Testspiel

Die Suche „nach dem klassischen Neuner“…

Bernes Steve Theis (Mi.) im Kampf um den Ball mit Michel Amorin (li.). Foto: Kormanjos

Man sei „immer noch auf der Suche nach dem klassischen Neuner, der genau diese Räume beläuft und besetzt“, erklärte Jan Ramelow nach dem Testspiel seines Niendorfer TSV II gegen den TuS Berne. „Wir müssen da Jungs, die sich in diesen Räumen nicht ganz so wohl und zu Hause fühlen, umfunktionieren. Da fehlen dann ab und an ein, zwei Meter“, konstatierte er auf Nachfrage.

Erzielte das goldene Tor: Evailton Fernandes, der von Oberligist Meiendorfer SV an den Sachsenweg zurückgekehrt ist. Foto: Bode

Denn: Oft genug brach die U23 der „Sachsenwegler“ über den Flügel durch. Aber: Häufig fehlte in der „Box“ ein Abnehmer. „Die Flankenqualität ist richtig hoch und wir haben auch ein super Tempo, um da reinzukommen. Aber wir müssen jetzt sehen, dass wir das mit ein bisschen mehr Gier in der Box füllen. Dann kann das auch richtig gut funktionieren.“ Wie in der 39. Spielminute, als der Tabellenführer der Landesliga-Staffel 1 das Spiel aus dem Zentrum schnell auf die linke Seite verlagerte. Mit dem ersten Kontakt brachte Sercan Eray Er die Kugel scharf nach innen, wo Rückkehrer Evailton Fernandes eingelaufen war und mit der Innenseite zur Führung vollstreckte.

"Grundsätzlich waren wir stabil und die Abläufe waren gut zu erkennen"

Bis zu jenem Treffer habe bei seinem Team „immer die eine entscheidende Situation gefehlt“, befand Ramelow. „Da war immer irgendwie ein kleiner Fehler drin. Das hat uns auf dem Weg nach vorne die eine oder andere Chance genommen. Aber grundsätzlich waren wir stabil und die Abläufe waren gut zu erkennen. Das ist positiv.“ Auch Berne-Trainer Benjamin Kroll sah einige gute Ansätze von seinen Schützlingen. Nach Ballgewinnen in der eigenen Hälfte schaltete der Tabellenneunte der Landesliga-Staffel 3 immer wieder blitzschnell um. Ein Beispiel: In Minute 17 schickte Jonathan Zinn auf rechts Malte Schmale auf die Reise. Dessen Hereingabe in den Rückraum beförderte Allan-Jason Struve aber über den Kasten.

"Ein guter Test gegen einen starken Gegner"

Foto: Kormanjos

„In der ersten Halbzeit haben wir das gut gemacht, können auch mit etwas Glück ein, zwei Tore machen“, so Kroll. „In der zweiten Halbzeit wurde es durch die vielen Wechsel etwas unruhiger und die Abläufe stimmten nicht mehr so ganz. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden.“ Eduard Gidion, der sich einige Privatduelle mit Collins Baafi lieferte und oft die Oberhand behielt, servierte M. Schmale die Möglichkeit zum Ausgleich. Der Berner scheiterte jedoch an Benito Rehling im Niendorfer Gehäuse (56.).

Die Hausherren hatten ihrerseits zweimal die Chance, das Spiel vorzeitig zu entscheiden: Nach feinem Steckpass von Mika Zarkesh konnte Shahin Taheri im Eins-gegen-Eins den TuS-Torsteher Florian Krumhorn nicht überwinden (78.). Dann war es Nikolas Steinbeck, der aus spitzem Winkel den linken Pfosten traf (85.). So blieb es bis zum Schluss beim knappen 1:0 für die Niendorfer U23. „Das war ein guter Test gegen einen starken Gegner. Die sind ja nicht umsonst Tabellenführer in der Parallel-Staffel“, konnte Kroll dem Spiel dennoch viele positive Aspekte abgewinnen.

"Daran müssen wir noch ein bisschen feilen"

Sein Gegenüber gab im Anschluss zu Protokoll: „Ein insgesamt gutes Testspiel.“ Was man allerdings noch hinkriegen müsse, so Ramelow: „Wir haben eine Idee von Fußball – und da ist mir auch egal, wer da spielt. Auch die Jungs, die reinkommen und reinwollen in die Mannschaft, müssen genau diese Dinge umsetzen. Daran müssen wir noch ein bisschen feilen. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass wir dazu in der Lage sind, richtig guten Fußball zu spielen. Auch gegen Gegner, die das sauber und ordentlich verteidigen. Da werden wir versuchen müssen, noch mehr Lösungen zu finden.“

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