Trainer-Hammer: Fürstenberg kein TuRa-Trainer mehr!

Langjähriger Coach tritt von seinem Amt zurück

01. September 2017, 23:20 Uhr

Marcus Fürstenberg ist kein Trainer mehr bei TuRa Harksheide. Archivbild: noveski.com

Nach der 0:4-Niederlage gegen den FC Union Tornesch platzte am Exerzierplatz die Trainer-Bombe bei TuRa Harksheide: Denn nach unseren Informationen ist Marcus Fürstenberg mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten! Der ehemalige Coach des Bramfelder SV, der TuRa im Sommer 2011 noch in der Bezirksliga übernahm, ist mit den Norderstedtern gerade in seine siebte Saison gegangen. Doch nun ist schon nach dem sechsten Spieltag Schluss!

"Ich habe diesen Slogan '101 % TuRa' mit erfunden, bin TuRaner durch und durch, habe diesen Verein tagtäglich gelebt - und man kann sich vorstellen, dass etwas vorgefallen sein muss, wenn ich diesen Klub nach so vielen Jahren verlasse", lässt uns Marcus Fürstenberg zu ganz später Stunde wissen und nimmt sich - im Gegensatz zu den Verantwortlichen des Vereins - die Zeit für Nachfragen zu seinem überraschenden Aus beim Hammonia-Landesligisten. Allerdings betont er gleichzeitig: "Auch wenn ich ein Typ bin, der aneckt: Ich bin immer geradeaus - aber keiner, der öffentlich nachkartet." 


Ins Detail möchte "Fürste" nicht gehen. Nur so viel. "Es sind Sachen vorgefallen, die ich nicht akzeptieren kann!" Wie uns von externer Seite zugetragen wurde, soll es am Donnerstagabend zu einem Zusammentreffen am Exerzierplatz gekommen sein, wo unter anderem auch die Zukunft des Trainers ein Thema war. "Wir sitzen vor jedem Heimspiel am Donnerstagabend zusammen...", will Fürstenberg nicht näher auf das Geschehene eingehen. Allerdings bestätigt er: "Bei dieser Besprechung sind Sachen vorgefallen, die ich nach so vielen Jahren nicht akzeptieren konnte! Ich bin keine 20 mehr - und nach dem, was passiert ist, habe ich nochmal eine Nacht drüber geschlafen. Am Freitagmorgen ist dann die Entscheidung gefallen, ohne dass irgendjemand im Verein davon wusste. Ich wollte TuRa schließlich nicht schaden!" Auch die Mannschaft wusste von nichts. "Die Niederlage hat überhaupt nichts damit zu tun. Heute war es wirklich das erste Mal in dieser Saison so, dass wir richtig schlecht gespielt und Tornesch total in die Karten gespielt haben. Allerdings lässt unsere Personalsituation momentan auch nicht viel mehr zu."

Erst kurz vor Schluss informierte Fürstenberg seinen Co-Trainer Sidnei Marschall über seinen Entschluss. Dieser reagierte auch etwas perplex. "Sid ist ein toller Co-Trainer und ein richtig guter Kerl. Ich bin kein Typ, der die Brocken einfach so hinschmeißt, aber dieser Schritt war alternativlos." Mit dem sportlichen Abschneiden hatte die Entscheidung des Übungsleiters also rein gar nichts zu tun. Vielmehr sollen unseren Informationen zu Folge auch Dissonanzen mit dem neuen Liga-Obmann Philipp Penkwitt zu diesem Schritt geführt haben. Obwohl noch ganz frisch, blickt Fürstenberg nicht im Groll zurück. "Natürlich hätte ich mich gerne mit einem Sieg verabschiedet. Aber ich habe in all den Jahren viele tolle Menschen - wie Andreas und Matze Irmisch oder auch Bernd Meier - und eine Menge gute Fußballer kennengelernt. Der Sport hat sich in den letzten Jahren verändert - auch was die Loyalität angeht. Aber in dieser Saison haben wir wirklich eine super Truppe zusammen. Eine tolle Mannschaft, mit tollen Jungs, guten Fußballern - und vor allem eine Mannschaft mit einem mega Charakter. Fast schon zu lieb. Ich wünsche den Jungs wirklich alles Gute!"

Der Schritt sei ihm "ganz, ganz schwer gefallen", wie er sagt, aber er war unumstößlich. Seine Zeit bei TuRa Harksheide will er dennoch in guter Erinnerung behalten - auch wenn aktuell noch die Enttäuschung über gewisse Sachen vorherrsche. "Wenn ich etwas mache, dann mache ich es voll und ganz. Ich bin nicht der Angenehmste, aber ich will den nächsten Step machen und eben nicht auf der Stelle treten. Ich behaupte, von mir sagen zu können, dass ich ein sehr gewissenhafter Trainer bin. Ich mache das jetzt seitdem ich 16 bin. In 26 Jahren habe ich drei Pflichtspiele verpasst. Als ich angefangen habe, waren wir in der Bezirksliga in der Fairplay-Tabelle ganz weit unten und hatten nicht einen Spieler aus der eigenen Jugend im Team. All das hat sich komplett geändert - und wir haben uns in guten Tabellenregionen der Landesliga etabliert", blickt der 43-Jährige nicht in Trauer auf das verpasste Ziel von der Oberliga zurück, sondern betont nochmal: "Wenn man solch ein Ziel erreichen will, dann muss man sich den Arsch aufreißen und auch mit der Zeit gehen", womit der nun Ex-Coach auch die finanziellen Möglichkeiten meint. Wie es nun am Exerzierplatz weitergeht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen...

Autor: Dennis Kormanjos

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