09.11.2018

„Scheiß Spiel, glückliches Ergebnis“: SVNA-Anton ärgert Altengamme

Gastgebern gelingt gegen Altengamme der „Last-Minute-Ausgleich“

Anton Wischnewski (li.) sicherte dem SV Nettelnburg-Allermöhe zumindest noch einen Zähler. Foto: Bode

Alles zittern nutzte nichts. Selbst tausende an Kilometern weit weg vom Henriette-Herz-Ring. Dem Ort, an dem der SV Nettelnburg-Allermöhe und der SV Altengamme im Landesliga Hansa-Match die Klingen kreuzten (Hier gibt’s den Live-Ticker des Spiels zum Nachlesen). „Pfeif ab! Schluss jetzt!“, tippte Philipp Mohr in die Whatsapp-Nachrichten, die der Ligamanager der Altengammer aus den USA über den „großen Teich“ in den Hamburger Osten schickte. Da stand es 1:0 für den SVA. Wenig später griff Mohr noch einmal zu seinem Smartphone. „So eine verdammte Scheiße, das gibt es doch nicht. Das Glück ist in dieser Serie aber auch echt nicht auf unserer Seite“, lautete die Nachricht, die kurz vor 21 Uhr auf Reisen ging – die Reaktion auf den späten 1:1-Ausgleich.

Und den feierte ein Mann ganz besonders: Anton Wischnewski. Nach 61 Minuten war der Blondschopf auf Seiten der Gastgeber anstelle von Mete Sahin ins Spiel gekommen. Ein Wechsel von Trainer Daniel Andrade-Granados, der sich auszahlen sollte. Denn als in der dritten Minute der Nachspielzeit ein Eckball zu einer erneuten Ecke geklärt wurde, schlich sich Wischnewski Richtung zweiter Pfosten. Dustin Siegmund brachte den ruhenden Ball herein, Altengammes Schlussmann Alexander Golinske glitt – er wurde dabei von einem SVNA-Spieler hart angegangen – das Spielgerät durch die Finger. Die Kugel flog in Richtung zweiter Pfosten und fiel da vor die Füße von Wischnewski, der das Leder schließlich über die Linie knallte, jubelnd abdrehte und freudestrahlend der kompletten Bankbesetzung des SVNA und diversen Zuschauern entgegen lief.

Krey: „Wenn wir die Ecke davor ordentlich klären, gibt es die zweite nicht“

Da jubelte Altengamme noch: Sandro Schraub traf nach 57 Minuten zur 1:0-Führung der Gäste. Foto: Bode

„Wenn wir die Ecke davor ordentlich klären, gibt es die zweite nicht“, ärgerte sich Jan Krey, der auf Seiten der Altengammer den beruflich verhinderten Coach Jörn Geffert vertrat, einen kurzen Moment, fand dann aber doch versöhnliche Worte, obwohl sein Team in letzter Sekunde den „Dreier“ aus der Hand gegeben hatte: „Insgesamt bin ich absolut zufrieden mit der Mannschaftsleistung. Wir machen ein richtig gutes Spiel gegen einen richtig starken Gegner. Dem SVNA darfst du keine Räume geben, sonst nutzen die das aus“, sagte Krey, der dem Kontrahenten mit einer Vierer- statt der sonst üblichen Dreierkette begegnete: „Unsere Kette bestand aus drei Mittelfeldspielern, weil der Rest verletzt oder nicht da ist. Schade dass wir nicht belohnt worden sind“; so Krey, dessen Elf in der Nachspielzeit zu zehnt auf dem Feld stand, nachdem Philip Alpen verletzt runter musste und das Wechselkontingent zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschöpft war.

„Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren“, stellte der „Vertretungs-Cheftrainer“ mit Blick auf die Partie, in der sein Team nach 57 Minuten durch Sandro Schraub in Führung gegangen war, fest und verteidigte die Umstellung auf die Viererkette: „Wir wussten ja, dass der SVNA Räume zu kontern nutzt. Deswegen haben wir uns die ganze Woche drauf vorbereitet, dem mit einer Viererkette entgegenzutreten“, so Krey, der sich an der Seitenlinie das eine oder andere verbale Duell mit SVNA-Coach Daniel Andrade-Granados leistete. „Das gehört dazu. Sowas ist völlig normal. Wir geben uns jetzt die Hand, trinken ein Bierchen zusammen und dann ist alles wieder gut“, konstatierte der Übungsleiter, was „DAG“ scherzhaft konterte: „Ich mag dich nicht, aber sonst ist alles okay.“

Andrade „Das war eines der schlechtesten Spiele, die ich je gesehen habe“

SVA-Co-Trainer Jan Krey, der diesmal Coach Jörn Geffert vertrat, war trotz des Unentschiedens zufrieden. Foto: Bode

Für das Spiel aber galt das nicht. Denn da war nach der Meinung des SVNA-„Dirigenten“ nicht alles okay. „Das war eines der schlechtesten Spiele, die ich je gesehen habe“, gab Andrade-Granados zu Protokoll und erklärte in Richtung Krey: „Euer Plan ist perfekt aufgegangen.“ Krey grinste und verneinte dann vehement: „Nein, wir haben ja nur einen Punkt geholt...“ Was Andrade störte? „Dass wir am Ende Tore erzielen können, haben wir mehr als einmal beweisen. Insofern muss ich der Mannschaft ein Lob aussprechen. Womit ich nicht zufrieden bin, sind die 92 Minuten vorher, weil wir so ziemlich gar nichts von dem gemacht haben, was wir uns vorgenommen hatten“, lautete sein Resümee. 

Und das wäre was genau gewesen? „Die Hauptsache war, dass wir Fußball spielen wollten. Das ist eher auf der Strecke geblieben. In der Summe ist das Ergebnis glücklich und das Spiel war scheiße. Altengamme hat das gut gemacht. Wir haben allerdings mehr für den Fußball getan“, analysierte Andrade-Granados und hatte noch eine weitere kleine Spitze in Richtung seines ehemaligen Clubs und Jan Krey in petto: „Ich finde nicht, dass ihr vom Spielverlauf her den Sieg verdient gehabt hättet“, sagte er, als er sich zum neben ihm stehenden SVA-Co-Trainer umdrehte und schob dann hinterher: „Aber wenn ihr gewonnen hätte, dann wäre das okay gewesen.“

Jan Knötzsch

Kommentieren