09.06.2019

Suyers Super-Schuss bereitet Klock „sehr schönen Abschluss“

3:2 in der Nachspielzeit: FC Türkiye gewinnt den „Atatürk-Pokal“

Türkiye-Kapitän Sahin Taflan (Nr. 26) streckt nach dem 3:2-Finalsieg gegen Inter Türkspor Kiel den „Atatürk-Pokal“ in die Höhe. Foto: Olaf Both

Es lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit. Der allerletzte Angriff rollte auf das Tor des FC Türkiye im Finale um den "Atatürk-Pokal" zu. Doch Francis Gyimah unterband den Vorstoß der Gäste von Inter Türkspor Kiel, eroberte das Spielgerät und setzte den auf dem rechten Flügel durchstartenden Furkan Suyer in Szene. Dieser nahm Tempo auf, marschierte die Seite hinunter, zog am Sechzehner entlang nach innen und zog dann aus zwölf Metern halbrechter Position trocken ins kurze Eck ab - drin! Der 3:2-Siegtreffer für die Wilhelmsburger - und das ausgerechnet durch Youngster Suyer, der kurz zuvor noch einen beinahe kapitalen Fehlpass ins Zentrum spielte, der die Entscheidung zugunsten des schleswig-holsteinischen Oberligisten hätte bedeuten können.

Furkan Suyer (Mi.) nimmt Maß - und lässt den Ball zum 3:2 im kurzen Eck einschlagen. Foto: Olaf Both

Stattdessen hatte der FC Türkiye am Ende einer Saison, die von Höhen und Tiefen geprägt war, doch nochmal allen Grund zum Jubeln. Vor allem Klaus Klock, der nun nach über zehn Jahren im Verein kürzertreten wird - und am heutigen Tag ein letztes Mal in entscheidender Funktion am Spielfeldrand stand. Denn: Klock führte sein Team als Trainer aufs Feld. "Im Großen und Ganzen war es für mich ein schöner Abschluss, die Mannschaft mit einem Pokalsieg abzugeben", resümierte er anschließend. "Jetzt gebe ich an Seweryn (Malyk, Manager; Anm. d. Red.) weiter und unterstütze ihn, wo ich kann." Doch zuvor gab Klock nochmal ein echtes Sprüche-Feuerwerk zum Besten: "Hätten wir heute bloß mal einen anderen Gegner gehabt, dann wäre ich mit einem Titel abgetreten", flachste er noch vor Spielbeginn in Anlehnung an die Ligen-Zugehörigkeit der Kieler, die im letzten Saisonspiel dem SH-Meister Strand 08 ein 1:1 abtrotzten.

Klock appelliert „an die Ehre“

Anschließend bejubelte Suyer (3. v. li.) seinen „Luckypunch“ mit den Teamkollegen. Foto: Olaf Both

Dementsprechend "glücklich" war der 53-Jährige, "dass das heute so ausgegangen ist, ein junger Spieler das entscheidende Tor gemacht hat und somit ein sehr schöner Abschluss geworden ist". Ein finaler (Saison-)Akt, der richtig gut begann. Schon nach zehn Minuten führte der Hammonia-Landesligist durch einen Doppelpack von Mümin Mus, erst von Gyimah (8.), dann von Francisco Daniel Alves Monteiro (10.) perfekt bedient, mit 2:0. "Man hat heute aber auch ganz deutlich gesehen, wo unsere Defizite lagen", machte Klock "nach 35 Minuten ein konditionelles Problem" aus. "Denn dass wir gute Fußballer haben, das hat man gesehen, wenn man im Mai zehn Punkte holt. Aber immer wenn es drauf ankam, fehlten uns die Körner." 

„Fußball spielen konnten wir schon immer an der Landesgrenze“

Ein erfolgreicher Abschluss für Klaus Klock nach zehn Jahren - in diversen Funktionen - beim FC Türkiye. Foto: Olaf Both

Wenngleich sich seine Mannen eigentlich schon seit nunmehr zwei Wochen im wohlverdienten Urlaub befinden. Dafür zeigten die Wilhelmsburger einen überaus beherzten Auftritt. "Das war auch das einzige, was ich machen konnte: An die Ehre appellieren und jeden einzelnen Spieler ins Gebet nehmen, dass er heute nochmal bereit ist, an seine Grenzen zu gehen. Denn wer will schon im Urlaub hier herkommen, um dann abgeschlachtet zu werden. Das war meine größte Sorge."

Doch die war letzten Endes unbegründet - obwohl Inter Türkspor den schnellen Rückstand durch Tore von Abdullah Kalma (34.) sowie Benjamin Petrick (70.) wettmachte und drauf und dran war, das Geschehen komplett auf den Kopf zu stellen. Aber dann kam Furkan Suyer, sorgte für den ganz späten Luckypunch - und die Erkenntnis: "Fußball spielen konnten wir schon immer an der Landesgrenze", bilanzierte Klock. Während seine Mannen in Person von Kapitän Sahin Taflan den "Atatürk-Pokal" gen Höhe reckten.

Autor: Dennis Kormanjos

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