10.04.2016

„So viele Chancen, wie in zwei Jahren zusammen nicht!“

980 Zuschauer auf der AJK werden nicht verwöhnt

Viel Kampf zwischen Altona 93 und der TuS Dassendorf. Henrik Dettmann (l.) und Sven Möller (3. v. r.) nehmen Chris Pfeifer in die Mangel. Foto: Klaas Dierks

Das Wetter stimmte, die Voraussetzungen hätten kaum besser sein können. Fast 1000 Schaulustige fanden sich auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn ein, um dem Schlager zwischen Altona 93 und der TuS Dassendorf beizuwohnen. Das Ergebnis: eine über weite Strecken trostlose Nullnummer! Ein Umstand, der vor allem Gäste-Coach Thomas Hoffmann komplett unzufrieden stimmte. „Wir sind unglaublich enttäuscht über das Ergebnis! Die Mannschaft ist ziemlich niedergeschlagen in der Kabine, was ich total verstehen kann.“

Hätte den Spielverlauf fast auf den Kopf gestellt: Kemo Kranich (M.) mit der Kopfballchance kurz vor der Pause. Foto: Klaas Dierks

Der Meister war in der ersten Halbzeit klar überlegen – die einzige Mannschaft, die etwas ins Spiel investierte. Altona agierte hingegen unglaublich kompakt. Trainer Berkan Algan ließ mit einer Dreierkette, die in der Defensive schnell zu einem Fünferverbund wurde, sowie vier Mann davor spielen. Kemo Kranich war oft auf sich allein gestellt. Dass die TuS nach 45 Minuten nicht klar führte, lag einerseits am eigenen Unvermögen, den falschen Entscheidungen sowie an den Altonaern Ricardo Balzis (11.) und Philipp Körner (41.), die nach ungenauen Zuspielen von Möller und Thomas jeweils vor dem einschussbereiten Eric Agyemang, der zu langsam schaltete, retteten. Zudem parierte AFC-Keeper Joshua du Preez – mit Abstand stärkster Altonaer – einen Warmbier-Kopfball (42.). Um ein Haar hätte der Gastgeber den Spielverlauf in der Schlussminute des ersten Durchgangs komplett auf den Kopf gestellt, als der Ball endlich mal gekonnt durch die eigenen Reihen lief. Über Brisevac, Sachs und Lipke kam die Kugel am zweiten Pfosten zu Kranich, dessen „Header“ allerdings übers Gebälk segelte.

Altonas Keeper Josh du Preez musste sein Können ein ums andere Mal unter Beweis stellen. Foto: Klaas Dierks

Das Niveau dieses mit großer Spannung erwarteten Top-Duells sollte nach dem Wechsel leider nicht zunehmen. Im Gegenteil. Beide Mannschaften leisteten sich zahlreiche leichte Abspielfehler, ehe der neben du Preez beste AFC-Akteur und ehemalige Dassendorfer Ronny Buchholz am gegnerischen Sechzehner zu Fall kam. Anstatt den Vorteil abzuwarten, denn Laurel Aug hatte auf halbrechts im Strafraum freie Bahn, pfiff Referee Sven Ehlert (Groß Flottbek) die dicke Chance zurück. Den folgenden Freistoß setzte Brisevac in die Mauer (62.). Binnen 120 Sekunden verpassten Nägele, dessen Linksschuss im Fallen nur knapp am rechten Knick vorbei segelte (66.) sowie Agyemang, der nach Möllers Querpass erneut zu spät kam und von Ex-Teamkollege Buchholz abgekocht wurde (68.), das mögliche 1:0 für „Dasse“. Zwei Zeigerumdrehungen waren noch auf der Uhr, als du Preez sein Können gegen einen Möller-Standard abermals unter Beweis stellen durfte, ehe Schiri Ehlert pünktlich Schluss machte.

Die ehemaligen Teamkollegen Ronny Buchholz (l.) und Christian Gruhne tauschten sich nach Schlusspfiff angeregt aus. Foto: Klaas Dierks

„In meinen Augen haben wir heute wirklich ein Bombenspiel abgeliefert gegen einen richtig guten Gegner und so viele Chancen herausgespielt, wie in den letzten beiden Jahren zusammen nicht“, übertrieb Hoffmann ein wenig. Sollte dies tatsächlich der Fall gewesen sein, müssten die „Wendelwegler“ in den vergangenen beiden Spielzeiten mit insgesamt betrachtet einer Handvoll Möglichkeiten zweimal Hamburger Meister geworden sein. „Aber die Chancenverwertung ist nun mal unser Problem – nicht nur heute, sondern generell. Deshalb ist das ganz, ganz bitter! Wir können den Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie haben alles rausgehauen und es waren ein paar richtig schöne Spielzüge dabei. Aber im Endeffekt steht eben nur dieser eine Punkt.“ Sein Gegenüber konstatierte: „Wir haben uns in den letzten Monaten in eine extrem gute Richtung entwickelt. Heute war es so, dass wir den Gegner bis zu einem gewissen Punkt taktisch genau so spielen lassen wollten, wie wir es getan haben. Klar können wir es fußballerisch besser, aber gegen den Ball haben wir das gut gemacht.“ Ronny Buchholz fühlte nach Schlusspfiff noch mit seinen ehemaligen Kameraden mit: „Ich weiß nicht, ob ihnen dieser eine Punkt ausreicht. Aber es wird schwer, da BU denen ja eigentlich voraus ist, wenn die ihre Nachholspiele gewinnen. Im Endeffekt ist dieses Unentschieden in meinen Augen gerecht. Dieser eine Punkt reicht aber weder uns noch Dassendorf. Von daher sind es zwei verlorene Punkte!“ Abschließend gab es noch eine kleine Stichelei in Richtung Ex-Klub. „Wir haben einen in der Breite sehr gut besetzten Kader, nicht so wie Dassendorf. Die haben ja nur zwölf, 13 Leute, die jede Woche spielen."

Der LIVE-Ticker mit allen Chancen zum Nachlesen:

Die unten stehende Bildergalerie zum Spiel: Klaas Dierks!


Der Freistoß von Sven Möller kurz vor Ultimo im Video!

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