11.08.2018

Zwei Tore, zwei Vorlagen: Duo Agyemang/Tornieporth feiert Traum-Comeback

„Tornie“ überrascht eigene Mannschaft - Düneberg punktet bei 4:4 in Buxtehude

Mit der TuS Dassendorf feierten Eric Agyemang (li.) und Dennis Tornieporth die erste Hamburger Meisterschaft nach dem Aufstieg - nun sind sie in Düneberg wieder vereint. Foto: KBS-Picture.de

Dennis Tornieporth und Eric Agyemang: Ein Duo, das zwei Jahre lang für sportliches Entzücken bei der TuS Dassendorf sorgte und den Aufschwung am „Wendelweg“ mitbegleitet und miterlebt hat. Während „Tornie“ seine Laufbahn – nach Profi-Stationen beim FC St. Pauli, Holstein Kiel oder auch 1. FC Magdeburg – bei Jugendclub Düneberger SV in der Kreisliga ausklingen ließ, um dort seine Trainerkarriere zu starten und den Verein binnen kürzester Zeit bis in die Landesliga zu hieven, hing Agyemang (u.a. 1. FC Magdeburg, Erzgebirge Aue, Wacker Burghausen und Arminia Bielefeld) seine Stiefel nach der vergangenen Saison mit dem Wedeler TSV an den berühmt-berüchtigten Nagel. Nun feierte das Duo ein kaum für möglich gehaltenes Comeback – beim „Tornie“-Club Düneberg!

Vor dem Gastspiel beim Buxtehuder SV staunten die „Aufstellungs-Spione“ nicht schlecht. In der Startelf des Düneberger SV befanden sich zwei „prominente“ Namen: Dennis Tornieporth und Eric Agyemang standen auf dem Spielberichtsbogen. Und ja, damit war wirklich das ehemalige Dassendorfer Erfolgsduo gemeint, das zusammen eine Fußballschule betreibt und eng befreundet ist. Doch wie kam es zum großen Comeback? Tornieporth klärt auf: „Eric und ich sind ja schon seit Ewigkeiten gut befreundet und auch beruflich miteinander ein Stück weit vereint. Von daher habe ich ihn letzte Woche in einer gemeinsamen Runde mal darauf angesprochen, wie es denn ausschaut, ob er sich vorstellen könnte, mir ein bisschen unter die Arme zu greifen und mich zu unterstützen. Wir haben ein bisschen Personalmangel und sind auch noch nicht so in der Saison, wie ich es mir vorgestellt habe – vom ganzen Auftreten her. Daraufhin sagte er zu mir: ‚Wenn du denn auch spielst – ich brauche ja schließlich meinen Vorlagengeber. Dann kriegen wir das hin.‘ So kam eines zum anderen und wir haben uns dann unter der Woche mit Wedel bezüglich der Freigabe unterhalten. Das gab keinerlei Probleme und seit Donnerstag ist die Spielberechtigung da.“


„Als Eric in die Kabine kam, hat Aaron Pauels ihn gefragt, ob er der Schiedsrichter wäre“

Die Überraschung war jedoch nicht nur bei Außenstehenden groß, wie „Tornie“ verrät: „Aus der Mannschaft wusste es auch keiner. Da gab es einige verdutzte Gesichter. Die Jungs haben es circa eine Stunde und 15 Minuten vor dem Anpfiff erfahren.“ Apropos verdutzt: „Als Eric in die Kabine kam, hat ihn Aron Paules erstmal gefragt, ob er der Schiedsrichter wäre“, witzelt Tornieporth und fügt an: „Daraufhin hat er sich erstmal vorgestellt.“ Die Reaktion der Mannschaft? „Absolut positiv. Ein, zwei Spielern wussten davon. Denen habe ich es vorab mitgeteilt. Aber die haben sich alle gefreut, da sie Eric ja auch vom Namen her kennen und weil er auch kein großes Mannschaftstraining vorher braucht. Es hat einfach so gepasst und sehr gut funktioniert.“

Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: Im Buxtehuder Jahnstadion entwickelte sich eine völlig verrückte Anfangsphase. Nachdem Fahamoudini Kolou (3.) die frühe BSV-Führung erzielte, schien dem DSV zunächst auch das „neue Traumduo“ nicht zu helfen. Denkste! Binnen 240 Sekunden machte der Gast vom Silberberg aus einem 0:1 ein 3:1. Erst gelang Ruven Scharnberg der Ausgleich (8.), dann setzte Tornieporth mit einem „langen Ball aus der eigenen Hälfte hinter die Abwehr“ Dominik Schindler in Szene, der in die Schnittstelle startete und im Eins-gegen-Eins eiskalt blieb (11.). Wenige Augenblicke darauf schlug Agyemang zu und besorgte das 3:1 (12.)! „Ich selbst habe unter der Woche zweimal mittrainiert, was ich sonst nie gemacht habe, und die Spielformen mitgemacht“, so Tornieporth. „Der eine oder andere hat sich schon gewundert und gefragt: Warum trainiert der denn jetzt mit?“ 

„106 Jahre geballte Erfahrung“ verteilt auf drei Personen - „Haben Eric aus dem Winterschlaf geholt“

Noch vor der Pause kassierte der Aufsteiger allerdings einen doppelten Nackenschlag in Person von Philip Inacio (24.) und abermals Kolou (31.) – 3:3! Aber Düneberg hatte ja noch das Gespann Tornieporth/Agyemang. Erstgenannter mit einer seiner Spezialdisziplinen, nämlich mit einem Standard in Form einer Ecke. Letztgenannter „stand da, wo er stehen muss“, so Tornieporth, und vollendete zum 4:3 (68.). Doppelpack Agyemang, zwei Vorlagen Tornieporth! Dennoch reichte es nach der 0:5-Auftaktschlappe gegen Lohbrügge letztlich „nur“ zu einem 4:4-Unentschieden, da Ahmed Mhamdi kurz vor Schluss den Spielverderber aus Düneberger Sicht gab (82.). Nichtsdestotrotz: „Für einen Kaltstart kann man zufrieden sein“, bilanzierte der wieder mit Fußballschuhen unterwegs befindliche DSV-Coach. „Zwischen Dominik Schindler, Eric und mir – die geballte Erfahrung von 106 Jahren – hat es vorne ganz gut geklappt. Dafür, dass ich zweieinhalb Jahre lang kein einziges Mannschaftstraining hatte und auch Eric jetzt von Null auf 100 aus dem Winterschlaf rausgeholt wurde, lief das ganz gut.“ Ob Tornieporth die Stiefel auch in Zukunft wieder schnüren will und ob Agyemang nun fester Bestandteil der Mannschaft ist, verriet uns der 35-jährige gebürtige Lübecker im Nachgang ebenfalls…

DSV-Coach Tornieporth (li.) reaktivierte seinen „Buddy“ Agyemang und schnürte selbst wieder die Buffer. Foto: KBS-Picture.de

„Tornie“, bei dir kam es nur zum „Comeback“, weil Eric dich unbedingt dabei haben wollte – oder hast du vorher schon mit dem Gedanken geliebäugelt?

Tornieporth: „Nein, eigentlich möchte ich mich wirklich nur auf das Trainerdasein konzentrieren. Da liegt auch der volle Fokus drauf. Aber wie schon eingangs erwähnt: Momentan ist die spielerische Klasse, die wir in der letzten Saison an den Tag gelegt haben, noch nicht auf dem Punkt, wo ich es gerne hätte, sodass ich einfach zeigen möchte, dass man es auch anders spielen kann, als wir es getan haben – damit die Jungs ich erstmal eine gewisse Sicherheit in ihr Spiel bekommen. Und wenn man es noch ein bisschen kann, dann versucht man auch, es unterstützend zu zeigen. Inwiefern sich das jetzt noch häufiger wiederholt, wird man sehen. Der Kader wird langsam wieder voller. Die Urlaubszeiten sind vorbei, die Verletzten kommen peu a peu wieder zurück. Von daher ist Eric jetzt auch weiter für uns spielberechtigt.“

Bedeutet, dass er ein fester Bestandteil des Kaders ist und unter gewissen Umständen jede Woche dabei ist und für euch aufläuft?

Tornieporth: „Rein theoretisch ja. Er ist erstmal noch nicht in der offiziellen Spieler- und Kaderliste drin. Das war jetzt wirklich erstmal nur für den Notfall, sodass wir als Mannschaft ein bisschen Sicherheit ins Spiel reinkriegen. Inwiefern daraus eine Dauerlösung wird, mag ich noch gar nicht drüber nachdenken. Denn eigentlich ist ein Karriereende auch ein Karriereende. Das hat er wirklich nur aus rein freundschaftlichen Zwecken zu mir gemacht. Und ich bin wirklich froh darüber, dass ich jetzt einen Spieler wie ihn in der Hinterhand habe. Man hat einfach auch gesehen, dass es auch bei ihm ein bisschen juckt. Und wenn wir beide noch ein bisschen trainieren würden, dann würden wir in der Landesliga auch noch für das eine oder andere Törchen sorgen. Aber man muss mal gucken, was der Tag danach bringt und wie man sich fühlt. Am Sonntag sieht man dann mal weiter, was die nächste Woche so bringt.“

Autor: Dennis Kormanjos

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