23.08.2019

Höhenflug der Alsterbrüder-Zweiten – „Lustig und beängstigend zugleich“

Co-Kapitän Sönke Schal steht Rede und Antwort

Sönke Schal reitet mit dem FC Alsterbrüder II derzeit die absolute Erfolgswelle. Foto: Klaas Dierks

Sie siegen und siegen, marschieren und marschieren – und scheinen längst noch nicht am Ende des Höhenflugs angekommen zu sein: Als Meister der Kreisklasse 7 schaffte der FC Alsterbrüder II im Jahr 2018 den Aufstieg in die Kreisliga, die ebenfalls nur eine Durchgangsstation war. Teutonia 05 II und auch Lohkamp hatten das Nachsehen – die Alsterbrüder-Zweite setzte sich die Krone auf und sorgt nun in der Bezirksliga West für mächtig Furore. Die ersten vier Spiele wurden allesamt gewonnen, was zur Folge hat, dass der FCA II erneut von dem Platz grüßt, den man aus den letzten Jahren nur zu gut kennt…

Wir haben uns mit Co-Kapitän Sönke Schal, der den langjährigen „Captain“ Lennart Förster, „der auch Teil des Vereinsvorstandes ist, aber beim letzten Spiel beruflich bedingt nicht in Hamburg war und gegen Raspo für unseren Trainer an der Linie eingesprungen ist“, weshalb ich die Seitenwahl übernommen habe“, wie er mit einem Augenzwinkern zu Protokoll gibt, über den Lauf des Bezirksliga-West-Spitzenreiters unterhalten… 

FussiFreunde: Vier Spiele, vier Siege: Überraschend oder einkalkuliert?

Sönke Schal (li.) hatte gegen Lurup auch die Chance, sich beim 5:0-Sieg per Kopf in die Torschützenliste einzutragen. Foto: Klaas Dierks

Sönke Schal: „Es war natürlich nicht ‚einkalkuliert‘, dass wir als Aufsteiger, der vor zwei Jahren noch Kreisklasse gespielt hat, nun mit voller Punktzahl an der Tabellenspitze der Bezirksliga West stehen. Es ist eine schöne Momentaufnahme, aber die Saison ist auch erst vier Spieltage alt. Wir interpretieren da nicht zu viel rein, aber sind uns natürlich unserer Stärken bewusst und haben diese in den letzten Jahren auch schon immer mal wieder gegen höherklassige Teams im Pokal unter Beweis stellen können. Entsprechend freuen wir uns einfach, dass es gerade gut läuft und versuchen, die positive Energie mit in die nächsten Partien zu tragen.“

Ihr habt die vier Siege ja nicht gegen „irgendwen“ errungen, sondern unter anderem auch ambitionierte Teams wie Raspo Uetersen oder Lurup geschlagen. Was macht euch denn so stark?

Schal: „Wir haben diese Saison einen sehr ausgewogenen Kader, der hinten kompakt steht und vorne viel Tempo und Durchschlagskraft entwickeln kann. Dadurch haben wir auch bei spielstarken Gegnern immer wieder Räume bekommen, die wir bisher sehr effektiv zu nutzen wissen. Das 5:0 gegen Lurup fällt unterm Strich sicher etwas zu hoch aus, da zwei Tore nach individuellen Fehlern des Gegners fallen. Wir bilden uns da nichts drauf ein und wissen, dass es in einer Saison auch immer Phasen gibt, wo das Spielglück mal nicht auf deiner Seite ist. Grundsätzlich stehen wir alle einfach gerne zusammen auf dem Platz, sitzen nach dem Training zusammen oder supporten die anderen Teams im Verein. Ich glaube, dieser Teamgeist hat bereits in den letzten Jahren viel zu unseren ‚Erfolgen' beigetragen.“

Mit welchem Saisonziel seid ihr denn in die Saison gegangen: Ging es als klassischer Aufsteiger nur darum, die Klasse zu halten – oder war von vornherein klar, dass mit der Truppe mehr möglich sein kann?

Schal: „Unser Saisonziel ist der Klassenerhalt. Natürlich haben wir jetzt schon ein paar Schritte in die richtige Richtung gemacht und lassen es nun einfach auf uns zukommen. Verlieren möchte man natürlich eh kein Spiel, von daher wird weiter alles reingeworfen und am Ende wird man sehen, wo wir stehen.“

Für wie realistisch hältst du einen Durchmarsch in die Landesliga?

In vier Spielen stehen für Schal (re.) bereits je drei Tore und Assists zu Buche. Foto: Klaas Dierks

Schal: „Das wäre lustig und etwas beängstigend zugleich. Nein, mal im Ernst: Der Kader umfasst immer noch viele Spieler, die schon seit der Kreisklasse bei uns kicken und ich glaube, die wenigsten haben letztes Jahr überhaupt mit dem Aufstieg in die Bezirksliga gerechnet. Das war ja auch eher ein Foto-Finish, als wir am letzten Spieltag noch Meister geworden sind. Die Saison ist viel zu jung, um Einschätzungen über den Verlauf abgeben zu können. Stand jetzt, sind wir einfach happy, dass wir uns in eine Lage gebracht haben, in der wir die nächsten Spiele entspannt und beflügelt angehen können.“

Abschließende Frage: Wie eng ist bei euch die Zusammenarbeit mit der Liga-Mannschaft?

Schal: „Die Zusammenarbeit im Verein ist sehr eng. Die Situation, dass gleich zwei Herrenteams parallel in der Bezirksliga spielen, ist ja recht einzigartig. Von daher fällt es leicht, sich gegenseitig zu unterstützen. Nach Absprache und Bedarf binden wir Spieler der Liga ein, aber auch andersherum helfen Spieler von uns immer mal wieder aus, wenn bei der Ersten Mannschaft Not am Mann ist. Wir kommen gegenseitig zu den Spielen und unterstützen uns, da gibt es kein Konkurrenzdenken. Höchstens mal Neckereien (lacht).“

Autor: Dennis Kormanjos

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