Landesliga Hansa
22. Spieltag


FC Türkiye

2

:

1


SV Nettelnburg/Allermöhe

Anpfiff

So - 08.03. 13:00 Uhr

Spielstätte

Landesgrenze

Zuschauer

77

Schiedsrichter

Sandro Birkenhof (SC Eilbek)

Landesliga Hansa

„Das fühlt sich richtig gut an“: Türkiye siegt gegen SVNA, dem „das Feuer und die richtigen Zahlen in der Lotterie fehlen“

Erst Torschütze, dann Rotsünder: Türkiyes Serdar Aydin (Mitte). Foto: Bode

Seweryn Malyk wusste genau, was auf den FC Türkiye zukommen sollte: „Zwei punktgleiche Mannschaften, die gegen den Abstieg kämpfen, auf einem Grandplatz – das war der zu erwartende Fight“, bilanzierte der Ligamanager der Wilhelmsburger nach dem Match gegen den SV Nettelnburg-Allermöhe und durfte dieser Analyse einen kleinen, aber umso wichtigeren Nachsatz hinterherschicken: „Diesen Fight haben wir mit jeder Menge Leidenschaft und Willen gewonnen.“ Am Ende stand für den FCT ein 2:1-Erfolg zu Buche – und das, wo die Gastgeber die Partie in gleich doppelter Unnterzahl beendeten und auch noch einen Elfmeter verschossen. 

„Nach dem frühen Rückstand konnten wir mit dem Kopfballtor von Serdar Aydin ausgleichen und sind dann durch einen schönen Treffer vom bärenstarken Cem Müller aus der zweiten Reihe in Führung gegangen“, fasste Malyk die Trefferfolge auf dem Grand an der Georg-Wilhelm-Straße zusammen und hatte in seinem Statement zum Spiel noch mehr zu sagen: „Die Rote Karte von Serdar Aydin war unglaublich unnötig. Gerade in unserer Situation. Wir führen 2:1, die letzte Aktion der ersten Halbzeit läuft und er revanchiert sich für zwei Foulspiele gegen Ruven Scharnberg“, konstatierte Malyk im Hinblick auf Tätlichkeit des Türkiye-Akteurs.

Malyk: „In der letzten Viertelstunde haben wir mit Mann und Maus verteidigt“

Elfmeter verschossen: Türkiyes Habib Zagre (vo.) scheiterte an SVNA-Keeper Fynn Körner. Foto: Bode

In der zweiten Hälfte „hatte zunächst der SVNA mehr vom Spiel, war aber lange nicht gefährlich“, befand Malyk und ergänzte: „Wir hätten durch den Foulelfmeter von Habib Zagre den Sack zumachen müssen.“ Doch der Stürmer der Wilhelmsburger schoss zu schwach, so dass SVNA-Schlussmann Fynn Körner den Strafstoß parieren konnte. Ein Platzverweis, ein vergebener Elfmeter – allein das war, trotz der Führung, schon bitter für Türkiye, doch es sollte noch schlimmer kommen: Inan Türkad, nach einem Foul bereits verwarnt, leistete sich ein Handspiel und sah daraufhin die „Ampelkarte“. „In der letzten Viertelstunde haben wir dann mit Mann und Maus verteidigt. Wir haben zwei, drei Schusschancen zugelassen, aber ansonsten haben wir gut gestanden und den Vorsprung über die Zeit gebracht“, fasste Türkiyes Ligamanager die Endphase des Spiels zusammen und durfte sich nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Sandro Birkenhof (SC Eilbek) freuen: „Nach acht sieglosen Spielen in Folge endlich gewonnen und die Abstiegsplätze verlassen zu haben – das fühlt sich richtig gut an.“

Gefühle dieser Art zu haben – das konnte Daniel Andrade-Granados von sich nicht behaupten. „Das war ein ganz bitteres Spiel. Auf dem Grand war kein richtiges Fußballspiel möglich. Wir gehen zwar durch Timo Czech in Führung, aber kassieren dann nach einer Flanke das 1:1 und können beim 1:2 den zweiten Ball im Zentrum nicht abwehren. Dann gönnt sich Türkiyes Spieler den Abschluss und haut ihn rein. Auch dieser Treffer war also eher geschenkt“, bilanzierte der Coach der Gäste. „In der zweiten Hälfte spielen wir in Überzahl und Fynn Körner hält den Elfmeter. Türkiye hat sehr leidenschaftlich verteidigt und das ordentlich gemacht. Wir waren bemüht, aber es hat das letzte bisschen Feuer gefehlt“, beurteilte „DAG“ den Auftritt seiner Equipe, „wir hatten sehr gute Chancen auf den Ausgleich, stehen aber am Ende des Tages ohne Punkte da und sind jetzt mittendrin im Abstiegskampf statt nur dabei. Es ist ein bisschen wie eine leidige Schallplatte: Ich würde, ohne despektierlich sein zu wollen, sagen, dass Türkiye nicht unverdient gewonnen hat, aber wir haben deutlich mehr dafür getan, zu verlieren, als Türkiye dafür, das Spiel zu gewinnen.“  

Andrade: „Wenn du so lange in Unterzahl spielst, wie Türkiye und dann gewinnst, ist das verdient “

Timo Czech brachte den SVNA in der ersten Minute des Spiels in Führung. Foto: Bode

Seine Aussage begründete der SVNA-Coach damit, dass „Türkiye zwar leidenschaftlich vier oder fünf Mal aufs Tor geschossen hat und der Ball zwei Mal drin war, wir aber die Mehrzahl der Chancen haben, sie jedoch nicht nutzen.“ Auch nach dem verschossenen Elfmeter der Gastgeber wartete Andrade-Granados vergebens auf einen „Hallo-Wach-Effekt“ in Reihen seiner Truppe: „Auch danach war da nicht mehr viel Feuer drin. In den letzten vier oder fünf Minuten haben wir alles in die Waagschale geworfen, da kann ich der Truppe keinen Vorwurf machen. Aber wir brauchen zu viele Chancen, um zu treffen, und kassieren selbst zu schnell die Tore – deswegen verlierst du am Ende dann auch verdient.“ Besonders bitter für den SVNA: Abwehrmann Robert Spiekwak verletzte sich an der Nase. „Er muss operiert werden“, teilte „DAG“; der zuvor schon kurzfristig auf René Seibert hatte verzichten müssen, mit und stellte ernüchtert fest: „So war Tim-Philipp Müller mit Mitte Zwanzig auf einmal unserer ältester Spieler auf dem Platz. Die Jungs waren bemüht, aber es kommt einfach alles zusammen. Wenn du so lange in Unterzahl spielst, wie Türkiye und dann gewinnst, ist das verdient. Wir hatten auf dem Grand, wo Fußballspielen Lotterie ist, die falschen Zahlen.“

Jan Knötzsch

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