23.08.2018

Zweiter Anlauf: Billstedt schlägt DSV – „Ein geiles Spiel, so stelle ich mir das vor“

4:2-Erfolg der Derakshan-Elf gegen den Düneberger SV

Dünebergs Ruven Scharnberg (re.) führt die Kugel am Fuß. Foto: BOLZJUNGS

Am ersten Spieltag durften beide Teams nur 60 Minuten gegeneinander ran, dann sorgte ein Gewitter für den Abbruch der Landesliga Hansa-Partie zwischen dem SC V/W Billstedt und dem Düneberger SV. Am gestrigen Mittwoch stand nun die Wiederholung auf dem Programm – und nachdem es beim vorzeitigen Ende der Partie am 28. Juli 0:0 gestanden hatte, fuhren die Billstedter nun vor heimischem Publikum am Öjendorfer Weg einen „Dreier“ ein. Als Referee Daniel Gawron (TuS Osdorf) die Begegnung planmäßig beendete, stand ein 4:2-Sieg für die Hausherren zu Buche – und zwischen An-und Abpfiff lag ein kurioses Spiel.

Oder wie Hamid Derakhshan es formulierte: „Ein geiles Spiel.“ Denn der Übungsleiter der Billstedter war mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen den Aufsteiger höchst zufrieden. „So stelle ich mir das vor – auch wenn man bei uns gemerkt hat, dass uns ein bisschen die Abgezocktheit gefehlt hat. Insgesamt war das ein super-schöner Fußball-Abend. Die Zuschauer haben ein sehr spannendes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten erlebt“, konstatierte der Coach der Gastgeber in seiner Spielanalyse, die bei seinem Gegenüber, DSV-Trainer Dennis Tornieporth, nicht ganz so positiv ausfiel: „Die erste Phase haben wir komplett verpennt. Unsere Einstellung zu Beginn und die Chancenverwertung sind zu kritisieren“, so „Tornie“ gegenüber dem Portal „bolzjungs.de.“

Heiling sieht als Ersatzspieler „Rot“ wegen Beleidigung

Andranik Ghubasaryan (li, hier im Testspiel gegen Meiendorf) traf doppelt für V/W. Archivfoto: Knötzsch

Und noch etwas dürfte dem Trainer der Gäste nicht geschmeckt haben: Bereits nach gerade mal 23 Minuten war das Wechselkontingent des DSV komplett ausgeschöpft: Erst musste Musa Sahin verletzt raus, anschließend war aufgrund einer Verletzung nach 23 Minuten auch für Tornieporth, der erneut als Spieler auflief, Feierabend. In der gleichen Minute nahm der DSV-Coach auch Aron Pauels, der gelb-rot-gefährdet war, aus dem Match. Den einzigen Platzverweis des Spiels sollte es aber auf der Gegenseite geben. Edward Heiling sah nach 58 Minuten den roten Karton – und das als Ersatzspieler. Der Billstedter beleidigte den Schiedsrichter-Assistenten, woraufhin ihn Referee Gawron in die Kabine schickte.

Ein Umstand, der – anders als das Ergebnis – wiederum Hamid Derakhshan nicht zusagte. „Wir haben den Mannschaftsrat mit einbezogen und das intern nach dem Spiel bereits besprochen. Ich bin kein Freund von sowas, das geht gar nicht. So ein Verhalten wollen wir hier nicht sehen. Das wird Konsequenzen haben“, sagte Derakshan, dessen Elf bereits nach sechs Minuten durch einen Treffer von Thiago Ludwig mit 1:0 in Führung (6.) ging. Noch vor dem Seitenwechsel erhöhte Andrank Ghubasaryan auf 2:0 (24.). Ebenfalls noch vor dem Pausenpfiff kamen die Dünberger auf 1:2 heran, als Moyed Elghrari nach 33 Minuten V/W-Keeper Pascal Haupt bezwang.

Derakhshan: „Wir haben in den ersten 30 Minuten die Basis für den Sieg gelegt“

V/W-Trainer Hamid Derakhshan war zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. Foto: Knötzsch

Nach Wiederbeginn dauerte es keine zehn Minuten, ehe Billstedt auf 3:1 erhöhte. Michael Adjei-Bediako war mit seinem vierten Saisontreffer erfolgreich (54.). „Es macht richtig Spaß, zu sehen, wie er und die ganze Mannschaft sich entwickeln“, freute sich Derakhshan, dessen Equipe nur zehn Zeigerumdrehungen danach das 2:3 hinnehmen musste. Nach einem Handspiel traf Ruven Scharnberg vom Elfmeterpunkt aus. Auch die Hausherren bekamen noch einen Strafstoß zugesprochen. Nach einem Foulspiel in der „Box“ gab Schiri Gawron zwei Minuten vor Ultimo noch einen Strafstoß. Ghubasaryan schnappte sich die Kugel, lief an und schoss das Spielgerät zum 4:2-Endstand an DSV-„Goalie“ Domenic Kikillus vorbei in die Maschen.

„Wir haben in den ersten 30 Minuten die Basis für den Sieg gelegt, tollen Fußball geboten und das Spiel kontrolliert. Danach hat Düneberg umgestellt. Auf diese Umstellungen haben wir erst in der Halbzeitpause richtig reagieren können und die Mannschaft für die zweite Halbzeit darauf eingestellt“, erklärte Derakhshan und ergänzte abschließend:, „Wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr die Kontrolle wie in der ersten gehabt und machen trotzdem das 3:1. Dann kommt Dünberg nochmal ran und hatte in der Schlussphase genau wie wir noch Chancen. Es gab noch zwei Szenen, wo es weitere Elfmeter für uns hätte geben können.“

Jan Knötzsch 

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