Tesla geht über dem „Jordan“ unter!

HSV III feiert Kantersieg und Herbstmeisterschaft

08. Dezember 2018, 00:54 Uhr

Vierfach-Schütze Dominik Jordan (li.) marschierte nicht nur auf dem Platz vorneweg. Foto: Kormanjos

„Das wird wahrscheinlich irgendwann in der C-Jugend gewesen sein“, entgegnete ein nachdenklicher Dominik Jordan auf die Frage nach seinem letzten Viererpack in einem Spiel - und hatte damit auch die passende Antwort auf die Äußerung eines Fans unmittelbar nach dem Schlusspfiff, der Jordan „wohl das Spiel seines Lebens attestierte“, parat. Der 24-jährige Außenbahnspieler des HSV III spielte dem FK Nikola Tesla einen regelrechten Knoten in die Beine, erzielte beim 7:1-Kantersieg vier der ersten fünf Tore selbst (9., 38., 51., 68.) und bereitete das zwischenzeitliche 3:0 kurz vor der Pause durch Sepehr Nikroo, der einen von Jordan herausgeholten Foulelfmeter verwandelte (44.), vor!

Die Fans bedankten sich bei der Mannschaft für die "starke Hinrunde". Foto: Kormanjos

„Klar kam die Ansage“, verriet Marcus Rabenhorst, Trainer des HSV III, unmittelbar nach dem Spiel (alle Highlights und Einzelheiten im LIVE-Ticker), dass man durchaus noch mit einem Auge auf die Tabellenührung geschielt hat. „Wenn du in der ersten Halbzeit drei Tore machst, vielleicht sogar mehr hättest machen können, dann weiß man, dass auch in der zweiten Halbzeit etwas geht“, fügte Rabenhorst an. Doch am Ende fehlten den „Rothosen“, im letzten Spiel des scheidenden Team-Managers Milenko Mutabdzija, der noch einige Kaltgetränke springen ließ, vier Tore auf den USC Paloma - auch, weil man sich einen vermeidbaren Treffer selbst einschenkte, als Jerry Sampaney einen Schuss von Hamdi Eren Sali unglücklich ins eigene Gehäuse lenkte (62.). „Das Gegentor ärgert mich total, weil's absolut unnötig war“, so Rabenhorst, dessen Team an jenem Abend im Nachholspiel bei strömendem Regen und teilweise heftigen Orkanböen alle Buden selbst erzielte. „Ansonsten gibt es wenig zu bemängeln“, fügte er an.

Herbstmeisterschaft? „Völlig Banane!“

Während das Team mit den Anhängern das Ziel "Gemeinsam Richtung Oberliga" anpeilt. Foto: Kormanjos

Mit Recht. Denn trotz der widrigen Bedingungen zeigten die Norderstedter stets ihren Torhunger, der nie gestillt schien. „Na klar will man auch möglichst viele Tore machen. Die Jungs sollten sich belohnen, vor allem aber im letzten Spiel noch einmal richtig viel Spaß haben - weil's jetzt in eine sehr lange Winterpause geht. Umso schöner, dass es dann letztendlich so deutlich ausgegangen ist“, bilanzierte "Rabe", der mit seinen Jungs - auch aufgrund des recht frühen Gegentreffers - zwar nicht an Paloma vorbeizog, aber immerhin die etwas verspätete Herbstmeisterschaft feierte. Ein inoffizieller Titel, der dem Übungsleiter jedoch „völlig Banane“ sei, wie er gestand. „Denn letztendlich sind wir mit dem Sieg auf Platz zwei und nicht auf der eins. Von daher ist es für die Katz. Uns ist wichtig, dass wir möglichst lange oben mitspielen und dass wird auch die Ausrichtung fürs neue Jahr sein.“ Eine Ausrichtung, die Mannschaft und Fans unmittelbar nach Schlusspfiff untermauerten. Während die Anhänger der „Rothosen“ ein Banner mit dem Slogan „Danke für die starke Hinrunde“ in die Höhe reckten, hielt die Mannschaft vielsagend dagegen: „Gemeinsam Richtung Oberliga!“

Jansen kommt - und bereitet drei Tore vor

Rechtzeitig fit geworden: Bei seinem Führungstreffer bedankte sich Jordan (li.) bei Physiotherapeuthin Jindra Nesteriuk. Foto: Kormanjos

Wohl auch mit Präsidentschafts-Kandidat Marcell Jansen, der sich nach dem Spiel der Profis gegen Paderborn (1:0) umgehend auf den Weg nach Norderstedt machte, in der 67. Minute eingewechselt wurde, Wind und Wetter trotzte, die Tore von Jordan (68.) - der insbesondere beim 1:0 die komplette Tesla-Hintermannschaft nach Strich und Faden düpierte - sowie Michael Ulbricht (84.) direkt vorbereitete und das zwischenzeitliche 6:1 durch Manuel Brendel mit einem Pass auf Kristijan Augustinovic einleitete (76.). „Insgesamt ein hochverdienter Sieg - auch in der Höhe. Wir waren über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft“, befand Rabenhorst. „Ich bin zufrieden mit dem Spiel, auch insgesamt mit der Art und Weise. Das war über weite Strecken wirklich völlig in Ordnung, auch über 90 Minuten überzeugend. Wir waren gut eingestellt auf den Gegner und wussten, wo sie ihre Stärken und Schwächen haben.“ Sein abschließendes Fazit des Landesliga-Jahres: „Wenn man mir das vor der Saison angeboten hätte, dann hätte ich es mit der Punktanzahl unterschrieben“, sprach er - während Tesla-Trainer Faik Algan unmittelbar nach Spielende das Weite suchte...

Autor: Dennis Kormanjos

Kommentieren