Oberliga Hamburg
30. Spieltag


SC Condor

0

:

5


Niendorfer TSV

Anpfiff

So - 28.04. 11:30 Uhr

Spielstätte

Berner Heerweg

Zuschauer

58

Schiedsrichter

Adrian Höhns (TuS Dassendorf)

Oberliga

„Es nervt und kotzt mich an, dass wir uns nicht belohnen!“

Leon Meyer schockte den SC Condor mit einem Doppelschlag binnen 60 Sekunden - genau in die Stärke Phase der „Raubvögel“ rein. Foto: KBS-Picture.de

Florian Neumann war bedient. Mehr noch. Der Chefcoach des SC Condor zeigte sich nach der 0:5-Pleite gegen den Niendorfer TSV (alle Highlights des verrückten Spiels im LIVE-Ticker) hochgradig „genervt“ und angefressen. „Es kotzt mich einfach an, dass wir uns in solchen Spielen, wo wir nicht abfallen, phasenweise sogar das Spiel bestimmen, nicht belohnen. Das nervt einfach und zieht sich durch die gesamten Rückrunde hindurch“, ärgerte er sich vor allem über die Höhe der Niederlage – und das, was sich im ersten Durchgang abspielte…

Mit versteinerten Mienen trotteten die Akteure des SC Condor nach dem Halbzeitpfiff von Referee Adrian Höhns (TuS Dassendorf) in die Kabine. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, war nur eine der Aussagen, die beim Gang in die Kabine zu entnehmen war. Oder auch: „Das kann doch nicht wahr sein!“ Den Grund für die ungläubig drein blickenden Gesichter der „Raubvögel“ brachte Neumann noch während des verlängerten ersten Abschnitts – die Partie war nach einer schweren Verletzung von Niendorfs Malte Wilhelm (HIER alles dazu) für gut 22 Minuten unterbrochen – auf den Punkt: „Du liegst hier 0:2 hinten – und weißt nicht warum!“ Nach der frühen Spielunterbrechung sei man mit Wiederanpfiff durch einen Pfostenschuss von Lorenz Lahmann-Lammert (34.) und einen Pfosten-Kopfball von Adrian Sousa (45. +1) „sehr gut drin gewesen“, wie der Condor-Coach befand, „dann bekommen wir einen, aus meiner Sicht, klaren Elfmeter nicht“, womit er auf das Vergehen von Ilyas Afsin an Özgür Bulut (45. +3), der Ex-Profi Daniel Brückner in der ersten Hälfte mehrfach Knoten in die Beine spielte, ansprach, „und dann fängst du dir wieder einen Doppelschlag innerhalb kürzester Zeit. Das bricht dir das Genick“, echauffierte sich Neumann.

„Haben all das umgesetzt - aber der Torerfolg fehlt“

Condors Adrian Sousa (li.) hatte das 1:2 auf dem Kopf, scheiterte aber am Pfosten. Foto: KBS-Picture.de

Binnen 60 Sekunden schlug Leon Meyer für die „Sachsenwegler“ doppelt zu – erst nach Zuspiel von Mustafa Ercetin (38.), der Wilhelm ersetzte, dann schaltete er nach einem Alutreffer von Lennart Merkle am schnellsten (39.). Das Spiel war zu dem Zeitpunkt auf den Kopf gestellt! Condor spielte, machte eigentlich alles richtig – bis auf eine Tatsache: „Wir müssen das dann auch mal mit einem Torerfolg beenden“, haderte Neumann. Ansonsten konnte er seiner Elf kaum etwas vorwerfen: „Wir haben genau das umgesetzt, was wir gesagt haben: In die Tiefe und auf die Außen spielen, immer wieder klatschen lassen und in Konterbewegungen kommen – all das haben wir in der ersten Halbzeit gemacht.“ Nicht umsonst hatte NTSV-Trainer Ali Farhadi großen Respekt vorm Gegner: „Ich habe sie die Wochen davor gesehen und war deshalb unglaublich gewarnt. Am Anfang haben wir das sicher nicht so gut gemacht und direkt nach der Unterbrechung und dem Wiederanpfiff müssen wir eigentlich zurückliegen“, gestand er. „Aber von Minute zu Minute haben wir es mehr in den Griff gekriegt. Klar hätte Condor in der Phase auch das eine oder andere Tor schießen können, aber so richtig aufgeregt war ich draußen nicht. Es gibt schlimmere Situationen.“

„Konnten dieses Spiel nicht verlieren“

SCC-Coach Neumann ärgerte sich im Nachgang darüber, dass sich sein Team nicht belohnte. Foto: Heiden

Noch schlimmer wurde es derweil für die Hausherren, die vor dem Seitenwechsel sogar noch das 0:3 schlucken mussten, als Oliver Doege nach einer Meyer-Flanke und anschließendem Afsin-Querpass vollstreckte (45. +9). In den zweiten 45 Minuten schraubten der wenige Augenblicke zuvor eingewechselte Evailton Fernandes, nach Doege-Vorarbeit (79.), sowie Ercetin, herrlich von Dennis Thiessen in Szene gesetzt (85.), das Resultat auf 5:0 zugunsten der Gäste in die Höhe. Und am Ende war es Condor-Keeper Maximilian Richter zu verdanken, dass es nicht noch böser endete. So parierte der Schlussmann unter anderem einen von Incheol Choi, der dafür die Ampelkarte sah (74.), an Meyer verursachten Strafstoß von Adam Benn. „Klar hätte es in der ersten Halbzeit auch andersrum ausgehen können. Aber vom Verlauf her war es einfach so, dass wir dieses Spiel nicht verlieren konnten – zumindest war das mein Gefühl. Auch wenn die Anfangsphase von Condor knackig war, kann’s am Ende auch sein, dass wir einfach zu gut waren“, konstatierte Farhadi. „Am Ende haben wir unsere Favoritenrolle angenommen und sind der ganzen Sache auch gerecht geworden“, erklärte er – und ärgerte sich über die Tatsache, dass der SC Condor im Vorfeld nicht bereit war, das Spiel zu verlegen. „Die Partie gegen Dassendorf haben wir aus guter Freundschaft auf Dienstag vorverlegt, Condor wollte das nicht machen. Das regt mich im Nachhinein richtig auf. Wir wollten gerne Freitag spielen, aber da hat Condor nicht mitgespielt.“

„Es sind noch neun Punkte zu vergeben“

Nicht mitgespielt haben aber auch die Niendorfer – zumindest aus Condor-Sicht beim Blick auf den Abstiegskampf. Denn durch den 7:2-Sieg gegen „Joker“ Pinneberg ist Wedel wieder an den „Neumännern“ vorbeigezogen. Doch noch hat man die Hoffnung längst nicht aufgegeben. „Es ändert sich ja nichts! Wir sind zwar wieder Vorletzter, aber Wedel und HEBC sind nur einen Punkt vor uns – und noch sind neun Punkte zu vergeben“, ist Neumann weiter positiv gestimmt.

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