Hallenturnier

Wieder Vicky: In Ahrensburg sind aller guten Dinge vier

11. Januar 2020, 22:51 Uhr

Das Siegerteam: Der SC Victoria. Foto: Kruber

Matthias Nagel fühlte sich an den Silvester-Klassiker „Dinner for one“ erinnert. „Es ist ‚The same procedure as last year‘“, sagte der Trainer des Ahrensburger TSV, als er nach dem Hallenturnier des Ost-Bezirksligisten um den „Stadtwerke Ahrensburg-Cup“ gemeinsam mit Pressesprecher Jens Gohlke zur Siegerehrung schritt. Eigentlich hätte Nagel es nicht nur als die gleiche Prozedur wie im letzten, sondern als die gleiche wie in jedem Jahr verkaufen können. Denn am Ende war es wieder Vicky: Oberligist SC Victoria sicherte sich durch einen 3:1-Sieg im Finale gegen den TSV Sasel bei der fünften Auflage des Turniers bereits zum vierten Mal den Titel.

Dass dem so war, lag letztlich an André Monteiro Branco, Felix Schuhmann und Samir Faizy, die nach dem 0:1 für Sasel durch Marc-Oliver Timm das Finale noch zu Gunsten des SCV drehten und dafür sorgten, dass der SCV erneut den Pokal entgegennehmen konnte – und das Preisgeld. Und das forderten die „Wikinger“ auf ihre Weise ein. Denn als das sportliche Geschehen längst vorbei war und die Siegermannschaft schließlich ihre Klamotten durch die Katakomben der Heimgartenhalle trug, da begegneten sie auf den Gängen ihrem Pressesprecher Mathias Reß. „‚Matze‘, wo ist das Geld?“, hallte es diesem aus der SCV-Truppe entgegen – gefolgt von grinsenden Gesichtern und dem obligatorischen Abklatschen.

Bramfeld sichert sich gegen den SSC Hagen den dritten Platz

Abgetaucht: Bramfelds Keeper Victor Medaiyese pariert im Neunmeterschießen um Platz drei einen Ahrensburger Schuss. Foto: Kruber

Die Hoheluft-Kicker durften am Ende nicht nur die Sieger-Trophäe und das Preisgeld mit nach Hause nehmen, sondern sich zusätzlich über eine weitere Ehrung freuen: Hendrik Rabe wurde als bester Keeper des Turniers ausgezeichnet. Als bester Spieler wurde Selmin Dogic, Gastspieler des Turnierdritten Bramfelder SV, geehrt. Als bester Torjäger beendete Brian Techen vom SSC Hagen Ahrensburg den Turniertag. „Felix Schuhmann ist mit seinem Treffer im Finale nicht mehr ganz rangekommen“, verriet Matthias Nagel, der ebenso wie die Zuschauer in der propevollen Halle vor dem Finale einen 5:4-Erfolg der Bramfelder gegen den SSC Hagen im Neunmeterschießen um Platz drei gesehen hatte.

Im Halbfinale hatte Vicky mit 4:2 gegen Bramfeld die Oberhand behalten, der TSV Sasel benötigte beim 3:1 gegen den SSC Hagen das Neunmeterschießen. Zuvor hatten sich im Viertelfinale außer der Ahrensburger Equipe um ihren neuen Trainer Aydin Taneli (früher SC V/W Billstedt und Barsbütteler SV) alle nicht-hamburgischen Mannschaften aus dem Turnier verabschiedet. Der SV Preußen Reinfeld zog mit 1:4 gegen Sasel den Kürzeren, der gastgebende ATSV unterlag dem späteren Turniersieger Victoria mit 0:3 und der TSV Bargteheide scheiterte mit 2:3 am Bramfelder SV. Einzig und allein eben der SSC Hagen hielt die Fahnen der Schleswig-Holsteiner hoch und setzte sich bereits im zweiten der vier Viertelfinals knapp mit 2:1 gegen den TuS Hoisdorf durch.

Nagel: „Ich glaube, wir sollten fürs nächste Jahr nichts weiter ändern“

Szene aus dem Finale: Vickys André Monteiro Branco (re.) behauptet den Ball. Foto: Kruber

Reinfeld und der ATSV hatten in der Vorrunde das Geschehen in der Gruppe A dominiert. Die Preußen wurden Erster, der Gastgeber Zweiter. Der Rahlstedter SC und der Meiendorfer SV, bei dem diverse Gastspieler aufliefen und Neuzugang Benjamin Nadjem aus familiären Gründen fehlte, schieden aus. Auch in der Gruppe B hatten die SH-Mannschaften die Nase vorn. Der SSC Hagen und Bargteheide verwiesen den TSV Sasel und den Walddörfer SV auf die Pätze. In der Gruppe C machten die beiden späteren Halnbfinal-Konkurrenten SC Victoria und Bramfeld die ersten beiden Plätze untereinander aus – mit dem besseren Ende für Vicky, weil die Mannschaft von der Hoheluft das bessere Torverhältnis hatte. Hoisdorf wurde Dritter, der TuS Berne – am Sonntag der vergangenen Woche noch Dritter beim Turnier um den Wandsbek-Cup – musste als Vierter vorzeitig die Segel streichen. 


„Wir sind mega zufrieden. Die Halle war wieder brechend voll. Ich glaube, dass dieses Turnier mittlerweile einen hohen Stellenwert hat. Das sieht man auch gerade daran, dass Vicky hier jedes Jahr mit einer Top-Truppe ankommt. Die haben Bock drauf. Es macht Spaß, solche Mannschaften hier zu sehen“, bilanzierte Matthias Nagel. „Wir waren sehr glücklich, dass wir mit Reinfeld zum ersten Mal einen Obelrigisten aus Schlwesig-Holsteind abei hatten. Dass die zugesagt haben, war phänomenal. So hatten wir fünf Oberligisten dabei. Das Turnier hat mittlerweile einen guten Charakter“, so der ATSV-Coach, der in die Rolle des Hallensprechers schlüpfte. „Vom Modus her kannst du nicht viel verändern. Klar würde man gerne die eine oder andere Mannschaft hier sehen, die man nich nicht hier gesehen hat, aber Sasel, Vicky, Bramfeld oder Meiendorf – das sind schon Fixpunkte, die wir haben. Dazu lokale Größen wie der SSC Hagen oder Bargteheide – das macht Spaß und das macht auch dieses Turnier mit den Derbys aus, die da entstehen. Ich glaube, wir sollten fürs nächste Jahr nichts weiter ändern – und auf Halbzeitshows stehe ich eh nicht“, wagte Nagel am Ende einen Ausblick.

Jan Knötzsch  

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