Landesliga Hammonia

Sportgericht: Niendorf II droht Sechs-Punkte-Abzug!

04. November 2022, 16:58 Uhr

Ein Platzverweis mit Nachspiel für den Niendorfer TSV II? Foto: KBS-Picture.de

Es war ein überaus intensives, hitziges und turbulentes Spiel. Eine Partie, in der es auch darum ging, sich in der Landesliga Hammonia oben festzusetzen. Ganz oben sogar. Und obwohl die U23 des Niendorfer TSV, Vorjahres-Meister in der damaligen Landesliga-Staffel 1, der SV Halstenbek-Rellingen - trotz numerischer Unterzahl - mal wieder das Nachsehen gab und mit einem Mann weniger noch zwei Tore zum 5:2-Sieg erzielte, sorgte eben jener Platzverweis für die NTSV-Zweite für ein Nachspiel.

Unseren Informationen zu Folge kam es am Mittwochabend zu einer Sportgerichtsverhandlung, in der das Urteil gefällt wurde, dass dem Niendorfer TSV II sechs Punkte abgezogen werden sollen! Ein Strafmaß, das erhebliche Auswirkungen auf die Tabelle und die Ambitionen des Vorsaison-Champions hätte. Aktuell weilt die „Sachsenweg-Reserve“ auf dem dritten Rang und hat nur zwei Zähler Rückstand auf den FC Alsterbrüder. Noch. Denn das könnte sich schon bald ändern. Allerdings wird der Verein gegen das Urteil in Berufung gehen, wie wir aus sicherer Quelle erfuhren.

Tätlicher Angriff?

Michel Amorin (2. v. li.) verstand nach seinem Platzverweis die Welt nicht mehr und wollte den Platz gar nicht verlassen. Foto: KBS-Picture.de

Der Grund für das drastische Strafmaß: Gelb-Rot-Sünder Michel Amorin soll Schiedsrichter Marvin Vogt tätlich angegriffen haben. Schon damals, unmittelbar nach dem Spiel, erklärte NTSV II-Coach Jan Ramelow uns gegenüber: „Bei der Gelb-Roten Karte war ich schon sehr irritiert, wie man bei freiem Blick auf diese Situation zu dieser Bewertung und folglich zu dieser Entscheidung kommen kann“, ehe er seine Wahrnehmung schilderte: „Es ist ein Fifty/Fifty-Ball im Mittelfeld. Zwei Spieler gehen hin. Für mich ist unser Spieler klar zuerst am Ball, spielt diesen, rutscht dann unglücklich in den Gegenspieler rein - und es kommt zu einem schmerzhaften Zusammenstoß.“

Die erste Gelbe Karte habe Amorin „dafür bekommen, dass er in einer Rudelbildung ausschließlich versucht hat, deeskalierend einzuwirken. Der Schiri gibt irgendjemandem die Gelbe Karte - und es trifft ihn. Das ist einfach unfassbar ärgerlich und am Ende auch nicht okay. Die Gelb-Rote Karte war für mich eine klare Fehlentscheidung!“

Warum kein Abbruch? Warum keine Rote Karte?

Nach der Gelb-Roten Karte klatschte Amorin (Mi.) höhnischen Beifall in Richtung des Unparteiischen. Foto: KBS-Picture.de

Aber zurück zum vermeintlich tätlichen Angriff des Niendorfers, der aufgrund des Feldverweises derart aufgebracht war, dass er höhnich Beifall klatschte. Sollte Amorin den Unparteiischen tatsächlich angegangen sein oder einen Assistenten nach Schlusspfiff geschubst haben, wie wohl auch im Raum steht, bleiben die Fragen: Warum hat Referee Vogt die Begegnung nicht abgebrochen? Und noch viel fraglicher: Warum wurde der vermeintliche „Übeltäter“ nicht mit der Roten Karte bestraft? Für den bekloppten Zuschauer, der einen Niendorfer Spieler anging, wurde HR zu einer Strafe von 20 Euro verurteilt.

Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, wollte sich Ramelow, der mit seinem Team im vergangenen Jahr noch den Fairnesspreis abräumte, auf Nachfrage nicht öffentlich zu den Vorkommnissen äußern. Fakt ist aber, dass wohl noch einige Fragen geklärt und beantwortet werden müssen...

Autor: Dennis Kormanjos

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