Wandsbek-Cup

„SimSASELabim“: Zankl-Zocker zaubern unterm Dach am besten

05. Januar 2020, 17:06 Uhr

So sehen Sieger aus: Das Team des TSV Sasel nach dem Finalerfolg gegen den SC Condor. Foto: Heiden

Der Zuruf verhallte ungehört. Von den Esatzspielern und Co-Trainer Bernhard Schwarz war Leotrim Istrefi wenige Sekunden zuvor aufgefordert worden, den Ball im Finale der 35. Auflage des Wandsbek-Cups vorm eigenen Tor doch bitte zu Keeper Patrick Dinter zurückzuspielen. Doch der Neuzugang des SC Condor, der zuvor für den Rahlstedter SC spielte, tat nicht, wie ihm geheißen wurde. Stattdessen versuchte er sich im Dribbling, verlor prompt den Ball und Timo Adomat traf für den TSV Sasel zum 3:0. Zuvor hatten Ulas Dogan und Marc-Oliver Timm die Kugel bereits zwei Mal im gegnerischen Kasten untergebracht. Anschließend legte Jost Hausendorf noch einen weiteren Treffer nach – und spätestens jetzt war klar, dass der Sieger des Hallenturniers in der Sporthalle an der Rüterstraße vom Parkweg kommen würde.

Damit wurde Gastgeber Concordia entthront. „In den letzten Jahren hatte ich das Glück, dass ich die Halle nach dem Turnier immer als Sieger verlassen konnte“, hatte Cordis-Präsident Matthias Seidel noch vor dem ersten Gruppenspiel erklärt und sich gewünscht, dass „alle Teams ein faires Turnier spielen und meine Jungs am Ende wieder am besten abschneiden.“ Erfüllen sollte sich die Vorstellung des Cordi-„Chefs“ von diesem Sonntagnachmittag nicht. Für das Team von Trainer Frank Pieper-von Valtier war diesmal bereits nach der Vorrunde Schluss. In der Gruppe A belegte die Mannschaft vom Bekkamp vor dem Meiendorfer SV (4. Platz) und dem SC Eilbek (5. Platz) den dritten Platz, musste den Einzug in Halbfinale aber den beiden Hansa-Landesligisten TuS Berne (2. Platz) und SC Condor (Gruppensieger) überlassen.

Meiendorfs Gündogan muss mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus

Meiendorfs Haci Gündogan (am Boden) verletzte sich in der Gruppenphase und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: Heiden

Apropos Meiendorf: Der Oberligist musste nicht nur – ebenso wie Cordi – das vorzeitige Aus verkraften, sondern auch den Ausfall von Haci Gündogan hinnehmen, der sich verletzte und zunächst von Sanitätern vor Ort behandelt werden musste, ehe er dann mit dem Rettungswagen ins Wandsbeker Krankenhaus gebracht wurde. „Das ist bitter für uns. Wegen der Verletzungsgefahr spiele ich nicht gerne Turniere in der Halle. In die Halle geht’s bei mir eigentlich nur fürs Krafttraining“, erklärte Meiendorfs neuer Trainer Can Ersen (wir berichteten exklusiv), der sich die Partien von der Tribüne aus ansah. Noch während das Turnier lief, gab es zumindest eine kleine Entwarnung: Via WhatsApp meldete sich Gündogan beim Sportlichen Leiter Mert Kepceoglu und teilte mit, dass es sich wohl um einen Muskelfaserriss handeln würde, eventuell seien auch die Bänder betroffen.

In der Gruppe B war derweil der TSV Sasel das Maß aller Dinge. Ebenso wie Oberliga-Mitstreiter Bramfelder SV sammelten die Kicker von Coach Danny Zankl neun Punkte, behaupteten sich aber aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem BSV als Gruppenerster. Dritter wurde der SC V/W Billstedt (Landesliga Hansa) mit sieben Zählern vor dem USC Paloma (Oberliga), der es auf vier Punkte brachte, und dem Ost-Bezirksligisten SC Eilbek. So ergaben sich für die beiden Semifinal-Spiele Duelle zwischen dem SC Condor und dem Bramfelder SV sowie dem TSV Sasel und dem TuS Berne. Noch vor den Finalspielen wurden Billstedts Emrah Ates (bester Torschütze), Sasels Lasse Erichsen (bester Torhüter) und Condor-Neuzugang Milos Ljubisavljevic (bester Spieler) geehrt.

Sasel-Coach Zankl: „ Unser Auftritt war mit und ohne Ball souverän“

Sasels Lasse Erichsen (li.) wurde bester Keeper, Milos Ljubisavljevic (Zweiter v. li.) bester Spieler und der Billstedter Emrah Ates (re.) bester Torjäger. Foto: Heiden

Condor sicherte sich dann gegen den BSV durch Treffer von Miguel Marcus und Terje Scheffel den Einzug ins Finale, während Sasel nach Torerfolgen von Ulas Dogan (2) und Felix Stark gegen Berne – für den TuS waren Evan Keinz und Anton Hein erfolgreich – mit 3:2 die Oberhand behielt. Im Neunmeterschießen um den dritten Platz hatte dann Hansa-Landesligist Berne gegen Bramfeld das bessere Ende für sich. Nachdem beide Seiten quasi im ersten Durchgang des „Shootouts“ je ein Mal verschossen, mussten die gleichen Schützen nochmal von vorn ran – allerdings nur kurz, denn TuS-Torhüter Florian Krumhorn parierte gegen Steven Pagenkop, während Kai Surek zum 3:2-Sieg einschoss und damit den Weg für das anschließende Finale freimachte, nach dessen Abschluss wiederum Danny Zankl im Treppenhaus der Wandsbeker Halle ein zufriedenes Fazit ziehen konnte: „Das war ein guter Aufgalopp vorm Beginn der richtigen Vorbereitung. Keiner hat sich verletzt, alle haben sich gut bewegt.“

„Mit dem Auftritt sind wir glücklich. Wir waren sehr stabil. Es gab nur drei Momente, die uns nicht gefallen haben: Dass wir es gegen Wandsetal im ersten Spiel nach der hohen Führung etwas schleifen lassen haben, dass wir – als wir schon fürs Halbfinale qualifiziert waren – das letzte Gruppenspiel verlieren und dass wir im Halbfinale nach einer aussichtsreichen Führung nicht konsequent zu Ende spielen. Das sind Kopfsachen, die uns in dieser Saison auch draußen chon begleitet haben“, stellte Sasels Trainer fest. „Fußballerisch haben wir das Ganze gut gelöst, ein paar schön Tore geschossen, mannschaftlich geschlossen gespielt und diszipliniert verteidigt. Unser Auftritt war mit und ohne Ball souverän. Über den Turniersieg haben wir erst im Halbfinale nachgedacht, die Jungs haben dann im Finale gezeigt, dass sie Bock haben, zu gewinnen“, sagte Zankl und konnte nur spekulieren, was mit der Siegprämie passiert: „Da muss ich unseren Kassenwart fragen. Aber wir haben ja gerade eine harte Weihnachtsfeier hinter uns. Vielleicht haben wir da noch Restschulden...“

Jan Knötzsch

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