Regionalliga-Meisterrunde

Ziel als "beste Hamburger Mannschaft" verpasst: Teutonia 05 verspielt den Sieg

26. Mai 2022, 13:50 Uhr

Frust bei Teutonias Gianluca Przondziono nach einer vergebenen Großchance. Foto: noveski.com

Ein Ziel hatte der FC Teutonia 05 nach dem umjubelten LOTTO-Pokalsieg am vergangenen Wochenende gegen Rivale Altona 93 (2:1) noch vor Augen: Mit einem dreifachen Punktgewinn beim Schlusslicht der Regionalliga Nord-Meisterrunde aus Hildesheim wären die "Kreuzkirchler" an der U21 des Hamburger SV vorbeigezogen und hätten die Saison als beste Hamburger Mannschaft beendet. Doch die Vorzeichen waren denkbar schlecht: Die 05er hatten mit etlichen Ausfällen zu kämpfen, so dass Semir Svraka mit 34 Jahren zu seinem Regionalliga-Debüt zwischen den Pfosten kam. Sein Ersatz: Feldspieler Fabian Istefo.

Semir Svraka feierte mit 34 Jahren sein Regionalliga-Debüt für die "Kreuzkirchler". Foto: noveski.com

Hinzu kam, dass Teutonia auf der Anreise lange im Stau stand, verspätet im Stadion eintraf und Interimstrainer Jan-Philipp Rose in seinem letzten Spiel auf der Bank die Ansprache im Mannschaftsbus abhalten musste. Zudem ließ der scheidende Coach zum Saisonabschluss "die Jungs spielen, die sonst nicht so viel gespielt haben" und agierte mit einer "komplett veränderten Formation". Dennoch: "Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben in den ersten 20 Minuten zwei Tore vorgelegt und hatten die Chance auf das 3:0, machen's aber nicht. Im Anschluss kassieren wir einen Doppelschlag", fasste Rose die turbulenten und zum Teil wilden Anfangsminuten zusammen.

Binnen 180 Sekunden: T05 gibt Zwei-Tore-Führung her

Jubel bei Marcel Andrijanic (re.) und Jason Ejesieme nach dem Führungstreffer. Foto: noveski.com

Den Beginn machten jedoch die Gäste. Nach einem Kelbel-Rückpass von der Grundlinie traf Miguel Fernandes den Ball nicht voll. Dafür kam Marcel Andrijanic zum Abschluss - und hatte etwas Glück, dass sein eigentlich verunglückter Versuch entscheidend und gegen die Laufrichtung des Hildesheimer Schlussmannes abgefälscht wurde und in die Maschen trudelte (12.). Wenig später nutzte Fernandes nach einem Schuss aus kurzer Distanz von Fabio Parduhn den Abpraller und verdoppelte die Führung (19.). Ein scheinbar beruhigender Vorsprung. Doch der Schein trügte. Thomas Sonntag (22.) und Hady El Saleh (25.) bestraften kapitale Böcke in der Teutonen-Hintermannschaft - 2:2.

"Wir können dennoch insgesamt zufrieden sein"

Nicolo Avellino (li.) - im Duell mit Marco Drawz - durfte im letzten Saisonspiel von Anfang an ran. Foto: noveski.com

Aber die Mannen aus Ottensen kamen stark aus der Halbzeit. George Kelbel vollendete unmittelbar nach Wiederanpfiff einen Konter nach Querpass von Fernandes zur erneuten Führung (46.). Dass man am Ende dennoch nur mit einem Punkt im Gepäck die Heimreise antreten musste, lag am fehlenden Enthusiasmus und am ehemaligen HSVer Marco Drawz, der Svraka eine gute Viertelstunde vor Ultimo keine Chance ließ und auf 3:3 stellte (76.). Nichtsdestotrotz bilanzierte Rose: "Insgesamt war das ein guter Abschluss. Auch wenn es natürlich ärgerlich ist, da wir gerne die beste Hamburger Mannschaft gewesen wären. Aber wir können es nicht mehr ändern - und dennoch insgesamt zufrieden sein, wie die Saison gelaufen ist. Vor allem mit dem Pokalsieg, der die Saison abgerundet hat."

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