Landesliga 02
23. Spieltag


Wedeler TSV

2

:

1


Hamburger SV III

Anpfiff

So - 06.03. 11:00 Uhr

Spielstätte

Elbestadion

Zuschauer

180

Schiedsrichter

Thore Holst

Erman entscheidet Topspiel in Gerd-Müller-Manier!

Ließ sich erneut nicht stoppen: Aytac Erman erzielte beide Wedeler Tore, das entscheidende in der dritten Minute der Nachspielzeit. Hier im Duell mit "Rothose" Patrick Hinrichsen. Foto: KBS-Picture.de

Nach dem abgebrochenen Landesligaspiel in der vergangenen Woche zwischen dem Hamburger SV III und dem FC Teutonia 05 blickten viele Beobachter gespannt auf die heutige Partie der Rothosen beim Wedeler TSV. Obwohl die Tabellensituation einiges an Spannung und guten Fußball voraussagte, war es vor allem die Reaktion auf die besagte Situation, die viele interessierte. 

"Ein 3:0 zur Halbzeitpause wäre normal gewesen"

Eine von zahlreichen Wedeler Chancen: HSV-Keeper Yannick Heuer (l.) pariert herausragend gegen Manuel Henkel (r.). Foto: KBS-Picture.de

Und eine Reaktion gab es Seitens der HSV-Fans tatsächlich! Mit einem selbst erstellten Banner taten die Anhänger der „Rothosen“ ihre Meinung zum Vorfall bereits vor dem Anpfiff kund. Mit Beginn des Spiels stand dann jedoch nur noch das Sportliche im Vordergrund. Und die Gastgeber erwischten den deutlich besseren Start. Mit mehreren guten Möglichkeiten in der ersten Halbzeit hatte die Zessin-Elf ein deutliches Chancenplus zu verzeichnen. „Wir hatten in der ersten Hälfte Chancen ohne Ende, aber nutzen diese nicht“, haderte der WTSV-Trainer ein wenig mit der Verwertung und fügte an: „Eine 3:0-Führung zur Pause wäre normal gewesen.“ Diesen Eindruck bestätigte auch sein Gegenüber, Felix Karch: „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir zur Pause 1:4 zurückgelegen hätten. Uns wurde zwar ein Tor abgepfiffen, jedoch hatte Wedel die deutlich klareren Torchancen.“ Beide Teams gingen jedoch mit dem Unentschieden in die Kabinen, auch weil ein vermeintlicher Treffer von Sören Ostermann nicht anerkannt wurde, und bereiteten sich auf eine packende zweite Halbzeit vor – und die hatte es bis zur letzten Sekunde in sich!

"Wir guckten uns alle an und dachten wir wären im falschen Film"

Hannes Steckel (M.) wird von Sonay Hayran (l.) und Abdullah Yilmaz (2. v. r.) unter Druck gesetzt. Foto: KBS-Picture.de

Die Anfangsphase sollte sich ein wenig als Abtasten oder als Ruhe vor dem Sturm herausstellen. „Bis zur 73. Minute war das Spiel ausgeglichen, dann guckten wir uns nur noch an und dachten, wir wären im falschen Film gelandet“, kommentierte Thorsten Zessin. Dem Schockzustand der Hausherren war der 1:0-Führungstreffer der Gäste vorausgegangen. Nach einer Ecke von Burtakucin war einmal mehr Nikola Zeba zur Stelle und köpfte das Leder aus sieben Metern ins Netz (73.)! „Uns war bekannt, dass Zeba bei Standartsituationen stark ist, aber dadurch, dass man es weiß, ist das Tor noch nicht verhindert“, musste Zessin eingestehen. „Zu diesem Zeitpunkt ratterte es bei meinen Jungs wieder in den Köpfen, weil man zuvor die Tore nicht gemacht hat“, so der Wedel-Trainer weiter. Doch der 39-Jährige schaffte es, seine Truppe aufzumuntern, „alles nach vorne zu werfen“ - und das mit Erfolg! Nur sieben Minuten später war es Aytac Erman, der sein Team zurück ins Spiel brachte. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld und einer cleveren Kopfball-Ablage von Manuel Henkel stand der Torjäger goldrichtig und köpfte aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich ein!

Wedels Mark Hinze (M.) wird von Lukas Schaube (l.) und Emre Yasar (r.) in die Mangel genommen. Foto: KBS-Picture.de

Der Anschlusstreffer gab den Gastgebern deutlichen Aufwind. Also war man nun auch auf den Siegtreffer aus. „Als wir das 1:1 gemacht hatten, war mir klar, dass wir das Spiel heute noch gewinnen“, so Zessin. Und der WTSV-Coach sollte am Ende Recht behalten. Fast zeitgleich mit dem Abpfiff und einer Menge Glück, war es erneut Erman, der den Tabellendritten zum Sieg schoss! Nach einer Drehung in bester Gerd-Müller-Manier schloss der Stürmer aus 15 Metern ab und ließ die Kugel oben rechts im Winkel einschlagen (90. +3.)! „Extrem ärgerlich, dass man kurz vor Schluss noch so ein Ding kriegt – aber so ist Fußball. Wenn du bis zur 80. Minute führst, willst du auch mindestens einen Punkt mitnehmen“, musste Karch am Ende die bittere Pille schlucken. Dennoch befand er: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die sehr gut reagiert hat, nach den Geschehnissen der letzten Woche. Und auch die Fans haben uns heute wieder super unterstützt.“

Durch den Sieg konnten die Elbstädter das Polster auf den Vierten der Hammonia-Staffel, den HSV III, weiter ausbauen. Ob man allerdings noch ins Rennen um den Aufstieg eingreifen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen...

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