01.12.2018

Strömer schockt „Dasse“ - „Jonny weiß, dass er unsere 100-prozentige Rückendeckung hat“

Trotz Turbulenzen und ohne Richter: Vicky feiert am Wendelweg

Der jubelnde Matchwinner: Len Aike Strömer (re.) lässt sich von Dennis Bergmann feiern. Foto: Bode

Kommt er oder kommt er nicht? Nimmt er ein vorletztes Mal auf der Bank des SC Victoria Platz oder war der Heimsieg gegen den Niendorfer TSV (2:0) sein letztes Spiel als Trainer? Fragen, die Präsident Ronald Lotz am Freitagnachmittag eigentlich unmissverständlich beantwortete: „Wir haben noch zwei wichtige Spiele und die werden von Jean-Pierre Richter geleitet. Es gab nie eine andere Ansprache“, stellte er uns gegenüber klar. Umso größer war die Überraschung, als von „JPR“ am Samstagmittag im Gastspiel bei seiner neuen sportlichen Heimat in Dassendorf jegliche Spur fehlte (HIER).

Vicky-Präsident Ronald Lotz (li.) weilte unter den Zuschauern. Foto: Bode

Die Vorzeichen hätten wohl kaum schlechter sein können. „Wir wussten ja seit längerer Zeit um die Probleme im Verein“, drang die Unruhe im Umfeld bis zu Len Aike Strömer und der gesamten Mannschaft des SCV hindurch. Strömer selbst erklärte nach dem – aufgrund der Ereignisse – überraschenden 1:0-Sieg seines Teams bei der TuS: „Ich habe gestern Abend noch mit ‚Jonny‘ telefoniert und bin davon ausgegangen, dass er auf der Bank sitzen wird.“ Doch die vielen Vorkommnisse machten es Richter wohl unmöglich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. „Am Morgen, als wir mit ein paar Jungs beim Frühstück zusammensaßen, kam der Anruf von Benni (Co-Trainer Benjamin Kruk; Anm. d. Red.), dass ‚Jonny‘ nicht da sein wird. Genauere Hintergründe weiß und kenne ich aber auch nicht…“

Lotz: „Das hat nur Unruhe in den Laden gebracht“

Bibie Njie (re.) hätte das 2:0 erzielen können. Foto: Bode

Gänzlich überrascht von der Tatsache, dass Richter nicht am Wendelweg zugegen war, zeigte sich unterdessen Ronald Lotz, der um 12:53 Uhr die Anlage betrat: „Ich bin davon ausgegangen, dass er auf der Bank sitzen wird. Das war der Stand der Dinge – nachdem wir gestern Abend nochmal gesprochen hatten. Dass er heute morgen abgesagt hat, hat mich überrascht. Ich habe keinen Kenntnisstand, warum das so ist. Das werde ich jetzt erst einmal in Erfahrung bringen. Es gab keine andere Absprache, als die, dass er in den letzten beiden Spielen auf der Bank sitzen wird. Alles andere ist Unsinn, reine Spekulation und hat nur Unruhe in den Laden gebracht.“ Dass der ehemalige A-Jugendcoach Enrico Klüver unter der Woche als Co-Trainer bereits die Einheiten geleitet habe, sei „normal“, so Lotz. „Wichtig ist, dass wir hier gewonnen haben. Alles andere wird sich klären.“

Strömer: „Wir sind als Team für unsere Leistung auf dem Platz verantwortlich“

Len Strömer (Mi.) bekommt seinen verdienten Abgang und wird von Co-Trainer Enrico Klüver abgeklatscht. Foto: Bode

Ein Sieg (alle Highlights im LIVE-Ticker), der sich aufgrund der Turbulenzen sicherlich nicht angedeutet hatte. Aber: „Wir haben uns vor dem Spiel gesagt, dass wir sieben der letzten acht Spiele gewonnen haben und dass es irrelevant ist, wer heute an der Seitenlinie stehen wird. Wir als Team sind dafür verantwortlich, auf dem Platz unsere Leistung zu bringen. Das ist uns heute gelungen“, jubelte Strömer, der in der 22. Minute den goldenen Treffer erzielte, als ihn Timo Stegmann aus dem linken Halbfeld auf die Reise schickte, der Linksfuß den Ball an Danijel Suntic, der ins Leere grätschte, vorbei legte und schließlich eiskalt vollstreckte! „Ich war lange torlos und bin eigentlich auch nicht dafür bekannt, der große Scorer zu sein. Es war ein schönes Gefühl, endlich mal wieder zu treffen – und dann war es auch noch das Siegtor, was es umso schöner macht“, so Strömer, dessen Mannen in den 90 Minuten eigentlich nur eine einzige brenzlige Situation überstehen mussten, als Yannick Petzschke Kopf und Kragen riskierte, um ein mächtiges Pfund von Sven Möller von der Linie zu köpfen (29.).

„Es ist schade, dass es so ein Ende nehmen muss“

Yannick Petzschke (re.) stellte Mattia Maggio kalt. Foto: Bode

Ansonsten feierte Vicky einen hochverdienten Sieg – und das ohne Richter. Stattdessen durften sich Interims-Chefcoach Kruk und Co-Trainer Klüver über einen geglücktes Einstand freuen. Doch die Mannschaft kämpfte und ackerte auch für „JPR“, wie Strömer hinterher zugab: „Auf jeden Fall. Jonny weiß, dass er von uns die 100-prozentige Rückendeckung hat, da wir in den letzten zwei Jahren mit ihm viel erreichen konnten. Mit der Vize-Meisterschaft haben wir Victoria zumindest endlich mal wieder in die Nähe einer Meisterschaft gebracht. Deshalb ist es schade, dass es jetzt so ein Ende nehmen muss.“ Ein Lob gab’s auch für Interims-Boss Kruk: „Er hat die Ansprache gemacht und uns sehr gut eingestimmt. Aber er hat auch gesagt: ‚Wer gegen Dassendorf nicht von allein motiviert ist, der muss sich eine andere Sportart suchen.‘“

Die mit Spannung erwartete Pressekonferenz nach dem Spiel im Video

Autor: Dennis Kormanjos

Kommentieren