Türkiye-Neuzugänge – Abgebende Clubs wissen von nichts!

„Es ist eine Frechheit“

13. Januar 2015, 16:00 Uhr

Kosovas Vasco Zawada droht aufgrund des Theaters eine halbjährige Spielpause. Foto: noveski.com!

Mit Lamin Jawla (SC Condor), Vasco Zawada (Klub Kosova), Serhat Cayir (Dersimspor), Abdessamad Erbibi (SV Eidelstedt) sowie Jeton Arifi (vereinslos) vermeldete der FC Türkiye gleich fünf Neuzugänge. Komisch nur, dass keiner der Clubs und in Arifis Fall auch der Spieler von einer Einigung nichts wissen wollen – geschweige denn überhaupt von Gesprächen mit dem Hansa-Primus. „Es ist schlichtweg eine Frechheit, was Türkiye da macht“, sagt etwa Kosova-Manager Arton Mazrekaj.

Dersim vermeldet Serhat Cayir zwar als Abgang - aber mit Vermerk "Ziel unbekannt". Foto: noveski.com!

Und auch Serdar Gümüs, Liga-Obmann von Dersimspor, beklagt die Vorgehensweise der Wilhelmsburger: „Bis zum Sonntag hat sich keiner bei mir gemeldet. Bei den Harburger Hallenmeisterschaften, wo ich zufällig vor Ort war, kam dann ein Verantwortlicher von Türkiye auf mich zu und meinte: er wolle sich gerne mit mir unterhalten. Das war purer Zufall! Ansonsten wäre auch bis zum heutigen Tag noch niemand an mich herangetreten.“ Im Fall von Vasco Zawada geht Mazrekaj auch von keiner Einigung mehr aus: „Jeder Spieler, der Eins und Eins zusammenzählen kann, muss sich doch Gedanken machen, ob man da hingeht. Die Vorgehensweise ist eine Katastrophe! So, wie das abgelaufen ist, wird Vasco ein halbes Jahr lang kein Spiel machen.“

„Sie kriegen es nicht hin, einen Verein vernünftig zu führen“

In Cayirs Fall zeigt sich Gümüs trotz der vielen Missstände gutmütig: „Ich bin kein Mensch, der einen Spieler sperrt. Ich möchte immer, dass die Jungs spielen. Serhat ist auf mich zugekommen und hat mir gesagt, dass er gerne wechseln würde – aber das ist nicht seine Aufgabe, sondern die des Vereins, der ihn haben will. Eines ist aber klar: wir werden den Spieler nach den Vorkommnissen nicht mehr einfach so her schenken.“ Für das Verhalten des FCT findet Gümüs hingegen deutliche Worte: „Man kommt sich schlichtweg verarscht vor! So ein Miteinander gehört sich einfach nicht. Ich kann es einfach nicht verstehen, denn Türkiye ist Tabellenführer, hat hohe Ambitionen, eine tolle Anlage und vieles mehr. Aber sie kriegen es einfach nicht hin, einen Verein vernünftig zu führen.“

Der Spieler hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, sagt Jogi Meyer. Auch die Zukunft von Abdessamad Erbibi scheint aber noch nicht endgültig geklärt. Foto: noveski.com!

Und auch beim SC Condor erfuhr man erst aus der Presse vom Abgang Lamin Jawlas. Inzwischen gibt es aber Kontakt, wie uns Manager Matthias Bub verrät. Anders verhält sich die Situation beim SV Eidelstedt und Abdessamad Erbibi. „Bis zum gestrigen Abend hat sich noch keiner vom FC Türkiye bei uns gemeldet, ob sich daran über Nacht etwas geändert hat, glaube ich eher nicht. So ein Verhalten geht einfach nicht“, sagt SVE-Coach Jogi Meyer, nimmt den Spieler aber gleichzeitig aus der Schusslinie: „Abdessamad Erbibi war immer fair zu uns und hat uns mitgeteilt, dass er gerne wechseln würde, da er einen Ausbildungsplatz in der Gegend gefunden hat. Da stand für mich überhaupt nicht zur Debatte, ihm auch die Freigabe zu erteilen. Sollte sich aber herausstellen, dass es sich dabei nur um einen vorgeschobenen Grund des Vereins handelt, der ihn damit geködert hat, würden wir sicher anders reagieren. Aber dem Spieler wünsche ich alles Gute – er könnte jederzeit zu uns zurückkehren.“

Kommentieren