21.12.2018

Wechselspiele beim HFC Falke

Weltmeister, Rückkehrer, Leihspieler und ein „Eins-gegen-Eins-Monster“ kommen

Begeisterung über seine Rückkehr: Timo Wedler (oben) ist zurück beim HFC Falke. Foto: Timelash

Am letzten Spieltag vor der Winterpause bekamen die Aufstiegshoffnungen einen herben Dämpfer. Der HFC Falke unterlag beim Kellerkind FC Alsterbrüder mit 1:5 – die Tabellenführung, die seit dem 7. Spieltag Bestand hatte, war futsch! „Das ist ad acta gelegt und wurde in den alljährlichen Feedback-Gesprächen aufgearbeitet. Jetzt blicken wir schon wieder voraus auf eine konzentrierte Vorbereitung und sind heiß auf elf Endspiele“, verrät Trainer Dirk Hellmann. Neu ordnen heißt es in der fußballlosen Zeit. Der Club gab jetzt bereits einige Kaderveränderungen zur Rückserie bekannt, neben drei festen Abgängen können vier Neue präsentiert werden.

Bereits seit Längerem standen zum Winter einige Abgänge fest. Tobias Leuthold wandert berufsbedingt nach Brasilien aus und wird dort an einer deutschen Schule als Lehrer arbeiten. „Wir drücken Tobi für seinen neuen Lebensabschnitt die Daumen. Er hat in den zwei Jahren, in denen er hier war, die fußballerische Entwicklung von Falke mit geprägt“, so Coach Hellmann zu seinem scheidenden Offensivspieler, der mit seinem Treffer im Kreisliga-Saisonfinale 16/17 gegen Altona 93 II Falke-Geschichte schrieb.
Ebenfalls nicht mehr zum Kader gehören Timo Mäkelmann, der auf Grund einer Knorpelverletzung im Sprunggelenk seine Fußballkarriere beenden muss, und Sommerneuzugang Marvin Mathey, den es zum SUS Waldenau verschlägt. „Marvin war berufsbedingt sehr eingespannt und ist deshalb nie wirklich angekommen. Für Timo tut es mir unendlich leid. Er hat eine solch tolle Fußballkarriere gehabt und wollte hier noch einmal einen krönenden Abschluss haben und mithelfen, dass wir unsere Ziele erreichen. Ich hoffe, dass er uns in einer anderen Form erhalten bleibt“, wünscht sich Hellmann.

Leon Packheiser auch in der Rückserie ein Falke

Einer der Shootingstars der Bezirksliga-Hinrunde war HFC-Akteur Leon Packheiser. Der Bruder von Neuzugang Bennet Packheiser erzielte in 14 Einsätzen zwölf Tore und bereitete vier weitere vor – als defensiver Mittefeldspieler wohlgemerkt. Der Rechtsfuß studiert in Köln Sportmanagement und war für ein Praktikum in seiner Heimatstadt. „Er geht zurück nach Köln und setzt sein Studium fort, das ist richtig“, so Hellmann, der aber anfügt: „Wir sind aber froh, dass er uns auch in einigen Spielen der Rückserie zur Verfügung stehen wird. Er wird in Köln bei einem Verein trainieren und dann an einigen Wochenende zu uns stoßen.“ Angesprochen auf die Brisanz einen Spieler einzusetzen, der nicht mit der Mannschaft trainiert, entgegnet der Trainer gelassen: „Das kann man mit Sicherheit nicht mit jedem Spieler machen, auch nicht mit jedem seiner Qualität, aber Leon als Typ war ein Volltreffer für die Truppe und die Mannschaft geht das voll mit. Wie wir ihn dann am Ende wertvoll für die Truppe und unsere Zielsetzung einsetzen, sehen wir in der Rückserie.“

„Auf Grund der Abgänge und der Verletzungen müssen wir reagieren!“

Pascal Hermanns war bereits in den letzten Spielen der Hinrunde erfolgreich für die Liga-Mannschaft des HFC. Foto: Verein

Abgänge auf der einen Seite, Verletzungen auf der anderen. „Der langfristige Ausfall von Keven Herrmann (Totalschaden im Knie, Anm. d. Red.) hat uns brutal getroffen, dazu ist Sven Weißner seit dem Lohbrügge-Pokalspiel mit einer Knieverletzung ausgefallen. Nicht zu vergessen im Übrigen, dass uns mit Hagen Bastian bereits im letzten Spiel der vorangegangen Saison ein wichtiger Baustein mit Kreuzbandriss weggebrochen ist“, erläutert Hellmann. Hinzu kämen einige Jungs, die auf Grund von weiteren Verletzungen wenig Einsatzzeit hatten. Zu nennen sind da sicherlich Namen wie Lühr, Bräuer, Ernst, Voß oder Litrico.

Entsprechend reagierte Falke bereits vor der Winterpause und beorderte Pascal Hermanns sowie Top-Torjäger Timo Riemer in den Liga-Kader. „Beide haben absolut die Qualitäten, die uns weiterhelfen. Das hat man in den Spielen bereits gesehen und sehen wir in jeder Trainingseinheit.“

Allerdings kann Falke auch externe Neuzugänge präsentieren. Mit Sebastian Gonzales kommt ein offensiver Außenbahnspieler vom Oberligisten TuS Osdorf. „Gonzo“ kam nur auf sechs Kurzeinsätze in der Hinserie und wolle nun beim Ziel Aufstieg mit anpacken und eine tragende Rolle spielen, berichtet Hellmann. „Wichtig für ihn wird sein, in der Vorbereitung Spielfitness aufzubauen und sich schnell Erfolgserlebnisse zu erarbeiten.“ Der 23-Jährige kommt auf „Leihbasis“ vom Blomkamp.

Ebenfalls für die Offensivabteilung ist Shahin Taheri (zuletzt bei der abgemeldeten Ligamannschaft von Germania Schnelsen). Der 20-Jährige beeindruckte das Trainerteam in einer Trainingswoche immens: „Er bringt Qualitäten mit, die wir nicht so ausgeprägt haben im unseren Offensivspiel – spätestens nachdem uns Keven weggebrochen ist. Shahin denkt einfach offensiv, ist ein gnadenloses Eins-gegen-Eins-Monster. Seine Geschwindigkeit und Beweglichkeit stellt Gegenspieler vor große Herausforderungen“, freut sich Hellmann auf ein weiteres Element im Spiel.

Ein Weltmeister und ein Rückkehrer

Falkes Trainerteam Hellmann/Semtner freuen sich auf die Wintervorbereitung und haben das Ziel Aufstieg weiter im Blick. Foto: KBS-Picture.de

Neuzugang Nummer drei ist Finn Hanke. Hanke ist variabel in der Defensive, vornehmlich aber auf der Sechserposition, einsetzbar. Kurios: Ende September holte der Rechtsfuß mit der deutschen Kleinfeld-Nationalmannschaft den Weltmeister-Titel in Lissabon und stößt somit hochdekoriert zum Falkennest. Bis zum Sommer kickte er in der Verbandsliga Schleswig-Holstein beim SVE Comet Kiel. Hellmann: „Wir freuen uns, dass sich Finn trotz anderer Offerten für uns entschieden. Er kann einem Spiel Struktur und Ordnung geben, ist ein unheimlich feiner Fußballer mit sehr sauberem Passspiel.“

Der vierte Neue im Bunde ist eigentlich ein Mann der ersten Stunde: Timo Wedler. Der ehemalige Co-Captain verließ aus privaten Gründen den Verein im letzten Winter und wechselte zum Niendorfer TSV III. „Mir hat einfach etwas gefehlt und Falke war Sportlich einfach eine unglaublich schöne Zeit“, freut sich der Außenverteidiger auf die Rückkehr. „Als Timo an uns herangetreten ist, waren wir sofort begeistert“, so Hellmann, der keine lange Eingewöhnungszeit beim Rechtsfuß erwartet.
Obmann Nils Kuntze-Braack fügt zudem an: „Wir freuen uns sehr, dass Timo nach einen Jahr Abstinenz zurück zum HFC kommt, schließlich ist er ein Spieler, der seit dem ersten Probetraining unser Trikot trug und mit Leib und Seele den HFC verkörpert hat. Über seine Qualitäten sind wir uns alle bewusst, deshalb ist die Rückkehr vom Niendorfer TSV III, wo er bis zum Sommer kickte, eine große Freude für uns alle.“

Kaderplanung für die Rückserie abgeschlossen? „Warten wir mal ab. Es gibt bei uns im Kader auch noch das eine oder andere Fragezeichen aus unterschiedlichsten Gründen – sei es gesundheitlich oder beruflich. Wir haben auch ein paar Merkmale identifiziert, die unserem Spiel in manchen Phasen fehlen. Entsprechend schauen wir mal, was und ob wir noch etwas machen“, will sich Manager Christopher Dobirr nicht allzu tief in die Karten schauen lassen. Was steht ist weiterhin die Zielsetzung: „Wir haben alles in der eigenen Hand und empfangen alle drei Spitzenmannschaften bei uns zu Hause. Wir wollen in die Landesliga aufsteigen!“

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