21.05.2017

Zum ersten Mal Landesliga: Berner „Legenden“ schreiben Geschichte!

Neben: „Der Schlüssel zum Erfolg ist unsere Gemeinschaft“

Mit einem Kantersieg zum Abschluss im Herzschlagfinale die Oberhand behalten: Der TuS Berne feiert die Bezirksliga-Meisterschaft und den historischen Aufstieg in die Landesliga. Foto: Mathias Merk

Mit einem eigens eingerichteten Shuttleservice, den der TuS Berne organisierte, wurden die Anhänger nach Volksdorf zu den Spielen gegen den Walddörfer SV gebracht. Zunächst spielten die Zweitvertretungen gegeneinander, ehe es zum „Hauptkampf“ zwischen den Liga-Teams kam. Dabei duellierten sich die Berner nicht nur mit dem WSV, sondern auch im Fernkampf mit dem ärgsten Verfolger aus Bergstedt. Die komfortablere Ausgangslage besaß zwar der TuS, der aufgrund der besseren Tordifferenz den Platz an der Sonne innehatte. Doch zwischendrin wurde es richtig nervenaufreibend, da der Verfolger Mitte der zweiten Halbzeit sogar den Spitzenplatz übernahm. Neben: „Wir mussten damit rechnen. Deshalb haben wir uns nur auf uns konzentriert.“ Und das mit Erfolg. Denn am Ende hatten sowohl die Erst- als auch die Zweitvertretung allen Grund zum Jubeln!

Besser hätte es für den TuS Berne und seine Fans wahrlich nicht laufen können. Sowohl für die Liga- als auch für die Reserve-Mannschaft ging es noch um eine ganze Menge und beide Teams reisten in ihrem letzten Punktspiel nach Volksdorf. Dabei stand für die Zweite der Aufstieg in die Kreisliga schon vor der Partie fest. Allerdings hatten die „kleinen“ Berner noch leichte Hoffnungen, ihre Saison sogar als Meister abzuschließen. Dafür hätte Primus Glashütter SV II jedoch Federn lassen und die Mannen von Coach Stephan Prüß ihre Partie gewinnen müssen. Doch beide Vorraussetzungen traten nicht ein. Der Titeltraum platzte allein schon deshalb, weil man selbst gegen den Walddörfer SV II mit 0:1 verlor. Eine Niederlage, die der Stimmung anfangs noch aufs Gemüt schlug. Doch das änderte sich spätestens nach der Partie der (Noch-)Bezirksliga-Elf. Dazu jedoch später mehr...

Mangelnde Chancenverwertung in der ersten Hälfte

Die Spieler des Walddörfer SV (weiß-rot) hatten oftmals gegen die starken Berner das Nachsehen. Foto: Mathias Merk

Denn zunächst einmal schauen wir auf den frischgebackenen Meister der Nord-Staffel, dessen Weg zum Titel auf der Zielgeraden tatsächlich nochmal leicht aus den Fugen geriet, weil der Verfolger aus Bergstedt den Drei-Tore-Rückstand im Tableau schnell wettmachte. Aber der Reihe nach. Dass sich die Berner Jungs ihrer Rolle bewusst waren, zeigten sie auf dem Platz. Denn vom Anpfiff weg war der Primus wach, konzentriert, voll im Spiel und erarbeitete sich eine Torchance nach der anderen. Teilweise ging es sogar im Minutentakt Schlag auf Schlag, so dass die Hausherren mit dem 0:2 zur Pause bestens bedient waren. Zuerst gelang es Marco Theis, den Ball in der 19. Minute mit dem Kopf über die Linie zu drücken. Dann legte Nico Rosenfeld acht Zeigerumdrehungen später mit einem Schuss aus 18 Metern ins linke untere Eck nach (27.). Damit befand sich der Meisterschaftsanwärter zwar auf der Siegerstraße, doch um auf Nummer sicher zu gehen, sollte die Chancenverwertung im zweiten Durchlauf verbessert werden. Das übernahm dann abermals Theis, als er einen von Maik Rubbert fein in den Lauf gespielten Ball verwertete, indem er aus 15 Metern links unten zum 3:0 für die Gäste einnetzte (54.). Dieser Treffer sorgte erstmal für ein bisschen Entspannung bei den Zuschauern und Team-Angehörigen, die sich durchgehend auf dem Laufenden hielten, was Bergstedt gegen Sasel II machte. Doch die Nachrichten von der Teekoppel waren aus Berner Sicht keine guten. Denn der Konkurrent schien es tatsächlich noch auf den Titel abgesehen zu haben und spielte mit schwachen Saselern Katz und Maus. 

Trotz klarer Führung: Tabellenspitze zwischenzeitlich futsch

Kurz vor dem Einschlag: Der Ball flog zum 4:1 für Berne perfekt in den linken Winkel. Foto: Mathias Merk

Das sollte noch für ordentlichen Nervenkitzel sorgen. Spätestens in dem Moment, als die Volksdorfer in Person von Helge Hinrichs nach einem super ausgespielten Konter sogar den 1:3-Anschlusstreffer erzielten (66.) und die Neben-Schützlinge in diesem Augenblick vom Thron gestoßen wurden. Denn Bergstedt führte mittlerweile mit 6:0 gegen den Tabellensechsten, der sich zum Abschluss nicht gerade von seiner Schokoladenseite zeigte, und wies fortan die bessere Tordifferenz auf. Nervosität machte sich unter den 297 - größtenteils Berner - Zuschauern breit. Jedem war klar: Es müssen weitere Tore her, um am Ende doch noch die Meisterschaft feiern zu können.

Für ein wenig Erleichterung sorgte dann Nico Rosenfeld in der 74. Minute, als er mit einem Freistoßtor auf 4:1 erhöhte. Und mit was für einem Hammer! Aus 19 Metern feuerte der Berner das runde Leder unhaltbar in den linken Winkel, wo die Kugel von der Unterkante der Latte an den linken Pfosten klatschte, bevor sie die Linie überquerte. WSV-Keeper Janik Voß flog noch durch die Luft, konnte den Ball aber nicht mehr erreichen, da der Freistoß schlichtweg zu perfekt geschossen wurde. Damit war Berne wieder auf dem Sonnenplatz, konnte sich darauf aber immer noch nicht ausruhen. Aber das war ja auch noch Top-Torjäger Tom Wohlers, der in der Schlussphase aufdrehte und mit seinem Doppelschlag innerhalb von 42 Sekunden auf 6:1 erhöhte. Mit diesen zwei Buden stockte der Stürmer sein persönliches Torekonto auf 29 Saisontreffer in die Höhe und darf sich als Schützenkönig der Nord-Staffel 16/17 feiern lassen. Apropos feiern: Die Stimmung heiterte nun mehr und mehr auf. Die Anhänger gaben lautstarke Wechselgesänge zum Besten. Voll mit dabei waren inzwischen auch die Akteure der zweiten Herren, die sich hinter der Auswechselbank einfanden und auf die Feierlichkeiten vorbereiteten, indem sie die einheitlichen „Mission erfüllt“-Shirts anzogen und die ersten Sektflaschen öffneten. In Bergstedt blieb es beim 6:0, womit klar war, das die Liga-Mannschaft des TuS Berne neuer Bezirksliga-Nord-Meister ist, wenn man sich denn keine weiteren Gegentore einfangen würde. Stattdessen traf wiederum "Shootingstar" Theis und setzte den Schlusspunkt zum  7:1-Kantersieg seiner Farben (90.+1)!

Neben: „Die Freude ist übergroß und wir sind absolut stolz"

"1A-Trainer" Frank Neben (links) und "1B-Coach" Stefan Prüß nach den Aufstiegen beider Mannschaften. Foto: Mathias Merk

Als der Unparteiische wenig später abpfiff, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die „Zweite“, Betreuer, Trainer, Offizielle, Ersatzspieler und einfach jeder, der sich hinter der Coachingzone befand, stürmte auf das Feld. Sekt und Bier spritzte meterweit über den Platz, die Protagonisten lagen sich in den Armen und ließen ihren Emotionen freien Lauf. Beide Teams herzten und beglückwünschten sich gegenseitig. Berne II-Trainer Prüß: „Ich kann meine Gefühle gar nicht richtig beschreiben. Es ist einfach nur geil, dass ich, als alter Berner, ein Teil dessen sein darf, was wir mit den Aufstiegen beider Teams geschafft haben. Wir alle sind eine große Gemeinschaft und gehören zusammen. Es gibt bei uns keine erste und zweite Herren, sondern eine 1A- und eine 1B-Mannschaft.“ Dass diese Worte keine Phrasen waren, zeigte sich ganz deutlich im freundschaftlichen Miteinander nach dem Spiel, bei dem auch der Coach des „1A-Teams“, Frank Neben, voll mit von der Partie war. Dennoch stellte er sich bereitwillig den Fragen der Presse. „Die jetzt gewonnenen Eindrücke sind enorm, was man natürlich erstmal verarbeiten muss. Die Freude ist übergroß und die Jungs sind zurecht zu Legenden geworden, da wir mit dem Aufstieg in Berne Fußballgeschichte schreiben.“ Denn seit Bestehen der Fußballabteilung hat es bis dato noch kein Team bis in die Landesliga geschafft. „Darauf sind wir wirklich sehr stolz“, so Neben, der abschließend anfügte: „Ich kann mich nur beim Team, dem Verein, dem Umfeld und allen Beteiligten bedanken. Denn das ist schließlich der Schlüssel zum Erfolg, weil nämlich nicht nur eine Person reicht, sondern alle mitmachen müssen.“ Und genau deshalb feiern alle Beteiligten miteinander auf dem eigenen Vereinsgelände die beiden Aufstiege und den Bezirksliga-Titel. Goalgetter Wohlers dazu: „Alle haben sich für morgen und teilweise auch für übermorgen Urlaub genommen. Deshalb wird es die ganze Nacht rund gehen.“ Verdient haben sie es sich jedenfalls. Und auch die gesamte FussiFreunde-Redaktion gratuliert den Landes- und Kreisliga-Aufsteigern zu diesem historischen Erfolg!

Den LIVE-Ticker mit den Highlights gibt es hier!

der Meister- und Aufsteigerkreis


Beide Teams des TuS Berne machen gemeinsam eine Laola-Welle mit den Anhängern:


Autor: Mathias Merk

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