02.12.2018

„Totenstimmung“ bei Teutonia - Wiehle: „Definitiv zwei verschenkte Punkte!“

„Kreuzkirchler“ lassen „Bigpoints liegen“ - Osdorf schraubt weiter am „Wunder“

Die Mannschaft des TuS Osdorf bejubelt ihren Ausgleichs-Schützen Samuel Amoah (Mi.). Foto: KBS-Picture.de

Es scheint so, als wolle keiner die TuS Dassendorf von der Oberliga-Spitze verdrängen. Nach dem Saseler Ausrutscher unter der Woche beim HEBC (1:2) und der Niederlage der „Wendelwegler“ gegen Vicky (0:1) konnten Altona 93 (0:3 in Niendorf) und der FC Teutonia 05 (1:1 gegen Osdorf, alle Highlights im LIVE-Ticker) kein Kapital daraus schlagen. „Die Stimmung in der Kabine ist dementsprechend. Die Jungs sind traurig und enttäuscht“, verriet Teutonen-Coach Sören Titze, bezog dies aber eher auf den verpassten Dreier gegen die „Blomkampler“. „Da herrscht eine Totenstimmung drin, weil sie auch wissen, dass sie hier heute zwei Bigpoints haben liegen lassen“, fügte Titze an. Wobei es am Ende eher die Gäste waren, die dem Sieg näher kamen…

TuS-Verteidiger Robin Schmidt (Mi.) musste früh mit einer ausgekugelten Schulter ins Krankenhaus gebracht werden. Gute Besserung! Foto: KBS-Picture.de

Piet Wiehle machte keinen Hehl aus seiner Gemütslage. Ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte? „Zwei verlorene – das muss ich klipp und klar so sagen! Wenn mir einer vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir hier einen Punkt mitnehmen, dann wäre das in Ordnung gewesen. Nach den 90 Minuten muss ich aber ganz ehrlich sagen, dass wir hier zwei Punkte verschenkt haben“, befand der Übungsleiter des TuS Osdorf, dessen Schützlinge beide Tore der Partie selbst fabrizierten. Erst bugsierte Mika-Benjamin Feigenspan das Leder nach einer von Dino Fazlic verlängerten Arifi-Ecke unglücklich in die eigenen Maschen (28.), ehe der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Samuel AmoahBennet Krause legte mit etwas Glück nach einem Freistoß von Mehmet Eren ab – den zu diesem Zeitpunkt längst verdienten Ausgleich markierte (68.). „Wir haben eigentlich über 90 Minuten keine richtige Torchance zugelassen und sehr gut verteidigt“, so Wiehle, der früh den verletzungsbedingten Verlust von Innenverteidiger Robin Schmidt (Schulter ausgekugelt) wegstecken musste. Doch „Allzweckwaffe“ Mehmet Eren sprang ein und zeigte eine routinierte Vorstellung.

„Müssen eine der drei Möglichkeiten zum 2:1 nutzen“

Nick Schmidt (re.) war ein starker und sicherer Rückhalt bei den Gästen. Foto: KBS-Picture.de

Während die Gäste, die in Nick Schmidt – vertrat den kranken Claus Hencke – einen sicheren Rückhalt im Tor hatten, im ersten Durchgang noch „sehr abwartend“ agierten, ging man nach der Pause „volles Risiko“, wie Wiehle meinte. „Wir wollten gleich vorne drauf gehen, den Gegner zustellen und zu langen Bällen zwingen. Die Jungs haben in den letzten Wochen genug Selbstvertrauen getankt.“ Ein taktischer Schachzug, gegen das die Hausherren keinerlei Mittel mehr fanden. „Wir haben uns von der 46. bis zur 75. oder sogar 80. Minute nicht mehr gut verhalten, Osdorf hat da alles reingehauen“, gestand auch Sören Titze, dessen Team folgerichtig den Ausgleich kassierte. „Es waren ja vorher schon ein, zwei Möglichkeiten da, wo sie das Tor hätten machen können. Von daher war es zu diesem Zeitpunkt völlig gerechtfertigt“, so die ehrliche Einschätzung des Teutonen-Dompteurs. Während Wiehle meinte: „Danach müssen wir zumindest eine der drei Möglichkeiten zum 2:1 nutzen.“ Doch es fehlte das letzte Quäntchen und die letzte Präzision, so dass Arne Gillich mit der letzten Aktion des Spiels plötzlich den Sieg für den Tabellendritten auf dem Fuß hatte, aber drüber zielte (90.).

„Wenn man das sieht, dann ist es für Osdorf ein Wunder“

Die Freude nach dem Ausgleich war groß bei Samuel Amoah (li.) und Joel Weiß. Foto: KBS-Picture.de

„Was mich ärgert“, so Titze, sei die Tatsache gewesen, „dass man in den letzten zehn Minuten gesehen hat, dass wir doch wieder in der Lage sind, mehr zu investieren. Das hätte ich von meiner Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit erwartet, dass wir den Ball laufen lassen, flach spielen und uns nicht an diesem offenen Schlagabtausch beteiligen. Aber das haben wir in der Phase nicht gut hinbekommen. Osdorf hat es besser gemacht, wir waren nicht mehr so aggressiv und präsent. Es waren die vier, fünf Prozent an fehlender Galligkeit und Giftigkeit. Leider sind wir erst die letzten zehn Minuten aufgewacht, haben aber oft die falschen Entscheidungen getroffen“, bilanzierte er – und stufte das Resultat als „ärgerlich“ ein. Genauso wie übrigens auch Wiehle, der schon im Vorfeld wusste: „Die waren unter Zugzwang, das ist immer ein willkommenes Spiel für uns.“ Noch willkommener wäre im Endeffekt ein Sieg gewesen. Doch auch so bleibt der TuS Osdorf mit 35 Punkten die Positiv-Überraschung der Oberliga-Saison. „Wenn man sieht, was wir für finanzielle Mittel zur Verfügung haben – das dürfte Platz 18 in der Oberliga sein – und was wir daraus machen und entwickeln, dann ist es für Osdorf ein Wunder!“

Autor: Dennis Kormanjos

Fotogalerie

Kommentieren