Oberliga Hamburg
16. Spieltag


ETSV Hamburg

2

:

0


FC Süderelbe

Anpfiff

Fr - 03.11. 19:30 Uhr

Spielstätte

Mittleren Landweg

Zuschauer

150

Schiedsrichter

Adrian Höhns (TuS Dassendorf)

Oberliga

Die „Hasen“ hoppeln los: Süderelbe verhilft Algan zum perfekten Einstand!

Der neue ETSV-Coach Berkan Algan (Mi.) nahm seine Mannschaft ins Gebet und stutzte sie nach Schlusspfiff zurecht. Foto: noveski.com

18:57 Uhr: Berkan Algan betritt den Platz am Mittleren Landweg und ruft seine Mannschaft heran. „Rankommen, alle!“ Seine Eisenbahner gehorchen aufs Wort. Gewohnt lautstark macht der neue Cheftrainer der Eisenbahner, erst am Vorabend offiziell vorgestellt, seine Equipe heiß, ehe er unmittelbar vor Anpfiff seines ersten Auftritts drei Akteure noch einmal ins Gebet nimmt. „Mucci, Vinnie, Marcel“, gibt Algan sowohl Alexandar Mucunski als auch Vincent Boock und Marcel Andrijanic letzte Anweisungen mit auf den Weg. Kurz darauf begrüßt er Süderelbe-Coach Stefan Arlt und tänzelt leichtfüßig zur Bank zurück. Dann kann‘s losgehen, das Debüt des neuen „Zugführers“ (alle Highlights im LIVE-Ticker)!

Ein gut gelaunter Berkan Algan (re.) bei seinem erfolgreichen Debüt für den ETSV Hamburg. Foto: noveski.com

Es dauerte nicht lange, bis Algan zum ersten Mal seinen aus Altona-Zeiten geläufigen Schlachtruf vom „Hasen“ zum Besten gab. Als Fabio Parduhn in der achten Minute einen Schritt zu spät kam, klatschte der neue ETSV-Dompteur dem Angreifer aufmunternden Beifall zu – und forderte zugleich: „Mach ihn rein, Hase!“ Gesagt, getan. Aber mit reichlich Anlaufzeit.

20:50 Uhr: Der erste Torjubel von Algan an neuer Wirkungsstätte! Eine Stunde war in einem bis dato sehr torchancenarmen Spiel – mit Vorteilen für Süderelbe – vorüber, als die Gäste dafür sorgten, dass die Hausherren auf die Siegerstraße abbogen. Weil Arthur Filimonov den Ball per Grätsche an der Seitenauslinie im Spiel hielt, hatte Eudel Monteiro auf dem Flügel auf einmal freie Bahn und flankte auf den ersten Pfosten, wo Parduhn aus ganz spitzem Winkel mit langem Ausfallschritt und dem linken Außenrist artistisch vollstreckte (60.)!

Süderelbe-Dilemma setzt sich fort

Das artistische Führungstor von Fabio Parduhn (re.), der gerade noch das lange Bein an den Ball bekommt und den ersten Treffer in der Algan-Ära erzielt. Foto: noveski.com

Der neue Süderelbe-Schlussmann Armand Demalija, der einen bis dahin fehlerfreien Einstand feierte, irrte in jener Szene durch den Fünfer und kam so gegen den ETSV-Angreifer zu spät. Für Demalija lag erst am Mittag die endgültige Freigabe vor – und direkt wurde er ins kalte Wasser geschmissen, da die drei etatmäßigen Keeper Jurek Stoeck, Anton von Westerholt und Niklas Hoffmann allesamt verletzungsbedingt ausfielen. Als wurden die Mannen vom Kiesbarg in den letzten Wochen nicht schon genug gebeutelt, erwischte es am Freitagabend auch noch Niklas Golke, der sich wohl einen Muskelfaserriss zuzog und vorzeitig ausgewechselt werden musste (67.).

Und damit zurück zum am Ende geglückten Algan-Abend. Denn in der Schlussminute sorgte ein weiterer kapitaler Fauxpas der Arlt-Elf in Person von Rouven Treu, der tief in der eigenen Hälfte leichtfertig den Ball vertändelte und Vincent Boock per Chip das 2:0 auf del Silbertablett servierte (90.), für die endgültige Entscheidung. Die ganz große Freude wollte aber nicht aufkommen, da Stanley Owusu nach einem Einsteigen von Mustafa Ercetin zunächst schreiend am Boden liegen blieb und Referee Adrian Höhns (TuS Dassendorf) daraufhin abpfiff.

"Ich bin richtig enttäuscht!"

Die Entscheidung: In der Schlussminute profitierte Vincent Boock (li.) von einem weiteren Fehler der Gäste und markierte das 2:0 für die Eisenbahner. Foto: noveski.com

Zuallererst eilten Spieler und Funktionäre herbei, zum sich nach Owusus Gesundheitszustand zu erkundigen. Als es leichte Entwarnung gab, bat Algan zum Mannschaftskreis. Statt Friede, Freude, Eierkuchen, sprach der neue Übungsleiter Klartext: „Ich bin richtig enttäuscht!“, begann er seine Ansprache. Was dem 46-Jährigen missfiel: Wie sich seine Einwechselspieler (nicht) warm machten und auf einen Einsatz vorbereiteten. „Das ist respektlos! Ihr seid füreinander da und auch dafür, dass wir als Mannschaft auf jeden von euch jederzeit zurückgreifen können!“ Aufgrund dessen nahm er nur einen Wechsel (Malte Pruchner kam für Torschütze Parduhn) vor.

Anschließend lobte er sein Team aber auch für das Auftreten gegen eine harte Nuss aus Neugraben – und rief abschließend ein freiwilliges Lauftraining aus: „Morgen, 10 Uhr, beim HSV-Campus!“

Die Pressekonferenz mit beiden Trainern im Video: