Oberliga

Wirklich starker Wilke bleibt bescheiden, Richter unzufrieden – und eine Spuckattacke sorgt für Stress

10. Oktober 2020, 18:01 Uhr

Die Dassendorfer Offensiven Kristof Kurczynski (li.) und Maximilian Dittrich im Duell mit Spielverderber Philipp Wilke (Mi.). Foto: Both

Die beiden hätten sich in der Schlussphase des Spiels zwischen der TuS Dassendorf und dem TSV Buchholz 08 (Hier gibt’s den Live-Ticker zum Nachlesen) jeweils zum „Man of the match“ krönen können Doch Maximilian Dittrich hatte zum Ende des Spiels ebenso wie Kristof Kurczysnki in eben jenen zwei Szenen, in der die Dassendorfer den 2:1-Siegtreffer auf dem Fuß hatten, die Rechnung ohne Philipp Wilke gemacht. Beide Male nämlich gelang es dem Schlussmann der Gäste bei Schüssen der Hausherren noch zu reagieren und sie zu parieren. Sowohl nach 75 Minuten gegen Kurczyinski, als auch drei Minuten vor Ultimo gegen Dittrich. Kurzum: „Goalie“ Wilke hielt den Nordheidern am Wendelweg einen Punkt fest.

Und analysierte das Ganze dann unglaublich sachlich. „Dafür steht man im Tor und hilft dann hinten aus“, sagte der 28-Jährige nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Marco Kulawiak (SC Teutonia 10) und konstatierte: „Wenn wir unsere Konterchancen besser ausspielen – wer weiß, ob wir dann hier nicht vielleicht sogar mit drei Punkten vom Acker gehen.“ Damit lag Wilke nah an der Wahrheit, wie auch Jean-Pierre Richter – er verzichtete auf Neuzugang Martin Harnik (zu große Verletzungsgefahr nach Trainingsrückstand) nach dem Spiel beschied. Der Dassendorfer Trainer hatte vor allem eine Szene von Yayar Kunath im Kopf, die dieser leichtfertig vergab. „Wenn er da anders handelt, dann müsst ihr zwingend das 2:1 machen“, erklärte „JPR“ nach dem Match im Rahmen der Pressekonferenz in Richtung seines Trainerkollegen Nabil Toumi.

Toumi: „Aufgrund der zweiten Hälfte habe ich das Gefühl, dass auch mehr drin gewesen wäre“

Achtung, Grätsche: Kerim Carolus (li.) versucht, den Buchholzer Yayar Kunath zu stoppen. Foto: Both

Und auch der dachte ähnlich wie zuvor schon Keeper Wilke. „Aufgrund der zweiten Halbzeit habe ich das Gefühl, dass vielleicht auch mehr drin gewesen wäre, wenn wir einen Tick konsequenter gewesen wären“, befand Toumi und bilanzierte: „Es war ein richtig gtes Fußball-Spiel mit Chancen auf beiden Seiten.“ Schon in der ersten Hälfte habe „Philipp Wilke uns zwei, drei Mal im Spiel gehalten. Die erste Halbzeit ist das Einzige, mit dem ich nicht ganz zufrieden bin“, sagte der „08“-Trainer. „Das ist eine junge Truppe, die neu zusammengestellt – das hat man im Vergleich zu anderen Begegnungen gemerkt. Mit dem Ball hat uns der Mut gefehlt. Es hat ausgereicht, wenn uns Dassendorf auf eine Seite gelenkt hat, dann sind wir auch auf dieser Seite geblieben. Mit dem 0:1 zur Pause waren wir gut bedient. Aber wir sind dann ordentlich aus der Kabine gekommen und haben uns den einen Punkt verdient“, so Toumi. Einen Punkt, den „Jonny“ Richter nicht gern abgegeben hatte und entsprechend im Anschluss an die Partie vor 226 Zuschauern auch nicht so zufrieden war, wie sein Trainerkollege.

Richter: „Was an Chancen da ist, musst du konsequenter nutzen, wenn du so ein Spiel gewinnen willst“

Voller Einsatz: Dejan Sekac (li.) im Duell mit Dassendorfs Maximilian Dittrich. Foto: Both

„In der 52. Minute misslingen uns durch Marcel Lenz und Henrik Dettmann zwei Ballgewinne, dann sind wir in der Tiefe und der Breite schlecht abgesichert, die Flanke segelt durch den Fünfer und wir müssen den Ausgleich hinnehmen“, blickte „JPR“ auf den Treffer von Niklas Jonas zurück, der die TuS-Führung durch Mattia Maggio (23.) egalisierte. „Von da an ist das Spiel gekippt. Wir waren zu fahrlässig. Vielleicht waren wir auch etwas zu verwöhnt durch die erste Halbzeit, in der der Gegner nicht in unsere Hälfte gekommen ist“, mutmaßte Richter und fügte hinzu: „Hinten raus waren wir in der zweiten Halbzeit zu ungenau und zu ungenügend im Spiel nach vorne. Was an Chancen da ist, musst du konsequenter nutzen, wenn du so ein Spiel gewinnen willst.“ Und die erste Hälfte? „Wir waren gut auf den Gegner eingestellt, haben unseren Matchplan gut verfolgt, hatten viele leichte und gute Ballgewinne und zudem auch die Vielzahl an Chancen. Ich hoffe, dass die Zuschauer gesehen haben, wie viel Spaß es bringt, wenn man nach vorne spielt. Das war gut“, sagte Richter, doch es gab da ja auch noch die Kehrseite der Medaille: „Das einzige Manko war unsere Chancenverwertung. Das müssen wir uns wirklich ankreiden lassen. Ich weiß nicht, wie oft wir am, in und um den Strafraum unterwegs waren und gescheitert sind. Für den Aufwand, den wir betrieben haben, war das Ergebnis zur Pause zu wenig“, so „JPR“.

Richter über Wiechers' Spuckattacke: „Ich bin ehrlich: Das finde ich echt scheiße“

Rudelbildung nach der Spuckattacke von Luca Wiechers (Zweiter v. li., im Trikot mit den Namen Kremer). Foto: Both

So viel zum Sportlichen, aber da gab es ja noch einen Moment aus der 58. Minute, der die Gemüter erhitzte: Nach einem Zweikampf im Mittelfeld spuckte der Buchholzer Luca Wiechers in Richtung von Dassendorfs Dettmann, es folgte eine Rangelei. Schiri Kulawiak gab Wiechers und dem in die Rangelei involvierten Maximilian Ahlschwede jeweils „Gelb“. „Das ist eine Szene, die mich enttäuscht. Ich habe viel Respekt vor Buchholz, aber unseren Spieler zu bespucken und dann auch danach auch noch rumzutönen – das finde ich schade. Es trügt das Ergebnis. Das war ganz schlechter Stil und deswegen habe ich auch gerade sehr gemsichte Gefühle, Ich bin ehrlich: Das finde ich echt scheiße“, gab Jean-Pierre Richter dahingehend zu Protokoll. „Ich habe das vorangegangene Foul gesehen und mich dann zur Seite gedreht. Das, was dann angeblich war, habe ich nicht gesehen. Ich habe Luca nach dem Spiel gefragt. Er sagt, er habe nicht gespuckt. Ich lasse das mal so stehen, weil ich es nicht gesehen habe. Ich habe nur die Reaktion der Dassendorfer mitbekommen. Es ist schwierig. Ich kann meine Jungs ein bisschen einschätzen: Luca ist keiner, dem schnell die Leuchte durchbrennt. Auf das Ergebnis hatte die Szene keine Einflussnahme“, erklärte derweil auf der anderen Seite Nabil Toumi. 

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