Bezirksliga 02
19. Spieltag


VfL 93 Hamburg

2

:

0


TSV Sasel II

Anpfiff

Fr - 01.12. 19:00 Uhr

Spielstätte

Meerweinstraße

Zuschauer

53

Schiedsrichter

Emil Larsen Reicherz

Erfolgsgeschichte des VfL 93 geht weiter: „Ich bin stolz auf die Jungs“

Beide Teams waren vor dem Anpfiff hoch konzentriert und motiviert. Am Ende gewann der VfL 93 (re.). Foto: Mathias Merk

In den letzten Wochen überraschte der VfL 93 damit, dass er seine Gegner teilweise einfach nur verzweifeln ließ. Dabei war es egal, welches Team sich den Mannen von Coach Said Farhadi gegenüberstellte. Und auch in dieser Partie sah der TSV Sasel II als Tabellendritter der Bezirksliga Nord keinen Stich gegen die im Abstiegskampf steckenden „93er“.  „Hätte man mir vor dem Spiel gesagt, ich soll für ein Unentschieden unterschreiben, hätte ich gleich zwei Mal unterschrieben“, sagte Farhadi. Ein Glück für ihn, dass er dies nicht tat. Denn: Nach dieser Begegnung sind seine Mannen mittlerweile zum achten Mal in Folge ungeschlagen.

Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga Nord legte der VfL 93 eine Negativserie hin, die bei den Meisten im Verein sicherlich jede Menge Angst hervorrief. Zehn Spiele in Folge ging die Farhadi-Elf als Verlierer vom Platz. Doch ab dem elften Spieltag wendete sich das Blatt. So gaben sich die „93er“ zuletzt am 3. Oktober im Auswärtsspiel beim HFC Falke geschlagen. Am heutigen Freitagabend war der TSV Sasel II als Tabellendritter zu Gast, gegen den diese Serie im besten Fall fortgeführt werden sollte. Das Team von Trainer Tom Woltemath gehört klar zur Spitzengruppe und spielt somit auch um den Aufstieg mit. Doch einen großen Leistungsunterschied zwischen dem abstiegsbedrohten Aufsteiger und den „Parkweglern“ war während der Partie nicht zu erkennen, auch wenn Woltemath befand, dass seine Truppe „fußballerisch geordneter und besser“ auftrat. 

Woltemath: „Gerade im Aufbauspiel haben wir wahnsinnige Fehler gemacht“

Der TSV Sasel II konnte der Effektivität des gastgebenden VfL 93 nichts entgegensetzen. Foto: Mathias Merk

Vom Anpfiff weg war das, was beide Mannschaften auf dem Platz präsentierten, nicht wirklich ansehnlich. Viele Querpässe wurden zum Gegner gespielt und im Angriff ließen sowohl die Jungs des VfL als auch die Saseler Truppe die letzte Konsequenz vermissen. Lediglich Benjamin Marschall sorgte hin und wieder für Gefahr im gegnerischen Sechzehner, doch auch der Offensivakteur des Gastgebers brachte bei zwei guten Möglichkeiten den Ball nicht über die Linie. Besonders auffällig bei all seinen Vorstößen war, dass er oftmals von groben Schnitzern der TSV-Abwehr profitierte, die ganz eindeutig nicht den besten Tag erwischte. „Gerade im Aufbauspiel haben wir in den ersten 45 Minuten wahnsinnige Fehler gemacht, die zum Glück nicht bestraft wurden. Eigentlich kennen wir das so nicht von uns, weil unsere Defensive im Normalfall relativ gut ist“, gestand Coach Woltemath nach der Partie ein.

Die größte Gelegenheit im ersten Durchgang sollte aber den Gästen gehören, als es in der Rückwärtsbewegung einen Abstimmungsfehler zwischen Jeremy Marten und Keeper Patrick Heidt gab. Der Schlussmann kam an die linke Strafraumbegrenzung geeilt und schmiss sich dabei nicht nur in den Ball und seinen Mitspieler, sondern auch in den heranstürmenden Phil Ruschke. Schiedsrichter Emil Larsen Reicherz zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt. An der Richtigkeit der Entscheidung bestand kein Zweifel. Farhadi: „Das war auf jeden Fall ein Foul. Da darf unser Keeper nicht so reingehen.“ Nur bei der Frage, ob Torwart Heidt seinen Gegenspieler inner- oder außerhalb des Sechzehners von den Socken holte, war es sehr fragwürdig, ob der Referee die richtige Entscheidung traf. 


Dennoch gab es einen Strafstoß für die Saseler, wofür sich Liga-Leihgabe Marco Schiavone das Leder in der 14. Minute zurecht legte. Heidt zeigte zwar einen guten Riecher und sprang in die richtige Richtung, doch hätte er den Ball wohl nicht mehr erreicht, wenn Schiavone nur ein paar Zentimeter weiter links gezielt hätte. Mit einem satten Schuss traf der Schütze nämlich nur den rechten Pfosten, womit die Großchance vertan war. Kurz vor dem Pausenpfiff gab es für Sasels „Zweite“ dann nochmals eine gute Gelegenheit, um in Führung zu gehen, allerdings scheiterte Ruschke mit seinem Schuss an einer bärenstarken Fußabwehr des Torwarts.

Welcher Übungsleiter die scheinbar besseren Worte zur Halbzeit fand, sah man dann im weiteren Verlauf. „Ich habe den Jungs gesagt, dass nur ein Schuss durchflutschen muss, damit der Gegner quasi schon matt ist.“ Diesen Satz wählte VfL-Coach Farhadi der in der 58. Minuten den Führungstreffer seiner Mannschaft bejubeln durfte. Für das Tor, das quasi aus dem Nichts entstand, war Corey Ellis zuständig, der einen schlechten Abwehrversuch der Gäste zentral vor dem Strafraum abfing und aus 19 Metern volley abzog. Der Ball flog über alle Akteure im Strafraum hinweg und schlug genau im rechten Giebel ein. Begeisterung auf der einen und Verwunderung auf der anderen Seite. „Zu diesem Zeitpunkt hat sich für mich überhaupt nicht abgezeichnet, dass die ein Tor machen könnten“, befand Woltemath, der aber auch anerkannte, dass der VfL „einfach und effektiv gespielt hat. Sie haben ihre Möglichkeiten gut genutzt und wir eben nicht.“

Farhadi: „Wir haben verdient gewonnen“

Sasels Pablo Cardoso kam viel über die Mitte, biss sich allerdings meistens ebenfalls an der Abwehr der 93er fest. Zudem war Cardoso für die Standards zuständig. Foto: Mathias Merk

Wenn man es als eine „Möglichkeit“ zählen darf, dass die Saseler Mannschaft ihre Fehlpassquote aus der ersten Hälfte im zweiten Durchlauf erheblich verringerte und mit schnellem Kurzpassspiel immer wieder Offensivaktionen bis an den Strafraum brachte, dann nutzten sie diese wahrlich nicht. Doch wenn von großen Torchancen gesprochen werden sollte, dann gab es lediglich eine für die Gäste, als Kevin Cyglicki eine Flanke in den Strafraum brachte, die bei Ruschke ankam, der aber dann völlig freistehend aus elf Metern nur das Außennetz traf (72.). Zwar kam, acht Zeigerumdrehungen vor dem Ende, Marcel Sommer noch aus kurzer Distanz zu einem Kopfball, aber diesen zielte er genau auf den Schlussmann. Ansonsten marschierte die Woltemath-Equipe immer wieder nach vorne, biss sich dann aber entweder an der Defensive des VfL fest oder brachte durch technische Mängel keinen weiteren gefährlichen Abschluss zustande. „Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass, selbst wenn das Spiel bis heute Nacht gegangen wäre, wir heute einfach kein Tor geschossen hätten“, fasste Sasel-Trainer Woltemath die Uneffektivität seiner Truppe zusammen.

Die Hausherren hingegen stellten sich zwar nicht viel besser an, aber immerhin brachten die „Stadtparkkicker“ durch ihre schnellen Spieler den ein oder anderen Konter über das Feld zustande, wodurch schließlich auch der 2:0-Endstand fiel. Dieses Mal kam der Angriff , der abermals von der Hintermannschaft des Gastteams schlecht verteidigt wurde, über die linke Seite, sodass erneut Ellis daraus Profit schlug und aus 15 Metern seinen zweiten Treffer markierte (76.), was auch gleich der Schlusspunkt war. Farahdi brachte nach dem Abpfiff den Sieg seiner Truppe mit folgenden Worten auf den Punkt: „Wir haben heute viel von deren Abwehrfehler profitiert. Aber wir haben auch aufgrund der gleichmäßigen Chancenverteilung und unserer Effektivität verdient gewonnen.“ 


Zudem fand der Trainer noch ein paar lobende Worte für seine Mannen: „Ich bin stolz auf die Jungs. Sie haben zuletzt eine richtig geile Serie hingelegt. Jetzt warten wir mal ab, wie es weitergeht und freuen uns auf das Spiel beim SC Sperber.“ Doch egal, wie die letzte Partie vor der Winterpause ausgehen wird, haben er und sein Team allen Grund zur Freude darüber, dass sie als Liga-Neuling nach ihrem desolaten Start eine so positive Entwicklung durchliefen. Die Truppe des TSV Sasel II musste nun nach nur zwei Punkten aus den letzten vier Partien zwar einen gewissen Tiefschlag einstecken, ist aber weiterhin noch im Rennen, was die Aufstiegsplätze angeht. Woltemath: „Wir sind jetzt einfach nur froh, dass es in die Winterpause geht. Die kommt jetzt genau richtig, weil wir momentan irgendwie nicht mehr den gewissen Turnaround hinbekommen. Deshalb müssen wir uns jetzt neu ordnen und greifen in der Rückrunde wieder an.“

Kommentieren