Oberliga

Spiel gedreht, Primus gestürzt: Der „Prinz von Altona“ ist geboren!

21. Januar 2023, 19:24 Uhr

Altona 93 bejubelt den 2:1-Heimsieg über Spitzenreiter TSV Sasel. Foto: Kormanjos

Noch nie in seiner Vereinsgeschichte konnte der TSV Sasel beim Altonaer Fussball-Club gewinnen. Mehr noch. Den „Parkweglern“ ist an der alt-ehrwürdigen Adolf-Jäger-Kampfbahn bis dato noch nicht mal ein eigener Torerfolg vergönnt gewesen. Letzteres änderte sich am Samstagnachmittag zwar, aber die drei Punkte behielt der AFC abermals in der eigenen Tasche (alle Highlights im LIVE-Ticker)! Nicht zuletzt dank eines mal wieder überragenden Kevin Prinz von Anhalt, der schon vor dem Spiel vom Stadionsprecher einen neuen Namen verpasst bekam…

Kevin Prinz von Anhalt war mit seinen zwei Toren mal wieder der Altonaer Matchwinner und maßgeblich für den Erfolg über Sasel verantwortlich. Archivfoto: noveski.com

Da war er wieder und packte seinen berühmten Flickflack-Jubel aus: Kevin Prinz von Anhalt. Künftig als „Kevin Prinz von Altona“, wie er bereits beim Verlesen der Aufstellungen angekündigt wurde, unterwegs. „Er hat seine Klasse ja schon in der ersten Halbzeit angedeutet“, sprach Trainer Andreas Bergmann auf den Latten-Kopfball seines Mittelstürmers an (9.). „Das zeichnet ihn einfach aus“, entgegnete Bergmann auf Nachfrage zur Qualität und Bedeutung des 28-Jährigen für das Spiel seiner Altonaer. „Aber man sollte auch nicht unterschätzen, was ein Michael (Gries, Anm. d. Red.), Armel (Gohoua) oder auch andere Jungs an Räumen für ihn freimachen, damit er in diese Position kommt.“

Doppelschlag nach der Pause: Der Prinz erledigt Sasel

In eben jene Position, wo der Prinz als eiskalter Vollstrecker glänzen konnte. Zunächst nickte er eine Hereingabe seines kongenialen Sturmpartners Michael Gries vor derm herausstürzenden Todd Tuffour zum Ausgleich in die Maschen (58.), ehe er eine blitzschnelle Stafette nach scharfer Hereingabe von Moritz Grosche mit einem trockenen, platzierten und technisch äußerst anspruchsvollen Abschluss in den rechten Knick krönte und das hochverdiente 2:1 erzielte (69.)! Was von Anhalt nach der Partie zu sagen hatte, seht Ihr im nachfolgenden Video:


In der 73. Minute feierte Jeremy Wachter (re.) sein Punktspieldebüt für den AFC. Ein Torerfolg war ihm noch nicht vergönnt. Foto: Kormanjos

Die große Drangphase des Tabellenführers in der Schlusssequenz der Begegnung blieb weitestgehend aus. Der eingewechselte und frisch aus dem Thailand-Urlaub zurückgekehrte Kjell Ellerbrock wurde vom starken Michael Ambrosius abgegrätscht (85.). Ansonsten musste AFC-Fänger Julian Barkmann während des gesamten Spiels nicht einmal ernsthaft eingreifen! Machtlos war er in der 28. Minute, als Jean-Lucas Gerken Saseler Geschichte schrieb und nach Ablage von Enrik Nrecaj aus 15 Metern rechts unten einschweißte - 0:1! Viel mehr Torgefahr ging vom Primus nicht aus.

Während Altona unter anderem Theo Behrmann, Fynn Ratten und kurzfristig auch Yannick Petzschke ersetzen musste, fehlten dem Gast eine ganze Reihe an Leistungsträgern. Die Akteure, die Chefcoach Danny Zankl im zweiten Abschnitt einwechselte, seien allesamt Spieler gewesen, „die seit Anfang Dezember nicht einmal trainiert haben“, wie er anschließend verriet. „In den ersten Minuten haben wir es taktisch nicht so gut gemacht. Aber dann waren wir eigentlich ganz gut drin und haben aus dem Spiel nicht wirklich was zugelassen“, befand Zankl, der jedoch monierte, dass „wir drei, vier Flanken von der Seite früher hätten unterbinden müssen“.

"Das Ergebnis und andere Leute werden keinen Keil zwischen uns treiben"

Mit einem kleinen Feuerwerk feierte der Altonaer Anhang den Sieg über den Spitzenreiter und die tolle Leistung ihrer Mannschaft. Foto: Kormanjos

Auch Anfang der zweiten Halbzeit habe seine Elf „nicht ganz am Limit gespielt“ und, wie Zankl vor allem konstatierte, „dumme Gegentore gefressen“. Dem 1:2 aus Saseler Sicht, was Altona schließlich auch sehenswert herausspielte, ging ein unnötiger und unbedrängter Abschlag von Tuffour ins Seitenaus voraus. „Wir sind noch nicht diese Konter-Umschalt-Mannschaft“, haderte der TSV-Trainer, „haben es aber zwei-, dreimal gut gemacht“, hoffte er vor allem „in den letzten zehn Minuten auf den Luckypunch. Wir haben uns nochmal dagegengestemmt und alles reingeschmissen. Da können wir der Mannschaft nichts vorwerfen. Aber man hat auch gesehen, dass drei, vier Leute richtig über dem Limit waren.“

Eine Niederlage zum Start ins Punktspieljahr 2023: Nicht der Auftakt, den man sich am Parkweg gewünscht und erhofft hat. „Letztendlich habe ich der Mannschaft aber auch im Mannschaftskreis gesagt: Das Ergebnis oder andere Leute werden keinen Keil zwischen uns treiben. Wir werden weiter hart arbeiten, kriegen hoffentlich ein paar Spieler zurück - und dann ist bei uns Fresse halten und arbeiten angesagt!“ Eine deutliche Ansage von Zankl.

"Altona hat mit dem Prinzen natürlich eine Bombe"

Die Mannschaft des AFC zelebriert den Heim-Coup über den Primus mit den eigenen Fans. Foto: Kormanjos

Währenddessen freute sich sein Gegenüber, „dass sich die Jungs für ihren Einsatz belohnt haben“, so Bergmann. Und weiter: „Ich fand, dass wir in der ersten Halbzeit auch schon gute spielerische Ansätze hatten. Leider gehen wir dann durch einen Stellungsfehler in Rückstand. Das zeigt aber natürlich auch die Klasse von Sasel. Eine Chance - und sofort war der Ball drin.“ Nach der Pause habe man sich „vorgenommen, mutig zu bleiben und unser Spiel weiterzuspielen. Das haben die Jungs gemacht - und am Ende haben wir auch verdient gewonnen.“ Nicht zuletzt, weil der AFC „mit dem Prinzen in der Luft natürlich eine Bombe hat. Das kann man auch nicht ganz wegverteidigten“, gestand selbst Zankl.

Durch den Sieg hat Altona 93 die Aufholjagd nach oben weiter fortgesetzt. „Ich sage es anders: Wir setzen die Entwicklung dieser Mannschaft weiter fort. Ich sehe es gar nicht so kurzfristig. Natürlich nehmen wir jeden Sieg mit und freuen uns auch, wenn wir uns da oben etablieren können. Aber unser Weg soll langfristig und stabil werden“, erklärte Bergmann abschließend.

Autor: Dennis Kormanjos

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