18.03.2019

Vicky II siegt dank Systemumstellung

„Wir wussten, was auf uns zukommt"

Philipp Wolpers (re.) traf zum zwischenzeitlichen 0:2 Foto: Bode

Im Duell der Zweitvertretungen zwischen dem SC Condor und Victoria Hamburg setzten sich die Gäste mit 3:1 durch. Während der SCC weiter tief im Abstiegskampf steckt, bleibt Vicky dem ETV und HFC Falke im Aufstiegsrennen auf den Fersen. 

Die erste Halbzeit ähnelte einer Schachpartie auf Kunstrasen. Condor stand tief und ließ wenig zu, Victoria konnte mit der Vielzahl an Ballbesitz wenig anfangen. In den Strafräumen herrschte gähnende Leere. Die einzig nennenswerte Aktion hatten die Hausherren — Nick Schieweg scheiterte aber mit seinem Schussversuch knapp. Condor-Coach Denis Friedrich war mit den ersten 45 Minuten seiner Mannschaft zufrieden: „In der ersten Halbzeit haben wir gut gestanden und keine wirkliche Torchance zugelassen. Dazu hatten wir einige Kontersituationen, die wir allerdings nicht konsequent ausspielen." 


Nach dem Pausentee ein verändertes Bild: Vicky drückte mit Wiederanpfiff auf die Führung. In der 48. Spielminute war es dann soweit: Ein tiefer Ball auf Michele Krüger hinter die Kette hebelte Condors Defensive aus. Vickys Nummer neun blieb cool und lupfte den Ball über Jonas Köhler zum 0:1 in die Maschen. „Ausgerechnet so ein langer Ball führt dann direkt zum Gegentor, sich dann mit wenig Selbstvertrauen da wieder rauszuziehen, ist natürlich nicht so einfach“, analysierte Friedrich im Nachgang der Partie. 

"Individuelle Fehler" kosten Condor Punkte

Hamid Derakhshan führte seine Mannschaft durch clevere Umstellungen zum Sieg Foto: Knötzsch

Die nächsten Minuten gehörten durchweg den Gästen, die „Raubvögel“ fanden in dieser Phase kein Mittel mehr. Ein Doppelschlag von Wolpers und Newiger sorgte nach 68 Minuten für die vermeintliche Vorentscheidung. Friedrich: „Wir standen nach dem ersten Gegentor nicht mehr kompakt genug und haben Vicky die Räume überlassen. Das haben sie dann clever ausgespielt. Insgesamt hatten wir auch viel zu viele individuelle Fehler in unserem Spiel.“ 


Victoria schraubte jetzt einen Gang zurück und ließ den SCC nochmal ins Spiel kommen. Condors Mamadou Diallo tauchte im Anschluss am Strafraum der Gäste auf — sein wuchtiger Rechtsschuss fand per Innenpfosten den Weg ins Tor (77.). Plötzlich spielte auch Condor wieder Fußball: Zunächst verschenkte Diallo eine mehr als aussichtsreiche Schussposition, ehe Kim Kubik freistehend scheiterte. Die Schlussoffensive kam zu spät, unterm Strich ging der Auswärtssieg absolut in Ordnung. „Was uns momentan fehlt, ist, dass die ganze Truppe über 90 Minuten defensiv konzentriert arbeitet. Wir kassieren zu viele Gegentore. Die Chancen, die wir dann noch bekommen haben, konnten wir ebenfalls nicht nutzen. Es war definitiv mehr drin, als eine 1:3-Niederlage, denn Vicky war keine Übermannschaft“, zeigte sich Friedrich enttäuscht.

Friedrich findets „eklig aber auch geil"

Vickys Trainer Hamid Derakhshan war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel zufrieden, adelte aber auch gleichzeitig den Gegner: „Condor war der erwartet schwere Gegner, wir wussten was auf uns zukommt. In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme ihre Defensive zu knacken. Nach der Pause haben wir das System umgestellt und zwei Einwechslungen vorgenommen. Dadurch hatten wir sofort mehr Durchschlagskraft in der Offensive und haben dann auch die Tore geschossen. Der Gegner hat in der letzten Viertelstunde nochmal Druck ausgeübt, wir standen aber insgesamt sicher und haben wenig zugelassen. Condor ist für mich eine Mannschaft, die zu Unrecht im Abstiegskampf steckt. Die Jungs haben in der Defensive eine gute Idee und können schnell umschalten. Aber wir haben aufgrund der zweiten Halbzeit meiner Meinung nach verdient gewonnen. Wir haben die Systemumstellung hervororragend angenommen. An die Leistung in der zweiten Halbzeit wollen wir gegen BU anknüpfen." 


Für Denis Friedrich und den SC Condor geht es am kommenden Spieltag zum direkten Konkurrenten: „Mit Sperber haben wir ein Duell gegen eine Mannschaft, die ebenfalls unten drin steht. Freitagabend auf Rasen ist immer irgendwie eklig, aber auch geil als Spieler. Wir werden versuchen, dort defensiv kompakter zu stehen und offensiv unsere Nadelstiche besser nutzen zu können.“ 

Autor: Philipp Hinze

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