06.02.2019

„Wir sind scheiße gestartet, jetzt sind wir geil eingespielt“

Schenefelds Torjäger Jannik Asmußen im Interview

„Wenn ich treffe, treffe ich – wenn nicht, ist es auch okay“, sagt Jannik Asmußen über seine bisherige Quote. Foto: Dierks

Seit dem 1. Juli 2018 trägt Jannik Asmußen das Trikot von Blau-Weiß 96 Schenefeld – und die Neuverpflichtung, die der West-Bezirksligist aus der Reserve des SC Weiche Flensburg vor die Tore Hamburgs lockte, ist richtig eingeschlagen: Mit 26 Treffern aus 18 Spielen führt der 21-Jährige nicht nur die interne Torjägerliste von BW 96 an, sondern ist zugleich auch der beste Schütze der gesamten Liga. Wir haben mit Asmußen über die Zeit in Flensburg, seine Rückkehr nach Hamburg, die hervorragende Quote in dieser Saison und seine Pläne für die nächste Spielzeit gesprochen. 

Jannik, legen wir direkt mit den Zahlen los: Du hast 27 Tore in 18 Spielen erzielt. Wo liegt dein Geheimrezept für so eine beeindruckende Quote?

Jannik Asmußen: (überlegt kurz) Eigentlich sind es ja nur 26 Tore. Ich habe eines gegen Germania Schnelsen geschossen, die ja inzwischen zurückgezogen haben. Ich würde sagen, es liegt an meinen Mitspielern. Wir spielen einfach einen geilen Fußball. Ich stehe halt als Stürmer vorne und mache die Tore. Ein echtes Rezept hab' ich nicht. Ich setze mich aber auch nicht unter Druck, dass ich treffen muss. Wenn ich treffe, treffe ich. Wenn nicht, ist es auch okay.

Überrascht es dich, dass du in dieser Saison so zielsicher bist?

Asmußen: Ich hatte mir vor der Saison 20 Tore als Ziel gesetzt. Dass ich diese Quote jetzt schon nach knapp der Hälfte der Saison übertroffen habe – damit hab ich jetzt nicht direkt gerechnet...

Blicken wir mal zurück: Du hast bei HR in der Jugend gespielt, bist dann in die Reserve aufgerückt. Warum nicht in die „Erste“?

Asmußen: Die „Erste“ hat damals noch in der Oberliga gespielt, die „Zweite“ war aus der Landes- in die Bezirksliga abgestiegen. Für mich selbst war es das erste Herrenjahr. Ich wollte und sollte mich erst einmal in der Bezirksliga an den Herrenfußball gewöhnen. Das ist eine große Umstellung. Außerdem kannte ich in der Mannschaft viele Leute.

Nach deiner Station bei HR II ging's für dich weiter zum SC Weiche Flensburg II. Wie kam es damals zum Wechsel aus der Bezirksliga in Hamburg in die Oberliga in Schleswig-Holstein?

Gegen Union 03 gelangen Jannik Asmußen (Mitte) im Rückspiel im November drei Tore, nachdem er im Juli torlos geblieben war. Foto: Dierks

Asmußen: Ich habe mich damals in Flensburg bei der Fachhochschule beworben, weil ich dort gemeinsam mit meinem besten Kumpel BWL studieren wollte. Wir sind angenommen worden. Ich bin anfangs an den Wochenenden immer noch nach Hamburg gependelt, wenn es die Zeit zugelassen hat, und habe für HR II gespielt. Mein Kumpel ist im Winter 2016 zu einer Mannschaft da oben gewechselt und hat so gut gespielt, dass Weiche II ihn haben wollte – damals war das aber noch Flensburg 08. Die „Zweite“ von denen spielte in der Oberliga. Mein Freund hat dann seinem Trainer erzählt, dass er noch einen Kumpel hat, der auch Fußball spielt – damit meinte er mich. Ich habe dann ein Probetraining absolviert und der Trainer fand mich gut.

Welche Erinnerungen hast du an deine Zeit bei Weiche?

Asmußen: Keine guten. Ich habe nicht gespielt.

Also war der Sprung in Weiches „Erste“, die in der Regionalliga spielt, auch kein Thema?

Asmußen: Nein, das war nie ein Thema.

Seit Saisonbeginn heißt es für dich wieder Hamburg statt Flensburg. Warum hast du dich bei deiner Rückkehr für BW 96 entschieden?

Asmußen: Der ausschlaggebende Grund dafür ist ganz einfach: In Schenefeld spielen jede Menge Freunde von mir, mit denen ich jetzt zusammen kicke.

Die Mannschaft war, als du kamst, gerade aus der Landes- in die Bezirksliga abgestiegen. Hat dich das nicht abgeschreckt?

Asmußen: Das war mir egal. Ich hatte in Flensburg nicht gespielt und wollte einfach wieder Spaß am Fußball haben. Mir war es einfach wichtig, mit meinen Kumpels zusammen zu spielen und wieder Selbstvertrauen zu bekommen. Es hat mich auch nicht interessiert, dass Blau-Weiß 96 in der Abstiegssaison aus der Landesliga das eine oder andere Mal richtig abgeschossen wurde.

Ein Wechsel von der Ober- in die Bezirksliga sieht von außen betrachtet wie ein Rückschritt aus. Für dich war er aber einer nach vorne, oder?

Auch in der Halle stellte Schenefelds Torjäger (li, hier gegen den VfL Pinneberg) seine Qualität zuletzt unter Beweis. Foto: Dierks

Asmußen: Ja, im Nachhinein kann man das jetzt so sagen. Ich spiele regelmäßig und ich mache meine Tore.

Lass uns mal vorausblicken. Derzeit seid ihr Zweiter in der Bezirksliga West. Klappt's mit dem Aufstieg?

Asmußen: Ich glaube daran, dass wir es schaffen. Wir sind scheiße in die Saison gestartet, aber inzwischen sind wir richtig geil eingespielt. In der Vorbereitung auf die Restsaison haben wir jetzt sogar den HFC Falke mit 3:1 geschlagen – und der steht in seiner Liga ja auch ziemlich weit oben. Das macht mich zuversichtlich.

Wie sieht's bei dir selbst aus: Haben die 26 Tore Interessenten geweckt, sodass du in der neuen Saison höherklassig spielst oder bleibst du?

Asmußen: Es gibt auf jeden Fall einige Anfragen. Im Moment mache ich mir viele Gedanken, was in der kommenden Saison sein wird. Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dir Frage noch nicht beantworten. Ich weiß es einfach noch nicht.

Interview: Jan Knötzsch

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