Amateurfußball ist milliardenschwer

Ehrenamtler die „wirklichen Heldinnen und Helden des Fußballs“

Archivfoto: KBS-Picture.de

„Ehrenamtlich Mitarbeitende im Amateurfußball sind von unschätzbarem Wert. Sie alle stehen für Kameradschaft, Leidenschaft und Wettbewerbsgeist.“ Das sind die Worte von Karl-Erik Nilsson. Der schwedische UEFA-Vizepräsident hob bei der Präsentation einer Studie in Frankfurt die enorme Bedeutung der ehrenamtlichen Helfer für den Fußball hervor. DFB-Präsident Fritz Keller untermauerte die Worte – unmittelbar nach dem „Krisengipfel“ mit Bundestrainer Joachim Löw – mit der Aussage, dass die ehrenamtlich tätigen Menschen im Fußball „die wirklichen Heldinnen und Helden des Fußballs“ seien.

Insgesamt gibt es 1,59 Millionen Ehrenamtler in den 24.500 organisierten Vereinen im DFB. Eine immense Zahl. Nun wurde von Seiten der UEFA – in Zusammenarbeit mit zehn Universitäten – erstmals die soziale und ökonomische Wertschöpfung des „wertvollsten Kaders der Welt“, wie der „Kicker“ titelt, berechnet. Die Studie, die auf dem „UEFA-GROW-SROI-Modell“ (Ein Instrument zur Messung der sozialen Rendite einer umfassenden Teilnahme an der Basis des Fußballs) basiert, hat ergeben, dass „die Wertschöpfung des deutschen Amateurfußballs und damit des Ehrenamts bei 13,9 Milliarden Euro pro Jahr liegt“, so der „Kicker“. Die Zahl würde sich aus den Erträgen, die aus dem Fußball in die Wirtschaft fließen, dazu zählen Ausgaben der Aktiven oder Kosten für Bau und Instandhaltung von Sportstätten, den reduzierten Kosten positiver Sozialeffekte wie der Reduzierung von Straftaten und der Stärkung der Gesundheit von Aktiven, berechnen.

„Diese beeindruckenden Zahlen belegen die herausragende Bedeutung der ehrenamtlich engagierten Menschen nicht nur für den Fußball, sondern für die gesamte Gesellschaft", unterstrich DFB-Präsident Keller die Bedeutung. Laut der Studie werden „beispielsweise wegen der Senkung der Kriminalitätsrate durch den Amateurfußball Kosten in Höhe von 33,85 Millionen Euro eingespart“. Positive Abstrahleffekte auf Bildung und Beschäftigung würden eine soziale und wirtschaftliche Wertschöpfung von 386 Millionen Euro bewirken. Zudem sinken das Erkrankungsrisiko und damit verbunden auch die Gesundheitskosten um 5,6 Milliarden Euro. Die Steigerung des subjektiven Wohlbefindens entspreche hingegen einer sozialen Wertschöpfung von 4,86 Milliarden Euro.

Um dem Ehrenamt zu danken, werden die Profivereine aus der Ersten, Zweiten und Dritten Liga an den kommenden beiden Wochenenden durch Banner und Botschaften auf den Werbebanden in den Stadien den 1,59 Millionen „Helden“ die wohlverdiente Ehre erweisen.

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