Testspiel

Tafese trifft in intensivem Test - Neue bei Hamm und ASV Hamburg

04. September 2020, 23:17 Uhr

Tevin Tafese (re.) - unter Bedrängnis von ASV-Zugang Aron Gyau Pauels - erzielte das goldene Tor im Hammer Park.

Die Intensität nahm immer mehr zu – nur die Tore fehlten lange. Als es in der Schlussphase zu einem vermeintlichen Revanchefoul von Deniz Herber an Eren Eröksüz kam, gerieten der Kapitän des ASV Hamburg und Hamm-Trainer Sidnei Marschall kurzzeitig verbal aneinander. Schließlich mischte auch Alesson Fernandes Arguelho mit. Doch schnell wurden die Wogen wieder geglättet – und einen Torerfolg bekamen die Besucher im Hammer Park unter strengsten Hygienevorschriften auch zu sehen (alle Highlights im LIVE-Ticker)…

Im Kampf um den Ball: HUFC-Akteur Rodrigo Baroni und ASV-Neuzugang Prince Dzigbede.

In der 79. Spielminute war es Tevin Tafese, der nach einer ganzen Reihe an ausgelassenen Chancen seiner „Geächteten“, einen Freistoß von Eren Eröksüz an Nick Gyateng vorbei zum 1:0 in die Maschen beförderte. Der Siegtreffer für den Oberligisten in einem durchaus intensiven Test. „Ja, das fand ich auch“, entgegnete HUFC-Coach Sidnei Marschall – und fügte an: „Der ASV ist aber auch eine gute Landesliga-Mannschaft und will in der nächsten Saison sicher auch wieder oben mitspielen. Für uns war es ein perfekter Test.“ Und eine gute Generalprobe vor dem nächsten Vorbereitungsvergleich am kommenden Sonntag bei Oberliga-Kontrahent BU. „Da können wir dann gucken, wo wir stehen. Denn wir haben ja super viele neue Leute.“

Hamm mit zwei Neuen und "schlechter Chancenverwertung"

ASV-Kapitän Deniz Herber (Mi.) legte sich kurz vor Schluss mit Hamm-Trainer Sidnei Marschall an.

Apropos neue Leute: Gegen den ASV Hamburg mischten auch Francis Gyimah (ehemals Altona 93 und FC Süderelbe, zuletzt FC Türkiye) und Abdullah Karakurt (zuletzt Klub Kosova, davor SC Eilbek, VfL Lohbrügge und Concordia Hamburg) mit. Beide gehören nun fest dem Kader von Hamm an. Gesucht wird noch ein Innenverteidiger, wie Marschall im Nachgang verriet. Denn: Routinier Stephan Rahn fällt mit einem Fußbruch noch einige Wochen aus. Aber auch vorne drückt(e) der Schuh – zumindest am Freitagabend im Test gegen den ASV. Zwar befand Marschall, dass sein Team „insgesamt ganz gut gespielt“ habe - vor allem der aus der A-Jugend des ETV nach Hamm gewechselte Demian-Coray Wicke wusste mit seinem Tempo und seinen Aktionen überaus zu gefallen -, aber: „Wenn es etwas zu meckern gibt, dann ist es die schlechte Chancenverwertung. Da müssen wir ein paar mehr Tore schießen.“

"Wollen uns schon so präsentieren, als wären es Wettkampf-Bedingungen"

HUFC-Linksverteidiger Matthias Cholevas (re.) brachte im ersten Durchgang die eine oder andere gefährliche Flanke in den Sechzehner.

Trotz der am Ende vom Ergebnis her knappen Niederlage konnte auch ASV-Trainer Mekan Barlak, der die Geschicke zusammen mit seinem Bruder Devran leitet und mit Felix Badu Wireko sowie Suhail Ouro Salim (beide SC Condor II) ebenfalls zwei frische Neuzugänge im Team hat, dem Auftritt des Hansa-Landesligisten positive Dinge abgewinnen: „Gut gefallen hat uns, dass wir leidenschaftlich dabei waren. Die Mannschaft kämpft und setzt das um, was wir sehen wollen. Im Großen und Ganzen hat sie das über 90 Minuten sehr gut gemacht. Natürlich ist das Gegentor ärgerlich, aber wir hatten auch die Chancen, das eine oder andere Tor zu machen.“ Die einzige wirklich große Gelegenheit hatte Maximilian Kochsiek kurz vor Ultimo, als er von einem kapitalen Rückpass von Gyimah profitierte, freistehend mit seinem viel zu lässigen Heber aber an David Jendrzej im HUFC-Gehäuse hängenblieb (83.). Dennoch: „Wir arbeiten weiter hart und die Jungs sind mit viel Ehrgeiz dabei.“ Vor allem von der Intensität her ist der ASV schon auf einem gewissen Level angekommen: „Wir wollen ja auch so langsam in den Wettkampf-Modus reinkommen. In 14 Tagen haben wir schon das erste Pokalspiel. Deshalb wollen wir uns in den Testspielen schon so präsentieren, als wäre es wäre es ein Spiel unter Wettkampf-Bedingungen“, erklärte Mekan Barlak abschließend.

Autor: Dennis Kormanjos

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