Oberliga 01

Zankls „Super“-Zocker zerlegen Bramfeld – Henning hadert

11. September 2021, 09:20 Uhr

Tolga Celikten (re.) erzielte das 4:0 nach der Pause. Foto: Heiden

Groß war der Ärger in der 16. Spielminute beim TSV Sasel und Chefcoach Danny Zankl, als sich Maximilian Grünberg auf dem Flügel – trotz eines Vergehens von Bramfelds Prince Ackenhausen – stark behauptete und den Ball noch an den Mann brachte. Deran Toksöz verwertete die Vorarbeit. Doch Referee Johannes Mayer-Lindenberg (HTB), der im ersten Abschnitt eine ganz unglückliche Figur abgab und mehrfach entscheidend im Blickpunkt stand, gab den Treffer nicht, da er das vorangegangene Foulspiel an Grünberg ahndete und auf Freistoß für die „Parkwegler“ entschied. Der Vorteil, der zum wichtigen Führungstor führte, war dahin. Dementsprechend echauffierte sich Zankl lautstark und alles andere als zu Unrecht. Seine Mannen steckten die Situation jedoch gut weg und reagierten sportlich auf das Nicht-Tor.

Keine fünf Minuten später brachte Lukas-Gabriel Kourkis – nach einer Hereingabe von Tolga Celikten – einen Abpraller im zweiten Anlauf im Eckigen unter (21.). Der Anfang war gemacht. Und es sollte noch besser kommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Es folgten aber auch die nächsten Aufreger rund um den Unparteiischen. Nur wenige Augenblicke nach dem Saseler 1:0 bewarb sich Nick Gerken nach einer Grünberg-Flanke für das Tor des Monats. Per Fallrückzieher beförderte er das Spielgerät an die Unterkante der Latte (23.). Alle hatten den Ball hinter der Torlinie gesehen, nur Mayer-Lindenberg nicht. Erst nach Rücksprache mit seinem Assistenten gab er die traumhafte Bude.

Zankt lobt 45-minütigen "Super"-Auftritt

Nick Gerken (Mi.) erzielte per Fallrückzieher das 2:0 und bewarb sich für das "Tor des Monats". Archivfoto: noveski.com

Sasel hatte mehrfach die Chance auf das Dritte, Bramfeld in Person von Martin Werner auf den Anschluss. Dann beging Toksöz in der letzten Minute des ersten Durchgangs im Bramfelder Strafraum ein unbeabsichtigtes Offensivfoul, Mayer-Lindenberg ließ zu Überraschung und Verwunderung jedoch weiterlaufen, ehe Kourkis nach einem Kontakt zu Boden sank und der Referee auf Elfmeter entschied. Toksöz stellte mit dem Pausenpfiff auf 3:0 für die Gäste (45. +1)! „Die erste Halbzeit war super“, strahlte TSV-Trainer Danny Zankl über den Auftritt seiner Mannen. „Ich glaube, wir haben jeden Angriff bis in den Sechzehner, wenn nicht sogar zum Abschluss bekommen.“ Auch die Standardsituation waren stets brandgefährlich. „Wir haben eigentlich noch ein Tor mehr gemacht, hatten weitere Riesendinger und haben ein brutales Pressing gespielt.“

"Haben das Spiel in der ersten Halbzeit gewonnen"

Nach der Pause sei man „nicht mehr ganz so zielstrebig gewesen“, befand Zankl. Aber: „Ich habe es die Woche über oft betont: Wir wollten hierherkommen und drei Punkte holen. Dann kann ich meinen Jungs auch nicht vorwerfen, dass es ‚nur‘ drei Punkte geworden sind. Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit gewonnen und in der zweiten Halbzeit zu Ende gespielt.“ Tolga Celikten sorgte nach Wiederanpfiff für das 4:0 (59.), ehe Bramfelds Justin Sadownik aufgrund zweier Vergehen binnen kürzester Zeit die völlig unnötige Ampelkarte sah (68.). In Unterzahl gelang dem BSV in Person von Raoul Bouveron nach Ablage von Christian Westphal zwar noch der Ehrentreffer (72.). Doch auch der konnte Coach Carsten Henning nicht milde stimmen. „Ich kann mir das nicht erklären und weiß auch gar nicht, was ich dazu sagen soll“, zeigte er sich äußerst bedient.

Henning hadert: "Es hat an allem gefehlt!"

Bramfeld-Trainer Carsten Henning war nach Abpfiff richtig bedient. Archivfoto: noveski.com

„Es war mehr als ein gebrauchter Tag für uns. Wir haben in keiner Phase des Spiels Zugriff gehabt und Sasel alles überlassen“, fand er nach Abpfiff deutliche Worte. „Wir können uns bei Sebastian Kalk bedanken, dass es nicht noch höher ausgefallen ist, und sind gut beraten, wenn wir das Spiel so schnell wie möglich abhaken.“ Denn seinem Team habe es „an allem gefehlt – an der Kommunikation, an der Zweikampfstärke, an Laufbereitschaft, am Spielerischen. Einfach komplett an allem!“ Man wollte an die zuletzt „positiven Auftritte anknüpfen und Sasel mit Aggressivität, gerade im Zentrum, entgegenwirken. Das haben wir in keinem Mannschaftsteil geschafft. So hatte Sasel leichtes Spiel“, monierte Henning.

Autor: Dennis Kormanjos

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