07.02.2019

Weiß lobt Teutonia 05: „Nicht schlechter als der eine oder andere Regionalligist“

„Rothöschen“ schlagen T05 knapp - Weiß: „Eine indiskutable Leistung!“

HSV-U21-Coach Steffen Weiß sah einen starken Gegner und eine „indiskutable erste Halbzeit“ seiner Mannschaft. Foto: Kormanjos

„Ich war sehr positiv überrascht“, gestand Steffen Weiß, „das war ein wirklich guter Gegner“, hatte der Trainer des HSV II als Maßstab wohl noch die (Nicht-)Leistung des Niendorfer TSV (0:12) als Vergleich im Hinterkopf und dementsprechend überaus lobende Worte für den FC Teutonia 05 (alle Highlights im LIVE-Ticker) übrig. „Man hat gesehen, dass das eine ordentliche Truppe ist. Sie hatten gute Chancen, haben auch schnell gespielt, waren hinter dem Ball gut organisiert und auch mit dem Ball sah das ordentlich aus. Da sieht man schon Struktur“, sang Weiß ein wahres Loblied auf den Oberliga-Dritten.

Während der HSV-Nachwuchs bereits in der Regionalliga Nord zu Hause ist, will der FC Teutonia 05 – nachdem man im letzten Jahr in der Aufstiegsrunde scheiterte – in dieser Saison den Sprung schaffen. Ein Schritt, den Steffen Weiß dem Titze-Team zutraut: „Man merkt, dass sie Ambitionen nach oben haben. Ich glaube auch, wenn sie es wirklich schaffen sollten und sich in der Oberliga gegen die Konkurrenz wie Altona durchsetzen, dann werden sie personell sicher nochmal ein bisschen was tun“, erklärte er – und fügte an: „Teutonia ist nicht schlechter als der eine oder andere Regionalligist!“

„Die erste Halbzeit war absolut indiskutabel!“

Teutonias Neuerwerbung Ander Alday (re.) zeigte in einigen Situationen seine technische Finesse. Archivfoto: Marcus Sellhorn

So lobend sich Weiß über den Kontrahenten äußerte, so hart ging er nach dem knappen und etwas schmeichelhaften 1:0-Sieg im Test gegen die „Kreuzkirchler“ mit seinem Team ins Gericht: „Wir haben eine absolut indiskutable erste Halbzeit gespielt!“, startete der Coach der „Rothöschen“ sein Statement – und legte dann nach: „Es gab eine Mannschaftsbesprechung, in der man Dinge sagt, die man sich für das Spiel vornimmt und zudem die ganze Woche über trainiert hat. Deshalb war ich selbst ein bisschen geschockt, was mir erste Halbzeit begegnet ist - weil es so war, dass ich nichts davon gesehen habe. Ich habe auch bewusst darauf verzichtet, zu coachen. Denn die Spieler, die auf dem Platz waren und für sich einen Führungsanspruch haben, dafür hätten sorgen müssen, dass zumindest aus der Ordnung agiert wird. Die war aber nicht gegeben. Wir haben gegen den Ball vogelwild gespielt und fernab von dem, was wir besprochen haben.“

Al-Tamemy kann Traum-Angriff nicht krönen, Mohssen trifft zum Sieg

Foto: Kormanjos

Nicht einen einzigen Torabschluss brachte der Regionalliga-Zehnte in den ersten 45 Minuten zustande. Stattdessen zeigte der klassentiefere FCT, über welches spielerische Potenzial man verfügt. In der 23. Minute konnte Noor Al-Tamemy einen sensationellen Spielzug über Deran Toksöz (kam von Eintracht Norderstedt) und Nick Gutmann, der einen Doppelpass mit Ander Alday (Neffe von Barcelona-Coach Ernesto Valverde und im Winter aus Spanien an die Kreuzkirche gewechselt) spielte, nicht veredeln. Bennett Schauer verhinderte gerade so den Einschlag. Kurz vor der Pause war es dann Alday, der nach einem Toksöz-Pass etwas an Tempo verlor und unter Bedrängnis von Patrick Storb nur das Außennetz traf (43.). Zur zweiten Hälfte wechselte Teutonen-Trainer Sören Titze munter durch, brachte mehr oder minder die „zweite Garde“ – und so kam die nun etwas griffiger agierenden Hausherren besser auf. Nach Vorarbeit von Moritz-Broni Kwarteng erzielte Khaled Mohssen das Siegtor für die Weiß-Mannen (60.). Wenngleich Pascal Eggert fünf Minuten vor Ultimo den verdienten Ausgleich hätte besorgen müssen, als er nach Stafette über Furkan Aydin und Francky Sembolo bereits an Schauer vorbei war, aber nur den Pfosten traf.

Testspieler Sousa überzeugt - Titze: „Kann der Mannschaft nur ein Kompliment machen“

Erzielte das goldene Tor: Khaled Mohssen. Archivfoto: KBS-Picture.de

„Ich fand, dass wir über 90 Minuten richtig viele gute Ansätze hatten“, befand Titze. „Die erste Halbzeit war spielerisch etwas besser, weil wir da auch mehr Ballbesitzphasen hatten. Aber generell kannst du als Trainer nach so einem letzten Test vor dem Rückrundenstart sagen, dass alle richtig gut gearbeitet haben und das, was wir aus den Spielen davor angesprochen haben, auch gefruchtet hat und von vielen Jungs umgesetzt wurde. Für einen Test unter der Woche nach der Arbeit kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen. Das war eine gute Leistung“, bilanzierte er, um mit einem Schmunzeln anzufügen: „Aber auch heute sieht ein Trainer noch Sachen, die man besser machen kann.“ Apropos besser machen: „Wir hatten null Laufwege in die Tiefe, gar kein Tiefenspiel und viel zu viele Kontakte zwischen den Linien. Die Vorgaben wurden nicht erfüllt“, ärgerte sich Weiß derweil immer noch über das Auftreten im ersten Durchgang, meinte aber auch: „In der zweiten Halbzeit war es wesentlich besser. Fabian Gmeiner war ein belebendes Element und auch unser Probespieler hat das gut gemacht“, womit Weiß einen gewissen Travian Sousa (18) meinte, der aus den USA kommt, dort für Sacramento Republik FC spielt und sich derzeit für ein Engagement bei den Hamburgern empfehlen will.

„Locker-flockig?“ - „Das ist nicht der Fall!“

Abschließend gab Weiß zu Protokoll, dass Teutonia „eigentlich ein Unentschieden hätte holen müssen“. Ob’s auch an der Einstellung seiner Schützlinge lag? „Gegen Niendorf war das sehr, sehr deutlich. Oftmals verfallen solche jungen Spieler dann in das Muster, zu sagen: ‚Niendorf kommt aus der Oberliga, die haben wir mal eben mit 12:0 besiegt, also wird das auch heute locker-flockig laufen. Aber das ist nicht der Fall!“

Autor: Dennis Kormanjos

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