31.07.2018

Von Fußballgöttern, Abschieden und Comebacks

„Wie ein Spitzenteam“: AFC-U23 schenkt Coach Knispel seinen Abschieds-Sieg

Erfolgreicher Saisonauftakt für die AFC-U23 beim Abschied von Coach Heiko Knispel und Debüt von Jakob Sachs. Foto: Björn Meyer

Schon von den Vorzeichen her konnte es zum Auftakt der Bezirksliga Süd an der Adolf-Jäger-Kampfbahn eigentlich nur einen Sieger geben. Zu viel hatte den AFC bereits zum Sieg verpflichtet: der gewohnt starke Support der Fans, das vehemente Engagement, die eigentlich schon auf die grandbelegte OKW-Arena verlegte Partie, doch im Stadion zu spielen, das Mitwirken des „Fußballgotts“ und natürlich der Abschied von Trainer Heiko Knispel, der sein Fachwissen in Zukunft an den Nachwuchs von Hannover 96 weitergeben wird.

Ehrensache, dass sein noch-Team gegen den FC Bingöl gleich auf Sieg spielte und sich mit fixem Flügelspiel gute Chancen erarbeitete. So hatte der anfangs forsch auftrumpfende Taufeeq Fousseni über links die frühe Gelegenheit zum 1:0, die Bingöl-Schlussmann Ramazan Gün jedoch per Fußabwehr vereitelte (5.). Als Vorbereiter lief es dann erfolgreicher für den Außenverteidiger, passte seine flache Hereingabe ideal zu einem Gedicht von Angriff über die Stationen Brinkmann, Schmidt, eben Fousseni und den eiskalt abschließenden Jakob Sachs, der für den Altonaer Anhang unlängst eine Gottheit verkörpert.

Der Altonaer „Fußballgott“, Jakob Sachs, glänzte als Doppeltorschütze und Vorbereiter. Foto: KBS-Picture.de

In der Folge ging die spielerische Leichtigkeit dem Kapitän und seinem jungen Team allerdings etwas ab. Gut für den FC Bingöl, dessen aus höheren Amateurklassen bekannter Kim Schultze die gastgebende Defensive mit technischer Klasse und gefährlichen Abschlüssen gleich mehrfach in Bedrängnis brachte. Erneut über ein Tor freuen durfte sich aber Jakob Sachs, der erst Kapitän Can Siga die Kugel abluchste, um sie dann fußfein für den herangeeilten Johannes Asbahr zu servieren – 2:0 (38.)! Mit einem Bauchklatscher der Marke „Nasser Sack“ konterte der allerdings auch etwas erwischte Schultze wenig später im Strafraum und sicherte sich somit einen Scorerpunkt für Can Sigas verkürzendes Strafstoßtor.

Nicht komplett unverdient wäre es nach dem Wiederbeginn gar gewesen, wenn der mittlerweile engagiertere FC Bingöl trotz des früh verletzt ausgeschiedenen Hakan Selvi (umgeknickt, 19.) gar noch nachgelegt hätte. Doch wer vorne nicht die nötige Durchschlagskraft aufbringen kann, muss hinten eben mit der Bestrafung rechnen, die Philip Stasch in diesem Fall eiskalt im Konter aus einem eigenen Offensiv-Freistoß vollstreckte (65.). „Genauso macht es halt ein echtes Spitzenteam!“, frohlockte Jasper Brinkmann, der aus seiner Viererkette heraus spätestens nach Jesto Ralfs wachem 4:1-Abstaubertor (80.) einen sportlich geruhsamen Rest-Abend erwartet hatte.

Tastet sich nach ewig langer Verletzungspause wieder heran: Malik Issahaku. Foto: KBS-Picture.de

Hätte dieser widerspenstige FCB nur nicht entdeckt, dass Schlussmann Anton Matthäi durchaus mit einer gewissen Nervosität zu kämpfen hatte. Rojhat Aba schlug daraus Kapital und grätschte einen fallen gelassenen Diagonalball doch noch über die Linie (88.). Vor 51 zahlenden Zuschauern lenkte der „Fußballgott“ höchst persönlich schnell wieder davon ab, als Sachs einen diagonalen Ralf-Ball als perfekte Einladung für den 5:2-Endstand aus spitzem Winkel verstand. Da half auch Kayhan Uraks Rettungsversuch auf der Linie nichts mehr. Kein Wunder also, dass die Stimmung beim Saison-Angrillen und Knispel-Abschied, auch gemeinsam mit treuen Anhänger-/innen des Teams, anschließend entsprechend fröhlich war.

Durch das Pokal-Aus in Runde eins beim Harburger TB II hat Torben Kleindienst, der nun alle Traineraufgaben rund um die AFC-U23 fest in der Hand hält, eine Woche lang Zeit, seine juvenile Elf auf das erste kleine Spitzenspiel beim ebenfalls gewinnenden FTSV Altenwerder (4:1 bei Vorwärts Ost) vorzubereiten. Vielleicht mischt dabei neben Sachs auch wieder der regionalligaerfahrene Malik Issahaku mit. Heuer kehrte der baumlange 26-Jährige nach langer Verletzungszeit immerhin schon wieder für 24 Minuten im zentralen Mittelfeld auf den grünen Rasen zurück: „Ein geiles Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen!“


Björn Meyer

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