Bezirksliga Ost

„Wir wollen in der Rückrunde nochmal 28 Punkte holen und Zweiter werden“

Trainer Sören Deutsch und der TSV Glinde sind die Ersten, die Ahrensburg bezwingen

05. November 2019, 10:48 Uhr

Sah seine Mannschaft bis in die Nachspielzeit kämpfen: Glindes Trainer Sören Deutsch. Foto: Bode

Über 88 Minuten lang mühte sich die Mannschaft des Ahrensburger TSV am vergangenen Sonntag, das, was ihr drohte, noch abzuwenden. Doch es sollte den Schützlingen von Trainer Matthias Nagel nicht gelingen: Im Ausärtsspiel beim Tabellenzweiten TSV Glinde kassierten die Stormarner am Ende eine 0:1-Niederlage. Es war die erste Partie nach 13 Siegen aus 13 Spielen, in der die „Nagel-Knipser“ den Platz nicht als Sieger verließen. Und schuld daran waren ein Mann, der eigentlich gar nicht auf der Position spielt, auf der er am Sonntag aufief und ein Geistesblitz von Sören Deutsch. Glindes Coach hatte sich, geplagt von personellen Sorgen, dazu entschlossen, mit Tjade Appel mal etwas Neues auszuprobieren.

Drei Spieler hatten Deutsch vor dem Spitzenspiel kurzfristig grippebedingt abgesagt. Hinzu kommt, dass mit Daniel Gieseke, für den nach einem Kreuzband- und Inennbandriss die Saison beendet ist, und Dustin Siegmund (Außenbandriss) auch noch zwei wichtige Stammspieler langfristig fehlen. Was also tun? Glindes Übungsleiter entschied sich, Appel – normalerweise im defensiven Mittelfeld zuhause – diesmal einfach mal im rechten offensiven Mittelfeld auszuprobieren. Ein Schachzug, der sich schon nach zwei Minuten auszahlen sollte: Appel tauchte mit dem Ball auf einmal freistehend vor ATSV-Keeper Peter Grischke auf und erzielte mit einem Schuss ins lange Eck die 1:0-Führung.

Deutsch: „Wir haben von allen vier Tabellenzweiten der Bezirksligen den schlechtesten Quotienten“

Daniel Gieseke wird dem TSV Glinde verletzungsbedingt noch bis zum Saisonende fehlen. Foto: Bode

Es sollte der einzige Treffer der Partie bleiben. Weil es beim ATSV selbst Mihai Bitez, der Top-Torjäger der Bezirksliga Ost, an diesem Tag nicht schaffte, sich zu behaupten. Die Hintermannschaft der Gäste ließ den Rumänen nicht zum Erfolg kommen, stemmnte sich mit allem, was sie hatte gegen einen möglichen Ausgleichstreffer. „Ich habe eine Truppe gesehen, die bis in die Nachspielzeit gekämpft hat. Einer für alle und alle für einen“, sagte Deutsch nach dem Spiel dem „Hamburger Abendblatt“. Und das war auch bitter nötig. Auch Deutsch wusste: „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“ So aber fuhr seine Equipe die Saisonpunkte Nummer 26, 27 und 28 ein und darf sich damit rühmen, das bisher einzige Team zu sein, dass den ATSV in dieser Saison bislang besiegt hat. Ein Erfolg, der die Glinder vielleicht sogar noch einmal auf den Aufstieg hoffen lässt? „Keine Chance“, erklärte Deutsch via „Abendblatt“ und begründete: „Wir haben von allen vier Tabellenzweiten der Bezirksligen den schlechtesten Quotienten.“

Nagel: „Wenn wir uns auf uns konzentriert hätten, hätten wir mindestens einen Punkt geholt“

„Vielleicht haben wir eine gewisse Arroganz gehabt“, erklärte ATSV-Trainer Matthias Nagel nach der ersten Saisonniederlage. Foto: Bode

Vielmehr hat sich Glinde eine andere Zielsetzung auf die Fahnen geschrieben: „Wir wollen in der Rückrunde nochmal 28 Punkte holen und Zweiter werden“, konstatierte Deutsch gegenüber dem „Abendblatt“ und fügte hinzu: „Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, aber nicht unrealistisch.“ Und die Stimmung beim ATSV nach der ersten Niederlage? „Wir waren einfach schlecht, haben uns zu viel mit anderen Sachen wie dem meiner Meinung nach guten Schiedsrichter oder den vermeintlich zu flauen Bällen beschäftigt“, sagte Ahrensburgs Trainer Matthias Nagel nach dem Spiel zum „Hamburger Abendblatt“. „Wenn wir uns auf uns konzentriert hätten, hätten wir mindestens einen Punkt geholt. Vielleicht haben wir eine gewisse Arroganz gehabt. Jetzt ist die Frage, ob es nur ein Spiel war, oder ob wir uns am Sonntag wieder eine Blöße geben“, so Nagel, dessen Elf am kommenden Sonntag beim SC Vier- und Marschlande antreten muss.

Jan Knötzsch 

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