25.11.2018

Wedels Video wirkt nicht ganz: „Dasse“ zeigt seine Klasse

Tabellenführer tütet „Dreier“ in einem Kick ein, in dem es drei Elfmeter gibt

Maximilian Dittrich erzielte einen der drei Dassendorfer Treffer in Wedel. Foto: KBS-Picture.de

Danijel Suntic musste war nach dem Abpfiff des Auswärtsspiels der TuS Dassendorf beim Wedeler TSV (Hier gibt's das Match zum Nachlesen im Live-Tickererst einmal den Frotzeleien seiner Mitspieler ausgesetzt. Wie er es denn geschafft habe, gleich zwei Elfmeter in nur einer Minute zu verschulden? Suntic grinste. Es war ihm offenbar selbst etwas peinlich, dass er in der 76. und 77. Minute jeweils Wedels Enzo Simon im Strafraum zu Boden befördert hatte. Beide Male deutete Schiri Alexander Teuscher auf den Punkt – aber nur einmal war Wedel erfolgreich. Suntic konnte also nach dem Schlusspfiff ganz beruhigt den Worten lauschen, die Coach Elard Ostermann im Teamkreis an seine Spieler richtete.

Denn: Als Kjell Ellerbrock nach 78 Minuten Elfmeter Nummer zwei verwandelte – zuvor beim ersten Strafstoß Christian Dirksen an TuS-Torsteher Tobias Braun gescheitert –, da hatten die Dassendorfer ihrerseits den Ball bereits drei Mal im Netz des Gegners untergebracht und keinen Zweifel daran gelassen, wer am Ende den Rasen des Elbestadions als Sieger verlassen würde. „Wir haben uns schwer getan. Der Boden war nicht ganz optimal und der Gegner hat das gut gemacht. Wedel stand hinten sehr kompakt und hat aggressiv verteidigt. Das war nicht einfach für uns. Trotzdem ist es ein souveräner und verdienter Sieg“, analysierte TuS-Coach Elard Ostermann nach dem Match.

Ostermann: „Wedel stand kompakt und hat aggressiv verteidigt – das war nicht einfach für uns“

Mark Hinze (re.) bot gegen seinen Ex-Club eine ansprechende Leistung im TuS-Trikot. Foto: KBS-Picture.de

Der Trainer der Gäste, dessen Sommer-Nachfolger Jean-Pierre Richter die TuS heute offiziell bestätigte (hier geht’s zum Text mit allen Infos und Stimmen), hatte seine Elf auf einigen Positionen umgebaut. „Wir hatten mit Sven Möller und Mattia Maggio zwei Spieler, denen eine Gelbsperre drohte. Ich wollte nicht beide zur gleichen Zeit aufbieten. Eine Sperre kann man hinnehmen, beide zusammen wäre ein enormer Verlust an Qualität. Deswegen haben wir ein bisschen durchgetauscht“, erklärte Ostermann, der nach eigenem Bekunden im Gegentreffer einen Ansatz sah, um sich „etwas zu ärgern. Nachdem der erste Elfmeter gehalten wird, hofft man natürlich, dass es zu Null weitergeht. Aber dann folgte ja der nächste...“

Daniel Domingo übrigens hätte schon weit vor der 76. Minute den ersten „Penalty“ des Matches sehen wollen: Nach einem Foul an Christian Dirksen in der 38. Minute. „Ich will nicht über den Schiedsrichter maulen, aber wenn er den gibt, steht es vielleicht frühzeitig 1:0 für uns. Ich will nicht sagen, dass wir dann gewonnen hätten, aber vielleicht wäre das Spiel anders gelaufen und wir hätten vorzeitig den einen oder anderen Konter gehabt.“ So aber lief das Spiel, wie es lief – und Domingo ärgerte sich. „Der erste Elfer muss rein! Beim 0:1 ist Maximilian Walter zu passiv, beim 0:2 rückt Jorma Eggers zu weit rein“, kritisierte der Coach, fand aber im Großen und Ganzen trotz der Niederlage positive Worte: „Wir haben uns gegen so einen Gegner Chancen erarbeitet, was schwer ist. Ich finde, wir hätten das zweite Tor verdient gehabt. Dassendorf hat aber eben auch eine gewisse Qualität. Egal, von wo die aufs Tor schießen: Da brennt's!“

Domingo: „Wir müssen das positive Erlebnis mit ins Spiel gegen Sasel nehmen“

Augen zu und durch: Wedels Marcel Uitz (re.) im Duell mit Muizz Saqib. Foto: KBS-Picture.de

Seine Elf müsse nun, so Wedels Übungsleiter, „das positive Erlebnis von heute mit ins nächste Spiel gegen Sasel mitnehmen. Es kann sein, dass wir dort einen Punkt holen, wenn wir so auftreten wie gegen Dassendorf. Ich bin stolz auf die Truppe. Sie hat alles umgesetzt, letztlich hat uns vorne das Glück gefehlt.“ Vor dem Spiel hatte Domingo übrigens auf einen besonderen Effekt gesetzt: „In so einem Spiel hast du nichts zu verlieren. Mich als Fußballer hätte ein Trainer nicht besonders motivieren müssen. Eigentlich musst du in solchen Spielen von allein laufen“, erklärte er  und verriet dann, wie er „Leidenschaft, Wille und Feuer“ in sein Team bekommen hatte: „Es war eine emotionale Ansprache vor dem Spiel. Ich bin zwei Minuten lang laut geworden und hab' den Jungs ein Motivations-Video gezeigt, dessen Tenor war: Gib dein Bestes!“

Zumindest, was den Auftritt anging, wirkte es. Was das Ergebnis angeht, nicht. „Gegen große Gegner wie Dasendorf, BU oder Cordi liefern wir gute Spiele, gegen andere nicht. Wenn wir in der vergangenen Woche gegen Curslack-Neuengamme so gespielt hätten wie heute, dann wäre diese Partie anders ausgegangen“, konstatierte der Coach der Wedeler im Anschluss an das Spiel gegen den Tabellenführer und wagte am Ende noch einmal den Ausblick auf das kommende Wochenende, wenn mit dem TSV Sasel eben wieder ein Team von oben als Kontrahent auf seine Equipe wartet: „Ich glaube, dass wir es diesmal auch ohne Video schaffen, etwas zu holen...“

Jan Knötzsch 

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