LOTTO-Pokal

Weiter dank „wahrem Gesicht“: MSV „aggressiv und willig“, SVCN „funktioniert nicht“

Musbau-Treffer beschert Meiendorf in Curslack einen 3:2-Erfolg

03. Oktober 2019, 06:26 Uhr

Jubel über den Sprung in die nächste Runde: Das kickende Personal des Meiendorfer SV. Foto: Both

Die Hoffnung währte kurz. Knappe zwei Minuten lang, dann stand fest: Der SV Curslack-Neuengamme sollte im LOTTO-Pokalspiel gegen den Meiendorfer SV nicht dafür belohnt werden, das die Truppe von Trainer Matthias Wulff im Duell der beiden Oberligisten einen 0:2-Rückstand umgebogen hatte. Denn Meiendorf hatte letztlich den berühmten einen Pfeil mehr im Köcher – und den feuerten die Schützlinge von Coach Baris Saglam auch ab: Yusuf Musbau war nach 79 Minuten derjenige, der nach einem Zuspiel von Theodoros Ganitis den 3:2-Siegtreffer für den MSV erzielte. 

Und entsprechend war die Laune auf Seiten der Gastgeber nach dem Pokal-Kick im Regen vor 94 Zuschauern in etwa so schlecht wie das Wetter. „Das ist nicht zu erklären und schon gar nicht zu rechtfertigen. Die gesamte Mannschaft hat nicht funktioniert. In einem K.O.-Spiel musst du über den Kampf und den Willen kommen – das ist uns nicht ansatzweise gelungen“, erklärte Matthias Wulff nach dem Spiel gegenüber „hafo.de.“ Eine Stunde lang, so der Curslack-Coach weiter, habe seine Elf „alles vermissen lassen, was man im Fußball braucht. Wenn man solche 60 Minuten abliefert, dann hat man es auch Nullkommanull verdient, in die nächste Runde einzuziehen.“

Wulff: „Dieses Jahr hätte man sehr weit kommen können...“

Blick auf den Ball: Meiendorfs Theodoros Ganitis (vo.), der hier von Jan-Hendrik Bannasch verfolgt wird. Foto: Both

Allenfalls die letzten 30 Minuten des Spiels seien aus Sicht der Hausherren „minimal positiv“ gewesen, konstatierte Wulff, „da war zumindest etwas Willen da.“ Und so fielen auch die beiden Treffer des SVCN bezeichnender Weise exakt in dieser Phase: Nachdem Sean Paul Vinberg (17.) den Gast früh in Führung brachte und Dylan Williams nach 53 Minuten sogar das 2:0 nachgelegt hatte, verkürzte zunächst Marco Schubring sehenswert aus 15 Metern (64.), dann egalisierte Jan-Hendrik Bannasch sogar (77.). Es roch kurzzeitig nach Verlängerung – bis dann schließlich nur 120 Sekunden später Yusuf Musbau zuschlug.

„Das Tor zum 1:2 bekommen nicht viele Spieler so hin. Das hatte eine ganz hohe Qualität“, schrieb Baris Saglam nach dem Match bei „hafo.de“ Curslacks Marco Schubring positive Worte ins Stammbuch, doch dafür konnten sich „Schubi“ und seine Teamkollegen letztlich nichts kaufen. „Das ist ein verdienter Sieg für Meiendorf“, befand SVCN-Coach Wulff und ergänzte in Bezug auf das Ausscheiden seiner Equipe: „Das ist sehr bitter, denn ich glaube, dieses Jahr hätte man sehr weit kommen können, da Dassendorf schon raus ist und viele andere Top-Clubs sich aufgrund der Auslosung gegenseitig rauswerfen. Wer weiß, wie weit es jetzt für Meiendorf noch gehen kann. Diesen Weg hätten wir natürlich gerne genommen!“

Saglam: „So wollen wir spielen – dazu brauchen wir manchmal noch etwas mehr Geduld“

Ein Umstand, um den auch Baris Saglam wusste – und sich bei „hafo.de“ dementsprehend freute: „Wir sind sehr glücklich, dass wir eine Runde weiter sind. Noch wichtiger ist mir allerdings, dass wir unser wahres Gesicht gezeigt haben. Wir haben einen sehr großen Kader, haben daher einige Spieler pausieren lassen und sind ganz bewusst in die Rotation rein“, gab Meiendorfs „Spiritus rector“ zu Protokoll. „Die ganze Mannschaft hat sehr gut gegen den Ball gearbeitet, aggressiv und willig. Wir sind sehr froh, dass wir ein anderes und besseres Gesicht als beim 0:2 in Rugenbergen gezeigt haben. So wollen wir spielen! Dazu brauchen wir manchmal noch etwas mehr Geduld mit den Jungs“, fügte der Meiendorfer Coach in seiner Spielanalyse hinzu.

Jan Knötzsch

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