die Kugel dann mit der Hacke an seinem Gegenspieler vorbeilegen. Ein Unterfangen, das misslang und draußen an der Seitenlinie Matthias Nagel zur Erkenntnis brachte: „Das war vielleicht ein bisschen viel des Guten.“ Doch in der zweiten Hälfte sah sich der ATSV-Coach dann eines Besseren belehrt. Zwar scheiterte Neumann-Schirmbeck (siehe Video-Interview im Text) diesmal, doch Nagel geriet draußen nach einem Angriff in Verzückung: „Das ist Fussi, das ist geil“, lobte er den Spielzug.

Geil – eine Bezeichung, die auch auf die sagenhafte Serie der Schlossstädter zutrifft: „Zwölf, null, null“, gab Nagel nach dem Abpfiff im Kreise seiner Spieler die beeidnruckende Kombination noch einmal zum besten: Zwölf Siege, kein einziges Unentschieden, geschweige denn ein verlorenes Spiel – die Punkte-Weste des ATSV ist so weiß, dass die „Nagel-Knipser“ sich bereits nach dem zwölften (!) Spieltag und ihrem Triumph gegen den FTSV als Herbstmeister in der Bezirksliga Ost feiern konnten. „Der Herbstiemster-Totel ist mir egal, dafür kannst du dir nichts kaufen. Das ist 'nice to have', aber noch nicht wichtig, Wichtig ist, dass wir am Ende oben stehen. Für mich zählt die Serie mit zwölf Siegen aus zwölf Spielen – das ist unglaublich. So blöd das klingt: Wir wollen weiter nur von Spiel zu Spiel denken, Kommende Woche spielen wir gegen den ASV Bergedorf 85, dann haben wir eine Pause“, gab sich Matthias Nagel nach Spielschluss nüchtern und warf die Zurückhaltung nur im Ansatz über Bord: „Wir haben gesagt, dass wir gerne hoch würden und haben auch die Qualität dazu in der Mannschaft. Aber es sind noch 16 Spiele zu spielen. Das ist noch ein langer Weg.“

Nagel: „So blod das klingt: Wir wollen eite rnur von Spiel zu Spiel denken“

Seite an Seite: ATSV-Coach Matthias Nagel (vo.) und sein Assistent Jan Fricke. Foto: Knötzsch

„Wir wollen nichts schlecht reden“, erklärte der ATSV-Trainer  weiter, „aber es gibt auch noch ein paar andere, die hoch wollen. In dieser Staffel gibt es gute Mannschaften, die teilweise leichtfertig Punkte liegen gelassen haben. Dazu zähle ich den MSV Hamburg, der sehr viel fußballerische Qualität hat. Vielleicht nicht so in der Breite wie wir, aber sie haben eine sehr gute erste Elf. Wentorf ist eine unglaublich schnelle Mannschaft und hat mit Jan Mauersberger einen der Top-Drei-Spieler der Liga. Glinde verfügt über eine starke Offensive, der ASV gehört da oben mit rein und Börnsen hat zuletzt aich öfter gewonnen.“ Natürlich habe seine Elf „alle Karten in der Hand“, sagte Nagel, „wenn wir seriös weitermachen und im Training gut arbeiten, haben wir gute Chancen, durchzugehen.“ So durch die Konkurrenz durchzugehen, wie die ATSV-Offensive in den 90 Minuten auf dem Kunstrasen an der Berliner Straße teilweise durch die FSV-Defensive durchging. Erst schoss Mihai Bitez sein 22. Saisontor, dann traf Benedikt Neumann-Schirmbeck doppelt. Dennis Sailer sorgte für das 4:0, dem Geesthacht nur das 1:4 durch André Wengorra entgegezusetzen hatte.

„Die Mannschaft macht das im Moment hervorragend. Wir haben einige Wechel vornehmen können. Das zeichnet uns in dieser Liga aus: Wir haben einen breiten Kader, so dass wir immer mal durchwechseln können – ohne, dass wir einen Qualitätsverlust haben“, so Nagel, der seine Offensive lobte: „Das passt schon gut. Wir haben da vorne einige Knipser. In erster Linie Mihai, der im Tableau ganz oben steht (mit 22 Treffern ist Bitez Führender in der Torschützenliste, Anm. d. Red.), 'Bene' (Neumann-Schirmbeck, Anm. d. Red.) hat heute zwei Dinger gemcht. Dazu haben wir noch Marco Vogler, der derzeit angeschlagen ist. Oder Joschka Grunwald und ein paar Junge hintendran. Das ist sehr viel an Qualität.“ Bei so vielen positiven Worten ging fast unter, dass Nagel auch einen Kritikpunkt fand: „Das Gegentor ist ein bisschen blöd“, konstatierte er, um dann gleich wieder in den „Lob-Modus“ überzugehen – diesmal aber in Sachen Gegner: „Respekt an Geesthacht, dass sie nicht aufgegeben haben. Das zeichnet sie aus. Selbst, wenn sie 0:4 hinten liegen, spielen sie noch nach vorne und wollen das Tor machen. Andere brechen da weg, sie nicht“, so Nagel, dessen Elf nicht nur die eigene Serie ausbaute, sondern auch eine zerstörte: „Wir sind die erste Mannschaft, die hier seit langem gewonnen hat, Geesthacht ist ja relativ Heimstark...“  

Gümüsdere: „Es ist keine Schande, gegen Ahrensburg zu verlieren“

Referee Mathias Klare (li.) hält Zwiesprache mit FTSV-Kapitän Emre Gök. Foto: Knötzsch

In der Tat: Auf den Spetember des vergangenen Jahres datierte Idris Gümüsdere nach dem Spiel die letzte FSV-Niederlage auf eigenem Platz. „Dass die Serie gerissen ist, macht mich traurig“, gab der Geesthacht-Coach freimütig zu, stellte zugleich aber auch klar: „Ahrensburg hat eine starke Mannschaft. Das ist ein eingespieltes Team. Sie haben verdient gewonnen. Es ist schön zu sehen, dass wir so eine Mannschaft in der Bezirksliga haben. Man hat allerdings gesehen, dass sie weit weg sind. Sie werden durch marschieren. Deren Auftritt hat mir sehr gut gefallen. Man hat aber aucn gesehen, dass wir mehr machen müssen.“ Das aber, so Gümüsdere weiter, war irgendwie nicht drin: „Wenn man im Moment unseren Kader betrachtet, dann haben wir zur Zeit sehr viel Verletzungspech. Okay, wir sind trotzdem elf Mann auf dem Platz. Ich bin keiner, der sich dahinter versteckt, aber da fehlen schon so zehn bis 15 Prozent.“ Dennoch habe sich seine Mannschaft „nicht versteckt. Ich habe in der Pause noch gesagt: 'Wir werden weiterspielen'. Wir haben sogar auf eine Dreierkette in der Abwehr umgestellt“, konstatierte der FSV-Coach und finalisierte seine Analyse: „Es ist keine Schande, gegen Ahrensburg zu verlieren. Wir müssen unsere Punkte woanders holen.“

Jan Knötzsch

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