Landesliga Hansa

„Wenn wir Konstanz reinbekommen, sind uns nach oben keine Grenzen gesetzt“

14. November 2020, 12:52 Uhr

Geht keinem Zweikampf aus dem Weg: Mohamed Giresse Fané (li.) trennt Türkiyes Sascha de la Cuesta von der Kugel. Foto: noveski.com

Er ist gerade einmal 19 Jahre jung und absolviert sein erstes Herrenjahr: Aus der A-Jugend des FC Eintracht Norderstedt zog es Mohamed Giresse Fané zum Hansa-Landesligisten Rahlstedter SC. Welchen Stellenwert der junge "Sechser" im Team von Trainer Mohet Wadhwa bereits hat, unterstreicht nicht nur die Tatsache, dass er in allen vier Spielen von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz stand, sondern auch sein Trainer mit folgender Aussage: "Der Junge ist ein Geschenk Gottes!", womit Wadhwa nicht nur die sportlichen, sondern auch die charakterlichen Vorzüge seines Jungspundes hervorhebt. Wir haben mit Giresse Fané über seine ersten "Gehversuche" im Herrenfußball gesprochen...

FussiFreunde: Du hast in der Jugend höherklassig gespielt, bist vor der Saison zu Rahlstedt in den Herrenbereich und in die Landesliga gewechselt. Warum hast du dich für den RSC entschieden?

Auch in der Luft ist Giresse Fané (Mi.) aufgrund seiner Statur nur schwer zu bezwingen. Foto: noveski.com

Mohamed Giresse Fané: „Ich habe seit der B-Jugend durchgehend in der Regionalliga gespielt und natürlich war es das Ziel, als es dann in Richtung Herrenbereich ging, möglichst die Oberliga zu forcieren. Allerdings stand bei der Wahl meines neuen Vereines meine persönliche Entwicklung an erster Stelle. Mir war bewusst, dass der Schritt vom Jugend- zum Herrenfußball ein ganz schwerer sein wird und daher habe ich mir einen Verein gesucht, der mir den bestmöglichen Einstieg in den Herrenbereich bieten kann. Der RSC hat mich überzeugt, da man schon in der vergangenen Spielzeit sehen konnte, wie viel Wert dort auf die Jugend gelegt wird. Ich habe dort für mich selbst die besten Möglichkeiten gesehen, mich selbst weiterzuentwickeln, da ich die Bemühungen vor dem Wechsel und das Vertrauen während meiner bisherigen Zeit, was mir geschenkt wurde, sehr wertgeschätzt habe. Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, mich dem RSC anzuschließen.“ 

Wie siehst du das Niveau in der Mannschaft im Vergleich zur A-Regio bei Norderstedt?

Giresse Fané: „Meine Zeit in Norderstedt werde ich immer in guter Erinnerung behalten, weil es einfach eine unglaubliche Phase war. Die Mannschaft war bestückt mit unheimlich guten Einzelspielern und das Trainerteam hat es geschafft, daraus ein Team zu formen, das sich auf und neben dem Platz super verstanden hat. Aufgrund des sehr starken Kaders war der Konkurrenzkampf sehr hoch und man kam nicht immer auf seine gewünschte Spielzeit – doch genau das hat einen angespornt, immer mehr zu geben und besser zu werden. Das war der Grund, weshalb wir so eine starke Saison gespielt haben, die wir aufgrund von Corona leider nicht mit dem Bundesliga-Aufstieg krönen konnten. Natürlich ist das Niveau im Vergleich ein anderes. Trotz allem finde ich nicht, dass man das in irgendeiner Weise vergleichen kann, da sich der Jugend- und der Herrenfußball von den Spielweisen her einfach unterscheiden.“ 

Hätte es denn auch die Möglichkeit gegeben, in Norderstedt zu bleiben und den Sprung in die Regionalliga-Mannschaft der Herren zu schaffen?

Rahlstedt-Coach Mo Wadhwa (li.) sei der Grund, weshalb sich Giresse Fané dem RSC angeschlossen hat, so der Youngster. Foto: noveski.com

Giresse Fané: „Norderstedt gab uns A-Jugendspielern immer wieder die Möglichkeit, bei den ‚Großen‘ mit zu trainieren. Dies war zum einen immer eine tolle Erfahrung und zum anderen konnte man so immer gut erkennen, was fehlt, um sich auf dem Niveau zu etablieren. An Beispielen wie Lesley Karschau und Noel Denis, die beide den Sprung geschafft haben, erkennt man, dass es natürlich möglich war. Für mich war allerdings klar, dass ich meinen Weg nach oben anders gehen werde, da man im Fußball nur gesehen werden kann, wenn man spielt. Daher hatte das oberste Priorität bei mir.“

Du hast auf Anhieb alle bisherigen Spiele für Rahlstedt gemacht und auch eine wichtige Rolle in der Mannschaft inne. Was ist mit der Truppe möglich und wie lautet deine Zielsetzung?

Giresse Fané: „Ich bin sehr stolz, dass ich so schnell im Herrenfußball Fuß fassen konnte. Ich habe bisher jedes Spiel – sei es ein Test- oder ein Ligaspiel – durchspielen dürfen. Und es freut mich, dass ich meinem Trainer das Vertrauen mit guten Leistungen zurückgeben konnte. Man merkt, dass in der Mannschaft enormes Potenzial steckt. Wir haben den perfekten Trainer, der genau weiß, wie er diese junge Truppe leiten muss, um das Bestmögliche aus uns rauszuholen. Wenn wir es schaffen, nun auch Konstanz in unsere Leistungen zu bekommen, dann sind uns nach oben keine Grenzen gesetzt. Wir denken von Spiel zu Spiel und sehen dann am Ende, wo wir stehen. Meine persönliche Zielsetzung ist jedoch ganz klar die Aufstiegsrunde!“

Inwiefern kann dir dein Trainer „Mo“ Wadhwa bei deiner Weiterentwicklung helfen und wie wichtig ist er für dich auf dem Schritt?

Beim 2:1-Auswärtssieg bei Türkiye bereitete "Mo" Giresse Fané (re.) den Führungstreffer durch Joel Szillat kurz vor der Pause mustergültig vor. Foto: noveski.com

Giresse Fané: „Ich bin in meiner bisherigen Laufbahn vielen Trainern begegnet. Den größten Einfluss hatten allerdings mein vorheriger Trainer bei Norderstedt, Ralf Palapies, der uns wirklich bestmöglich auf den Herrenbereich vorbereitet und mir den Einstieg somit auch sehr erleichtert hat, und mein jetziger Trainer Mohet Wadhwa. ‚Mo‘ war der ausschlaggebende Grund, weshalb ich mich für den RSC entschieden habe. Seine Idee vom Fußball hat mich sehr beeindruckt und es macht viel Spaß, unter ihm zuspielen. Ich habe in den vergangenen Monaten sehr viel von ihm lernen dürfen, wie zum Beispiel, den ersten Gedanken umzusetzen. Das Vertrauen, das ich von ihm spüre, gibt mir mehr Selbstbewusstsein und spornt mich an, ihm das mit jeder Minute auf dem Feld zurückzuzahlen. Er ist ein hervorragender Trainer, der genau weiß, was er will und wie man das Maximum aus einem rausholt.“

Wie lautet deine persönliche Zielsetzung mit Rahlstedt und wo soll deine Reise noch hingehen?

Giresse Fané: „Die Saison ist noch sehr jung, doch ich finde, es ist klar zu erkennen, dass einiges möglich ist. Wenn wir uns auf uns selbst konzentrieren und Woche für Woche abliefern, bin ich mir sicher, dass wir am Ende des Tages stolz auf die Tabelle schauen können. Ich bin noch sehr jung und spiele mein erstes Herrenjahr. Natürlich hat man Träume und Ziele – doch mein Fokus liegt auf dem hier und jetzt und die Saison mit dem RSC. Wenn ich weiterhin auf dem Platz stehe und meine Leistungen bringe, werden mir in Zukunft sicherlich noch Türen offen stehen – und genau das ist mein Ansporn, in jedem Training und Spiel mein Bestes zu geben.“

Autor: Dennis Kormanjos

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