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Verwirrende Klarheit: Vize-Meister der Landesliga 1 steigt auf – Hamm in Not!

16. Mai 2022, 13:53 Uhr

Foto: HFV

Am 27. April wurde Frank Flatau, Spielausschussvorsitzender des Hamburger Fußball-Verbandes, in einem Artikel beim „Hamburger Abendblatt“ zur Aufstiegsfrage noch wie folgt zitiert: „Wenn der Niendorfer TSV II den Titel in der Landesliga 1 holt, kann der nach der Quotientenregelung beste Zweite aus den drei Landesliga-Staffeln aufsteigen. Aber nur, wenn in der Oberliga Hamburg noch ein Platz frei ist. Ein Aufstiegsrecht so wie die Meister besitzt ein Zweitplatzierter nicht.“

Doch nun gibt’s die Rolle rückwärts! Eine Rolle, die noch massive Auswirkungen auf die Auf- und Abstiegsfrage in der Oberliga haben könnte. Denn: In einer Pressemitteilung sorgt der HFV mit einer „Klarstellung Aufstiegsmodalitäten von der Landesliga in die Oberliga“ für Verwirrung. „Nach einigen Unklarheiten in der letzten Woche stellt der Spielausschuss des HFV klar: In dem am 27.07.2021 veröffentlichten Auf- und Abstiegsmodus für die Saison 2021/22 (*) steht zur Landesliga: Aufstieg: Die jeweiligen Meister der Landesliga-Staffeln steigen in die Oberliga Hamburg auf (drei Regelaufsteiger). Anrecht auf weitere, in der Oberliga freiwerdende Plätze haben gem. § 20 Abs. 3 SpO die Tabellenzweiten der Landesligen entsprechend der Quotientenregelung (siehe 3.4.0 DBest.). Verzichtet eine Mannschaft auf ihr Aufstiegsrecht, qualifiziert sich die entsprechende nächstplatzierte Mannschaft und steigt in die Oberliga auf.“

"Die zweitplatzierte Mannschaft aus der Landesliga 1 steigt als Regelaufsteiger in die Oberliga auf"

Durch den 5:2-Sieg in Tornesch und die 1:4-Niederlage von Lohbrügge in Rugenbergen feierte Hamm United am Freitag noch den vermeintlichen Klassenerhalt. Zu früh? Foto: noveski.com

In einem Statement von Seiten des Verbandes heißt es weiter: „Niendorf II verzichtet zwar nicht auf den Aufstieg in die Oberliga, darf dort aber wegen der Regelung in § 16 Abs. 1 SpO nicht spielen, weil bereits die 1. Herrenmannschaft von Niendorf in der Oberliga aktiv ist. Führt ein freiwilliger Verzicht aber bereits dazu, dass die nächstplatzierte Mannschaft aufsteigt, muss dies erst Recht für den Fall gelten, wenn eine Mannschaft aufgrund von Regelungen in der Spielordnung nicht aufsteigen darf. Für den Fall, dass Niendorf II Meister der Landesliga 1 wird, folgt daher, dass die zweitplatzierte Mannschaft aus der Landesliga 1 als Regelaufsteiger in die Oberliga aufsteigt.“ 


(*)Auf- und Abstiegsregelung der Herren, Frauen, Junioren, Alten Herren, Senioren und Super-Senioren für das Spieljahr 2021/2022 - Hamburg Fußball-Verband e.V. (hfv.de)

Hamm in Not - TuRa Harksheide vor Aufstieg

Das „für den Fall, dass Niendorf II Meister wird“, kann man bereits getrost streichen. Die U23 der „Sachsenwegler“ machte bereits am vergangenen Donnerstag die Meisterschaft perfekt. Heißt: TuRa Harksheide, aktuell Zweiter der Staffel, profitiert vom Nichtantritt von Inter Eidelstedt bei HR und würde aktuell das Rennen machen.

Für die Oberliga würde das bedeuten, wenn der HFV, wie angekündigt, in der kommenden Oberliga-Saison zu einer Staffelstärke von 18 Mannschaften zurückkehren wird, dass der Hamm United FC – am Freitagabend noch Triumphator im Fernduell mit dem VfL Lohbrügge – ebenfalls akut abstiegsgefährdet ist. Die „Geächteten“ würden den Rechnungen nach nur im Hamburger Oberhaus bleiben, wenn der FC St. Pauli II die Klasse in der Regionalliga hält (nach einem 3:0-Sieg beim LSK stehen die Chancen sehr gut) und Concordia Hamburg die Aufstiegsrunde zur Regionalliga erfolgreich absolvieren wird. Ob die Verantwortlichen im Hammer Park das so einfach hinnehmen werden, dass nach dem letzten Oberliga-Spieltag für Klarheit gesorgt wird, wie denn nun mit der Aufstiegsfrage verfahren wird?

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