Oberliga

Zankl zaudert: „Dann hängt er uns einen in den Knick“, doch Pieper weiß: „Darauf können wir uns nicht immer verlassen!“

01. Dezember 2019, 20:59 Uhr

Torschütze bei der Defensivarbeit: Umut Kocin (re.) stellt sich seinem Gegenspieler in den Weg. Foto: Knötzsch

Auf einmal war er drin. Fast ansatzlos. Der Ball hatte sich im Spiel von Concordia gegen den TSV Sasel in dieser 67. Minute über Sasels Keeper Todd Tuffour hinweg gesenkt und war oben links eingeschlagen. Der Absender des Balles: Umut Kocin. Aus einer Distanz, wo andere weitaus weniger Gefahr zustande bringen – und entsprechend dürfte der eine oder andere unter den 110 Zuschauern am Bekkamp nicht schlecht gestaunt haben über diesen Treffer. Der einzige Haken daran: es war „nur“ das 1:1. Cordi hatte in diesem Moment das Saseler Tor aus der 50. Minute egalisiert, als Jonathan Zinn zum 1:0 für die Mannschaft von Trainer Danny Zankl eingenetzt hatte. Bei diesem Spielstand sollte es letztlich auch bleiben, so dass sich beide Teams mit einer Punkteteilung begnügen mussten.

Die Frage, ob dies nun gewonnene Punkte waren oder jeweils verspielte waren – sie stand im Raum, weil unter anderem auf Seiten der Saseler Stefan Winkel nach dem 1:1 noch die neuerliche Führung für die „Parkwegler“ auf dem Fuß hatte, das Leder aber nicht in den Maschen unterbringen konnte. „Mit dem Punkt geben wir uns zufrieden“, erklärte Danny Zankl nach dem Schlusspfiff dennoch, wusste aber eben auch: „Wenn wir ein paar Phasen besser gestaltet hätten, dann wäre mehr drin gewesen.“ Doch der Saseler Übungsleiter gab offen zu: „Dafür waren wir aber in der ersten Halbzeit nicht gut genug. Es war auf jeden Fall nicht unser bestes Spiel. Der eine Punkt ist allerdings hochverdient. Wir müssen, das zeigt diese Saison, konstanter werden und besser fokussiert ins Spiel reinkommen.“

Pieper-von Valtier: „Wir müssen einfach mehr Situationen besser zu Ende spielen“

Cordi-Coach Frank Pieper-von Valtier (re.) gibt Instruktionen an den späteren Rotsünder Lorenz Lahmann-Lammert weiter. Foto; Knötzsch

Genau das war den Saselern am Bekkamp nicht geglückt. Im Gegenteil: Cordi ließ die Gäste kaum zur Entfaltung kommen. „Ich finde, wir sind gut ins Spiel gekommen und haben einige Dinge, die wir in den letzten beiden Wochen aufgearbeitet haben, auf den Platz gebracht. Wir haben den Ballbesitz klarer vorgetragen, sind klarer in die gefährlichen Räume gekommen und haben unser Positionsspiel verbessert“, stellte Frank Pieper-von Valtier fest. Nur: In Zählbares ummünzen konnten die Hausherren diese Vorteile nicht. „Im letzten Drittel haben wir zu wenig rausgeholt. Das war schade“, traf Cordis Coach in seiner Analyse genau ins Schwarze, durfte aber auch loben: „Wir haben es sehr gut gemacht, sind sehr fleißig gewesen und haben früh gepresst, womit wir immer wieder Fehlpässe erzwungen haben. Wir haben Sasel gar nicht richtig ins Spiel kommen lassen. Die hatten nur zwei Situationen, wo sie auf unser Tor kommen. Aber: Wir müssen nach Balleroberungen noch klarer spielen, um mehr Ertrag rauszubekommen.“

Wie sich das Ganze mit Ertrag anfühlt, machte Sasel dann mit dem Führungstreffer fünf Minuten nach Wiederbeginn vor. Sehr zum Ärgernis von Pieper-von Valtier, der zur Pause und auch im zweiten Durchgang auch auf einem anderen Sektor Rückschläge verkraften musste. Gleich drei Mal nämlich musste Cordi aufgrund körperlicher Faktoren wechseln: „Jan Novotny hatte zur Pause Probleme mit der Leiste, Steven Lindener später dann mit dem Magen und Gideon Baur mit dem Sprunggelenk, nachdem er es noch einmal versucht hatte, sich durchzubeißen. Wir mussten auf diese ungünstigen Situationen reagieren“, analysierte der Cordi-Trainer und fügte hinzu: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sowas und den Rückstand, den wir kriegen, wegstecken und sich gerade machen kann, ohne sich hängen zu lassen.“ Beim Ausgleichstreffer habe Kocin dann „seine Qualität gezeigt“, so Pieper-von Valtier, „aber wir können uns nicht immer darauf verlassen. Wir müssen einfach mehr Situationen besser zu Ende spielen.“ In der Schlussphase habe seine Mannschaft dann „einen Tick zu viel gewollt, uns fehlte die Staffelung.“ Das Ergebnis: Gleich zwei Mal begingen die Concorden binnen eines Angriffs Foulspiele.

Zankl: „Ich war nicht ganz zufrieden mit der ersten Halbzeit“

Behandlungspause: Lukas-Gabriel Kourkis (re., am Boden) musste auf Saseler Seite noch vor der Pause raus. Foto: Knötzsch

Die Konsequenz: Lorenz Lahmann-Lammert musste nach einer Notbremse mit „Rot“ runter, Bazier Sharifi sah die „Ampelkarte“. „Dass uns jetzt zwei Spieler fehlen werden, ist ärgerlich. Es freut mich aber, dass der Freistoß, der in dieser Szene entstanden ist, nicht drin war. So kann man damit besser leben, als wenn wir 1:2 verlieren. Das Remis ist gerecht. Die Jungs können stolz sein. Wir sind einfach noch nicht in einer Phase, in der wir sagen können: Wir sind konstant“, befand Pieper-von Valtier und erklärte augenzwinkernd: „Wir legen uns die Statistik so zurecht, dass sie uns mental hilft: Wir sind in der Rückrunde noch ungeschlagen.“ 


Nicht nur Cordis Übungsleiter fehlte beim Auftritt seiner Jungs etwas, sondern auch Danny Zankl. „Ich war nicht ganz zufrieden mit der ersten Halbzeit. Wir hatten uns vorgestellt, anders reinzukommen. Es gab Momente, wo wir den Ball vernünftig nach vorne getragen haben und auch direkt gefährlich waren. Das hat uns gezeigt, dass wir mutiger sein müssen, aber wir hatten auf der mittleren Kette zu viele Abspielfehler von außen nach innen. Wir waren schlampig im Spiel nach vorne. Cordi hatte Ballbesitzphasen, aber große Chancen waren rar in der ersten Halbzeit“, bilanzierte Sasels Coach. „Wir hatten“, so Zankl weiter, „ein paar vernünftige Momente, aber sonst plätscherte mir das zu viel vor sich hin. Mir fehlte bei unserer Truppe etwas.“ 

Das sollte sich nach dem Seitenwechsel aber ändern. „Da waren wir besser auf Cordi eingestellt. Unser Pressing wurde griffiger. Cordi hat es mehr mit langen Bällen versucht, im Zentrum herrschte ein großes Vakuum. Wir hatten endlich unsere PS auf dem Platz, haben vernünftig gegen den Ball gearbeitet und auch die extra Meter nach hinten gemacht. Es war allerdings nicht alles technisch hochwertig“, urteilte Zankl und ärgerte sich nach dem Führungstreffer über den Ausgleich: „Dann hängt er (gemeint ist Kocin, Anm. d. Red.) uns einen in den Knick – und das in der Phase, wo wir ganz stabil waren. Danach wurde das Spiel schwammiger. Es ist schade, dass wir unsere Chancen durch Stefan Winkel oder Timo Adomat nicht nutzen“, schloss der Übungsleiter der Kicker vom Parkweg sein Fazit.

Jan Knötzsch 

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