Landesliga Hansa

Winter-Wechsel: Selch hofft an der Teekoppel wieder „auf das geilste Gefühl der Welt“

07. Mai 2021, 15:30 Uhr

Nach nur einem halben Jahr kehrte Max Selch (li.) vom Meiendorfer SV zum klassentieferen Landesligisten SV Bergstedt zurück. Foto: Knötzsch

In der Jugend lief er für den Bramfelder SV auf und machte an der Ellernreihe auch seine ersten Schritte im Herrenbereich. Zur Saison 2018/19 zog es Max Selch jedoch zum SV Bergstedt, wo er sich in zwei Jahren zum absoluten Stammspieler und Leistungsträger entwickelte. Ob hinten in der Kette oder weiter vorne: „Bis auf Torwart – alles“, entgegnet er mit einem Schmunzeln auf Nachfrage, welche Position er an der Teekoppel noch nicht bekleidet habe. Die Vielseitigkeit des „Blondschopfes“ blieb auch Oberligist Meiendorfer SV nicht verborgen – und so schloss sich der 22-Jährige im vergangenen Sommer den Mannen von der B75 an.

An der Teekoppel war Selch (li.) zwischen 2018 und 2020 unumstrittener Stammspieler und Leistungsträger. Foto: Bode

„Ich habe mich einfach bereit gefühlt, den Schritt in die Oberliga zu machen“, begründet Selch uns gegenüber seine Entscheidung. „Aufgrund der Corona-Situation war es jedoch nicht einfach, einen Verein in der Oberliga zu finden, der noch freie Kader-Plätze hatte. Nach guten Gesprächen mit Mert (Kepceoglu, Ex-Manager beim MSV; Anm. d. Red.) und Gökhan (Acar, Trainer) habe ich mich dann dazu entschieden, nach Meiendorf zu wechseln.“ Nicht nur für Selch, auch für seinen neuen Verein lief es allerdings nicht wirklich nach Plan. Nur eines der fünf Spiele konnte der MSV für sich entscheiden, Selch kam lediglich in der ersten Partie bei Concordia (2:5) zu einem Kurzeinsatz. „Warum es für uns nicht so gut lief, ist schwierig zu sagen. Vielleicht lag es an der hohen Anzahl an Neuzugängen, weswegen sich die Mannschaft noch nicht so gut einspielen konnte. Ich weiß jedoch, dass die Mannschaft viel Qualität und das Potenzial hat, ein guter Oberligist zu sein“, ist er von der Stärke der Truppe dennoch überzeugt.

"Für mich war klar: Wenn ich wechsle, dann nur zurück zu Bergstedt"

Für ihn persönlich habe es an der Meiendorfer Straße „einfach nicht so richtig gepasst. Ich habe gemerkt, wie mir das Bergstedter Umfeld gefehlt hat, und wie sehr ich es wirklich vermisse, mit meinen Jungs auf dem Platz zu stehen.“ Und so fasste er im Winter den Entschluss, seine Zelte an der B75 wieder abzubrechen und an der Teekoppel aufzuschlagen. „Für mich war klar: Wenn ich im Winter wechseln werde, dann nur zurück zu Bergstedt. Wie bereits erwähnt, wollte ich unbedingt wieder mit meinen Jungs auf dem Platz stehen und regelmäßig spielen.“

"Die Mannschaft hat durchaus die Qualität, um..."

Seine Jungs beim SVB habe er vermisst - und deshalb gibt Max Selch künftig auch wieder die Richtung beim Landesligisten vor. Foto: timelash.de

Doch dazu kam es aufgrund der Corona-Pandemie nicht. „Mit Home-Workouts und individuellem Training auf dem Platz nutze ich die freie Zeit gut aus, um mit der aktuellen Situation klarzukommen“, versucht Selch, das Beste draus zu machen. Allerdings betont er auch: „Das Ganze ersetzt natürlich nicht die Momente, in denen ich mit meiner Mannschaft auf dem Platz stehe und wir gemeinsam um Punkte und Siege kämpfen.“ Denn: „Morgens aufzuwachen und zu wissen: ‚Heute ist Matchday‘ – das ist einfach das geilste Gefühl der Welt.“

Auf dieses Gefühl wird er vermutlich noch eine gewisse Weile verzichten müssen. Wenn der Tag der Tage aber gekommen ist, will er mit seinem SV Bergstedt die Landesliga Hansa wieder aufmischen. „Der Anspruch muss sein, frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Ich finde jedoch, dass die Mannschaft durchaus die Qualität hat, um am Ende der Saison einen besseren Tabellenplatz als in den letzten Jahren zu erreichen“, steckt er sich hohe Ziele. 

Autor: Dennis Kormanjos

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