Oberliga

„Berki“ is back: Algan soll die Eisenbahn ins Rollen bringen!

Berkan Algan kehrt auf die Trainerbank zurück und übernimmt den ambitionierten Oberligisten ETSV Hamburg. Foto: noveski.com

Als ehemaliger Spieler kehrte Berkan Algan im August 2015 zum Altonaer Fussball-Club zurück und übernahm das Traineramt beim ruhmreichen Traditionsverein. Von den Fans geliebt, vom Erfolg geküsst: Mit akribischer Arbeit, purer Leidenschaft und enormen Herzblut führte Algan den AFC nicht nur zu zwei Regionalliga-Aufstiegen, sondern auch zur ersten Hamburger Meisterschaft nach 69-jähriger Durststrecke. Umso überraschender kam das Aus im Mai 2020. Seither war es relativ still um „Berki“. Dreieinhalb Jahre sind inzwischen ins Land gegangen – und nun meldet sich der 46-Jährige zurück. Nach unseren Informationen ist Algan neuer „Zug-Führer“ beim ETSV Hamburg!

Das Motto bei den ambitionierten Eisenbahnern ist klar: „Raus aus der Komfortzone und dem Relax-Sessel“, hat Liga-Manager Sascha „Jassi“ Huremovic von Anfang an klar gesagt, dass man sich nach der einvernehmlichen Trennung von Diamantis „Aki „Cholevas die notwendige Zeit nehmen würde. Zuletzt kehrte Huremovic – nach dem ebenfalls vorzeitigen Aus von Matthias Märtens – unfreiwillig auf den Trainerstuhl zurück. Doch damit ist nun Schluss. Am Donnerstagabend wurde Berkan Algan der Mannschaft des ETSV Hamburg offiziell als neuer Cheftrainer vorgestellt!

"Er weiß, wie man Spieler anpacken muss"

Bereits in den vergangenen Wochen schaute sich Algan (re. - mit Schirm) einige Spiele seines neuen Vereins an. Foto: noveski.com

Algans erster Auftritt im ETSV-Dress: Bereits am morgigen Freitagabend im Heimspiel gegen den FC Süderelbe (19:30 Uhr, bei uns im LIVE-Ticker). „Wir kennen uns seit über 20 Jahren“, pflegen Huremovic und Algan eine langjährige Freundschaft. „Er ist ein Typ, der weiß, wie man Spieler anpacken muss. Er fordert von jedem Spieler das ein, was er auch selbst machen würde – sprich: Vollen Einsatz für die Aufgabe.“ Vom Ehrgeiz her ist Algan ein ähnlich fußballbesessener Charakter wie Vorgänger Cholevas, für den Huremovic nochmal eine Lanze bricht: „Jeder Spieler wusste, worauf er sich einlässt. Es gibt keine Ausreden!“

Damit soll am Mittleren Landweg nun endgültig Schluss sein. Der sportliche Aspekt und die Leistung auf dem Platz sollen im Vordergrund stehen – mit Algan, der sich in den vergangenen Wochen bereits mehrere Spiele seines neuen Vereins angeschaut hat, als „Chef-Chauffeur“ auf dem Trainerstuhl. „Er kennt den Profifußball, den Amateurfußball, ist ein Hamburger Jung und akribischer Trainer. ‚Berki‘ bringt Regionalliga-Erfahrung mit, hat eine Mannschaft aus der Ober- in die Regionalliga geführt, besitzt ein super Netzwerk und kennt sowohl unsere Mannschaft als auch die Oberliga. Da wir jetzt sehr viele Spiele in kurzer Zeit haben, mussten wir etwas machen. Ich wollte es nicht machen, Kusi will und wird irgendwann wieder spielen. Von daher hatten wir Handlungsbedarf“, so Huremovic, der Algans und sein Netzwerk „zusammenlegen“ will. „Dann sind wir gut aufgestellt.“

"Er ist stets Beobachter und an der Sache dran geblieben"

Berkan Algan (li.) Seite an Seite mit Manager Jassi Huremovic. Foto: Verein

Obwohl es auch gewisse Parallelen zu Vorgänger Cholevas, der ebenfalls eine längere Zeit ohne Cheftraineramt war, gibt, betont Huremovic: „Ich weiß, dass er sich jedes Wochenende zwei, drei Spiele angeguckt hat. Er ist immer noch in Kontakt mit Spielern, die er einst selbst trainiert hat, aber auch mit anderen Akteuren aus der Szene. Er ist stets Beobachter und an der Sache dran geblieben.“ 

Zudem stand Algan unseren Informationen kurz davor, die U23 eines Profi-Teams zu übernehmen. Ein weiterer Aspekt, der laut Huremovic für eine Verpflichtung von Algan gesprochen hat: „Er ist und war nicht so dicht dran, wie der eine oder andere Trainer-Kollege, und ist dementsprechend unbefangen. Das war auch mit ausschlaggebend, dass er aus der Distanz kommend, aber doch immer auch auf dem Markt schauend, einen Überblick hatte. Von daher denke ich, dass das eine gute Kombination und gute Konstellation ist.“ Algan sei ein Typ, „der menschlich mitreißen kann“, soll das Feuer beim ETSV wieder entfacht werden.

Knallharte Analyse bis zum Winter

Dreieinhalb Jahre ist Algans letztes Engagement bei Altona 93 her. Nun soll der 46-Jährige die Eisenbahn ins Rollen bringen und zu Erfolgen führen. Foto: noveski.com

„Wir haben immer gesagt, dass die Zielsetzung ist: Im ersten Jahr wollen wir schauen, wie Oberliga-Fußball funktioniert und wie die vielen neuen Spieler zueinander finden. Jetzt werden wir bis zum Winter knallhart analysieren, wer nicht so funktioniert hat, wie wir uns das vorgestellt haben. Es wird Vier- und auch Sechs-Augen-Gespräche geben – und dann wird nachjustiert. In der Rückrunde versuchen wir, uns so einzuspielen, dass wir sehen, welche hoffentlich nur kleinen Stellschrauben wir im Sommer noch drehen müssen, um im nächsten Jahr eine gute Rolle zu spielen“, so Huremovic, der zusammen mit dem noch immer angeschlagenen Kusi Kwame und Betreuer Stefan Trama dem neuen Chefcoach helfend zur Seite stehen wird.