DFB-Pokal

Sieben Gegentreffer auf einen Streich: Norderstedt in Leverkusen chancenlos

13. September 2020, 16:41 Uhr

Am besten nicht mehr hinschauen: Yannik Nuxoll und Eintracht Norderstedt standen in Leverkusen auf verlorenem Posten- Foto: Imago

Es hat nicht sein sollen: Die große Überrschung im DFB-Pokalspiel der Ersten Runde zwischen dem FC Eintracht Norderstedt und Bayer 04 Leverkusen blieb aus. Am Ende setzte sich der Bundesligist, der in der eigenen BayArena in Folge des Heimrecht-Tauschs als Gastmannschaft auflief, mit 7:0 durch. Schon zur Pause lagen die Mannen des „EN“-Trainerduos Jens Martens und Olufemi Smith aussichstlos mit 0:6 im Hintertreffen. Letztlich aber blieb es den Garstedtern dennoch erspart, eine neue höchste Niederlage der Vereinsgeschichte – die bisherige datiert vom 28. November 2015 gegen den VfL Wolfsburg II (1:8) – zu kassieren. 

Dennoch: Irgendwann nach einem dieser vielen Treffer war auch Jens Martens ratlos. Der Trainer der Eintracht stand abseits des Spielfeldes vor seiner Bank unweit seines Trainer-Mitsreiters Olufemi Smith und zuckte einen kurzen Moment lang mit den Schultern. Soeben hatte der Bundesligist aus Leverkusen ein weiteres Mal den Ball im Kasten des Nord-Regionalligisten (Nord-Staffel) untergebracht. Martens, ein mit sämtlichen Wassern gewaschener alter Fußball-Fahrensmann, wusste spätestens zu diesem Zeitpunkt: Im Rheinland würde für seine Schützlinge nichts zu holen sein. Die große Pokal-Überraschung würde es nicht geben.

Sechs Einschläge vor dem Seitenwechsel

Philipp Koch (li.) im Zweikampf mit dem Leverkusener Kapitän Charles Aranguiz. Foto: Imago

Durchgang eins begann mit der berühmten „kalten Dusche“: Schon nach vier Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal hinter Norderstedts Keeper Lars Huxsohl im Netz, nachdem Evans Nyarko mit der Hacke hatte klären wollen, das Leder so allerdings lediglich für Lars Bender auflegte. Danach dauerte es ganze sechs weitere Zeigerumdrehungen, ehe Nadiem Amiri mustergültig in der Box bedient wurde, nicht im Abseits stand und zum 2:0 vollendete. In der Folgezeit hielt sich „EN“ dann ganze zwei Minuten schadlos, ehe Lucas Alario auf 3:0 erhöhte. Bayers Youngster Florian Wirtz zeichnete anschließend nach 21 Minuten für das 4:0 verantwortlich.

Auch wenn Charles Aranguiz (30.) und erneut Amiri (31.) mit einem Doppelschlag das halbe Dutzend an Gegentreffern für die Eintracht voll machten, gab es aus Norderstedter Sicht durchaus noch bemerkenswerte Szenen vor dem Seitenwechsel – so wie allen voran selbige aus der 26. und 27. Minute: Erst war es Dane Kummerfeld, der sich mit der ersten Norderstedter Flanke versuchte, dann hatte Lars Huxsohl tatsächlich einmal etwas anderes zu tun, als den Ball aus dem Netz zu holen. Nach einem Schuss von Kerim Demirbay flog der „Goalie“ quer durch die Luft, machte sich lang und konnte den Schuss des Ex-HSV-Spielers zur Ecke abwehren. 

im zweiten Durchgang kann nur Schick Eintrachts Keeper Huxsohl bezwingen

Eintracht-Coach Jens Martens. Archivfoto: KBS-Picture.de

Die Geschichte des zweiten Durchgangs ist dann schnell erzählt: Leverkusen schaltete im Gefühl des sicheren Sieges phasenweise etwas runter, die Eintracht – in der ersten Hälfte noch mit deutlich weniger Ballbesitz – konnte daraus jedoch letztlich keinerlei Profit in Form eines Ehrentreffers schlagen. Für den Bundesligisten jedoch boten sich derweil trotz der etwas zurückgefahrenen Bemühungen weiterhin Chancen – doch Larx Huxsohl hielt vor allem nach dem Seitenwechsel, was er halten konnte und musste sich nur noch ein Mal geschlagen geben. Nämlich in der 77. Minute, als nach einer Ecke von Kerim Demirbay zunächst Sven Bender an die Latte köpfte und, nachdem der Ball erst auf den Boden und dann wieder an die Latte gesprungen war, dann Patrik Schick seinen ersten Auftritt im Bayer-Trikot mit dem siebten Streich der Elf von Coach Peter Bosz krönte.

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