14.10.2018

Toller Tuffour, grandioser Grubba – oder: Wenn „Fruchtzwerge“ und „Hasen“ sich neutralisieren

TSV Sasel und Altona 93 trennen sich im Oberliga-Spitzenspiel 1:1

Gefahr gebannt: Der Ball landet hinter dem Gehäuse von Sasels Keeper Todd Tuffour (Zweiter v. li.). Foto: Matz

Tobias Grubba war angesäuert. Der Keeper von Altona 93 fluchte laut, dann zog er sich die beiden Schienbein-Schoner aus den Stutzen und feuerte sie zu Boden. Begleitet von weiteren lauten Worten. Nein, zufrieden war Grubba nach dem Match gegen den TSV Sasel (Hier gibt’s den Live-Ticker der Partie zum Nachlesen) nicht – das war nicht zu übersehen. „Mit der Art und Weise, wie wir die zweite Halbzeit bestritten haben, bin ich nicht einverstanden“, begründete der Schlussmann der Gäste seinen Unmut. Dabei hätte er doch eigentlich genau wie sein Gegenüber zufrieden sein können...

Denn: Das Spitzenspiel in Hamburgs höchster Amateurspielklasse war vor den 787 zahlenden Zuschauern am Parkweg eine Partie der Torhüter: Hüben Grubba, der vor allem im zweiten Durchgang hechtete, sprang und vor allem hielt, was möglich war. Drüben Todd Tuffour, der im Gehäuse der Gastgeber ebenso die eine oder andere sehenswerte und vor allem wichtige Parade auspackte. Gänzlich positive Worte aber fand nur Tuffour. „Ich war mir zwar sicher, dass wir die Partie noch drehen, aber das haben wir nicht mehr geschafft. Ich bin trotzdem zufrieden“, gab der TSV-Torsteher nach dem Schlusspfiff zu Protokoll und konstatierte mit Blick auf die Bilanz der „Parkwegler“ gegen die Spitzenteams (ein Sieg gegen Dassendorf, ein Unentschieden gegen Altona und eine Niederlage gegen Teutonia): „Ich kann nicht beurteilen, ob Teutonia die stärkste der drei Mannschaften ist. Ich finde, die Liga ist generell stark. Da gibt es keinen Besten.“

Algan: „Wir haben eine Halbzeit gebraucht, um eine Struktur in der Abwehr zu finden“

Zur Grätsche angesetzt: Altonas Luis Hacker (li.) gegen Edin Tanovic. Foto: Matz

Im Klassement zumindest ist „T05“ nach dem heutigen vormittäglichen Sieg gegen Meiendorf erst einmal etwas enteilt, Altona ist seine Tabellenführung los und Dassendorf wieder ein Stück weiter herangekommen. Für Tobias Grubba kein Problem. „Wenn wir nach dem 34. Spieltag oben stehen, ist das okay und alles andere ist erstmal scheißegal. Über Dassendorf brauchen wir nicht reden: Die sind gefährlich, wenn sie keine 15 Punkte Rückstand haben. Sie haben eine brutale Qualität in der Mannschaft. Aber wir gucken nicht auf Dassendorf. Mit Teutonia hab' ich mich auch nicht befasst. Wir gucken nur auf uns und wollen jedes Spiel gewinnen. Wenn wir unsere Qualitäten ausspielen, so wie wir das heute phasenweise gemacht haben, dann sind wir auf jeden Fall für jedes andere Team ein unangenehmer Gegner“, konstatierte der Keeper der Equipe von der Griegstraße.

Am heutigen Sonntag jedenfalls war der AFC dieser unangenehm zu spielende Kontrahent auch wegen Grubbas Glanztaten. Davon aber wollte der Schlussmann nicht unbedingt viel wissen. „Für mich war das ein gutes Spiel von mir, mehr aber auch nicht. Es ist normal, dass ich meine Leistung bringen muss. Gerade in solchen Spielen, in denen in der zweiten Halbzeit Druck auf unsere Mannschaft ausgeübt wird, muss ich da sein“, gab sich Grubba bescheiden und analysierte: „Ich glaube, in Sasel ist es immer schwer. Die haben eine qualitativ gute Truppe mit guten Fußballern. Dieses 1:1 ist okay. Teilweise hatte ich aber das Gefühl, dass bei uns ein, zwei Mal die Luft weg war. Wir haben in einem laufintensiven Spiel viel investiert. Mit dem einen Punkt bin ich einigermaßen zufrieden, auch wenn wir gerne drei davon geholt hätten.“

Zankl: „Letztlich können wir mit dem einen Punkt leben“

Einzelkämpfer: Sasels Timo Adomat (MI.) wird von Marco Schultz (li.) und Tolga Tüter unter Druck gesetzt. Foto: Matz

„Wir fahren mit dem einen Punkt zurück und konzentrieren uns jetzt auf die nächste Aufgabe“, erklärte derweil Berkan Algan nach dem Auftritt seiner Schützlinge, die der AFC-Coach auf dem Kunstrasen am Parkweg schon wie gewohnt liebevoll ein ums andere Mal als seine „Hasen“ titulierte. Für die „Altonaer Mümmelmänner“ sei es „im Vorfeld eine schwierige Situation gewesen“, so Algan: „Wir mussten den einen oder anderen Spieler ersetzen, der eine wichtige Rolle spielt.“ Zudem habe sein Team „eine Halbzeit gebraucht, um eine Struktur in der Abwehr zu finden und zu reagieren. Am Anfang haben wir zu wild verteidigt, da hat die Staffelung nicht so gestimmt.“ Insgesamt sei „das 1:1 verdient. Beide Mannschaften hätten auch gewinnen können. Es war ein Spiel auf des Messers Schneide“, fasste Algan seine Sichtweise der 90 Minuten, in denen Lukas-Gabriel Kourkis und Marco Schultz trafen, zusammen.

„Ich kann in vielen Dingen zustimmen. Ich bin auch zufrieden, wie es letztlich gelaufen ist“, bilanzierte anschließend Algans Gegenüber Danny Zankl. „wir mussten mit Jan-Henrik Kaetow, Sebastian Zinselmeyer und Marwin Bolz auf drei Mann verzichten und umstellen. Zudem fehlte Yannis Büge wegen seiner Gelbsperre. Wir haben es aber trotzdem gut gemacht. In den ersten 40 Minuten kontrollieren wir das Spiel und lassen nichts zu, obwohl das für unsere Fruchtzwerge nicht immer einfach zu verteidigen war. Wir hatten die Chance zum 2:0, dann kriegen wir aber das 1:1“, so der Sasel-Coach, „wichtig war es, in der zweiten Hälfte mutig zu sein und die langen Bälle zu unterbinden. Letzteres ist uns gar nicht gelungen. Da stand das Spiel auf des Messers Schneide und wir hätten das 1:2 bekommen können. Dann haben wir umgestellt, waren wieder richtig gut drin und hätten selbst das zweite Tor machen können. Letztlich können wir aber mit dem einen Punkt leben.“

Jan Knötzsch 

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