Landesliga Hammonia
4. Spieltag


HSV Barmbek-Uhlenhorst II

3

:

2


TuRa Harksheide

Anpfiff

Sa - 24.10. 14:00 Uhr

Spielstätte

Dieselstraße

Zuschauer

--

Schiedsrichter

Julius Steinhorst (SV Halstenbek-Rellingen)

Landesliga Hammonia

BU II kriecht nicht ins Schneckenhaus und legt die Messlatte hoch

Jubel, Trubel, Heiterkeit bei den Akteuren von BU II nach dem ersten Saisonsieg - und das ausgerechnet gegen Top-Team TuRa. Foto: Küch

Dass am Ende die erste Saison-Niederlage zu Buche stand – nachdem man einige Wochen zuvor bereits eine 3:0-Führung bei Rasensport Uetersen verspielt hatte und sich mit einem 3:3-Unentschieden begnügen musste –, rückt schon fast in den Hintergrund. „Vielleicht sollte man sich ein neues Hobby suchen. Denn das Fußballspielen ist nicht zeitkompatibel mit der Corona-Krise“, seufzt TuRa-Manager Philipp Penkwitt, ehe er postwendend anfügt: „Natürlich tun wir das nicht. Wir kämpfen für unser Hobby und wollen es weiter ausüben können!“ Auch wenn der Spielbetrieb nun erst einmal auf unbestimmte Zeit unterbrochen ist…

Foto: Küch

Natürlich sei es „schade“, musste ach Michael Koss mit bedrückte Miene feststellen. „Aber es ist, wie es ist. Wir können daran nichts ändern, harren der Dinge und schauen mal, wann wir wieder kicken können“, führte der Coach des HSV Barmbek-Uhlenhorst II aus. Nur zu gerne hätte er gesehen, wie seine Mannen in das kommende Spiel beim SC Victoria II reingegangen wären – und vor allem, ob sie den Auftritt vom Samstag hätten bestätigen können. Denn: Gegen Titel-Aspirant TuRa Harksheide zeigte BU II die erhoffte Reaktion auf den nicht zufriedenstellenden Saisonstart. „Wir sind punktetechnisch hinterhergelaufen“, musste auch Koss eingestehen. Insbesondere bei der 0:4-Pleite in der Vorwoche gegen Hansa 11 sei man „wirklich schlecht unterwegs, sehr wild und unorganisiert gewesen“, so Koss. „Da haben wir wenig dagegengesetzt, um das Spiel nicht zu verlieren. Damit haben wir nicht gerechnet und waren selbst etwas überrascht.“

"Die Jungs haben die richtige Einstellung zum Spiel gefunden"

Foto: Küch

Nun aber kam TuRa an die Dieselstraße. „Der richtige Gegner zur richtigen Zeit“, unkte Koss – und gab seiner Equipe vor dem Duell mit auf den Weg, „dass wir das Spiel nutzen können, um zu zeigen, was wir wirklich als Mannschaft leisten können. Und die Jungs haben die richtige Einstellung zum Spiel gefunden“, strahlte er nach den 90 Minuten übers ganze Gesicht. „Über eine vernünftige und gesunde Zweikampfhärte, eine gute Mentalität und eine hohe Bereitschaft. Das haben sie von der ersten bis zur letzten Minute durchgezogen und waren voll da.“ Auch in der Arbeit gegen den Ball habe man überaus diszipliniert agiert und immer mal wieder gute Umschaltmomente kreiert. Zudem sei man „in den richtigen Minuten vorne drauf gegangen“. So auch beim 2:0, als Führungstorschütze Adrian Filipovic (19.) dem Gegner im Gegenpressing Druck gab, den Ball eroberte und den Vorsprung verdoppelte (24.).

"Das darf uns so nicht passieren und ist ärgerlich"

Foto: Küch

Was BU II-Trainer Koss so sehr lobte, missfiel derweil Harksheide-Manager Penkwitt, der die „zu vielen Fehler im Defensivverbund, die wir normalerweise nicht in der Anzahl haben“, monierte. Obwohl man sich „herangekämpft“ habe, Torjäger Yannick Fischer mal wieder zur Stelle war und den 0:2-Rückstand mit einem Doppelpack egalisierte (26., 66.), sorgte ein wiederum „dummer Fehler“ für einen abermaligen Rückstand. Oliver Desimeier traf für die Barmbek-Reserve zum 3:2 – und zum Sieg (73.). „Das darf uns so nicht passieren und ist ärgerlich“, fasste Penkwitt das Geschehen zusammen – und befand: „Es ist schwer, den Spannungsbogen immer und in der ganzen Corona-Zeit hochzuhalten. Aber das geht jedem so. Es war ein gebrauchter Tag.“

"Die Mannschaft hat sich nicht ins Schneckenhaus verkrochen"

Yannick Fischer (2. v. re.) brachte den Gast mit einem Doppelpack zurück ins Spiel. Foto: Küch

Auch wenn „Harksheide nach dem 2:0 eigentlich schon raus aus der Nummer war“, wie Koss befand, und man den Anschluss der Gäste „selbst vorbereitet“ habe, „weil wir da etwas zu wild nach vorne agiert, den Ball falsch antizipiert und den Gegner damit zurück ins Spiel geholt haben“, habe man sich aus der unruhigen Phase schnell wieder befreit. In der Abwehrzentrale fungierte Rückkehrer Jan Carlo Wieland als Turm in der Schlacht und strahlte die nötige Sicherheit – auch in den brenzligen Situationen – aus. „Die Jungs haben sich das erarbeitet und am Ende mit Bravour über die Bühne gebracht“, freute sich Koss – und konstatierte: „Auch nach dem 2:2 hat sich die Mannschaft nicht ins Schneckenhaus verkrochen, sondern trotzdem an die Chance geglaubt und diese auch gesucht. Am Ende sind wir nach 90 Minuten der verdiente Sieger gegen einen starken Gegner.“ Vor allem für die Köpfe sei der erste Saisonsieg immens wichtig gewesen.

"Daran werden wir die Jungs messen"

Jubelnde Barmbeker, ernüchterte TuRaner. Foto: Küch

„Wenn wir mit der Intensität Fußball spielen und als Mannschaft so geschlossen auftreten – und damit meine ich nicht nur die Elf, die auf dem Platz stehen, sondern auch die Ersatzbank und die Kaderspieler, die nicht dabei waren – , dann liegt die Messlatte jetzt an der Bereitschaft in diesem Spiel, sich selbst zu quälen, um mit der Mannschaft erfolgreich zu sein. Daran werden wir die Jungs jetzt messen“, so Koss, der nach seinem ersten dreifachen Punktgewinn als Landesliga-Trainer keine besondere Genugtuung spürte. „Das ist für mich eher sekundär und nicht wirklich erheblich. Für mich ist wichtig, dass wir als Team die ersten drei Punkte geholt haben.“

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