Oberliga

„Scharf geschossen“: Zwischen Dassendorf und Hamm fliegen auch verbal die Fetzen

Primus feiert achten Sieg in Serie und die Vertragsverlängerung von Jean-Pierre Richter

21. September 2019, 18:53 Uhr

Mattia Maggio (li.) - hier im Duell mit Marco Panata - avancierte Dassendorf-intern mit zwei Toren und einer Vorlage zum „Man of the Match“. Foto: Heiden

Es lief die 31. Spielminute, als die Emotionen auf beiden Seiten erstmals hochkochten – und das anheizten, was noch weit nach dem Spiel ein Thema war und blieb (siehe PK am Ende des Berichts im Video!). Der Grund: Hamm-Kapitän Alessandro Schirosi und Dassendorf-Spielmacher Len Aike Strömer gerieten nach einem Zweikampf auf Höhe der Mittellinie aneinander (alle Highlights im LIVE-Ticker). Erst kam es zu einem verbalen Duell, dann standen sich die beiden Protagonisten plötzlich Kopf an Kopf gegenüber, ehe sich Schirosi wenige Augenblicke später auf dem Boden liegend wiederfand. Was war passiert? 

HUFC-Präsident Jörn Heinemann (Mi.) und die Bank des Aufsteigers ärgerten sich über einige Entscheidungen. Foto: Heiden

Der HUFC-Akteur bekam einen Schubser von Marcel Lenz, woraufhin die gesamte Gäste-Bank aufsprang – allen voran Sidnei Marschall: „Wenn er pfeift und wenn er eine Karte gibt, dann kann es meiner Meinung nach nur die rote sein. Denn es ist eine Tätlichkeit“, war der Übungsleiter der „Geächteten“ auch nach der Partie noch aufgebracht. „Ich rege mich nie oder kaum über Schiedsrichter auf, aber diese Szene war für mich ganz klar Rot.“ Referee Leif Jischkowski (VfL 93) ahndete stattdessen nur das kleine „Intermezzo“ zwischen Strömer und Schirosi mit jeweils Gelb und ließ Lenz ungeschoren davonkommen. Als der Ball endlich wieder rollte, jubelte TuS-Co-Trainer Benjamin Kruk, der in einem Spiel mit vielen kleinen Nickligkeiten kurz vor Ultimo noch mit Marschall aneinander geriet, wenige Augenblicke später: „Das ist genau die Antwort!“ Für die sorgte ausgerechnet Strömer, der ein Zuspiel von Mattia Maggio aus 15 Metern im linken unteren Toreck unterbrachte und das Tor zum 2:0 – zuvor köpfte Maggio den Primus nach einer Hereingabe von Maximilian Dittrich bereits auf die Siegerstraße (28.) – mit der Hand hinterm Ohr zelebrierte.

Richter verlängert langfristig

Freudige Kunde vom Wendelweg: TuS-Sportchef Jan Schönteich (re.) freut sich über den langfristigen Verbleib von Chefcoach Jean-Pierre Richter. Foto: Knull

Nachdem es für den ehemaligen Victorianer im zweiten Abschnitt leicht angeschlagen nicht weiterging und der auf der Bank Platz nahm, kam es in Minute 64 zur nächsten kleinen „Auseinandersetzung“ – und zwar mit Maurizio d’Urso. Dieser sah nach einem Foulspiel und anschließendem „Trashtalk“ mit Strömer den gelben Karton, ehe er sich nach Fortführung der Begegnung an der linken Seitenauslinie festlief, den Ball verlor – und schließlich mit ansehen musste, wie Dittrich daraus resultierend aus 20 Metern staubtrocken abzog und das 3:0 markierte (65.). Der amtierende Pokalsieger spielte seine Routine aus, erhöhte durch Maggios zweiten Treffer noch auf 4:0 (69.), feierte den achten Sieg in Serie – und die Vertragsverlängerung von Jean-Pierre Richter. Der Coach unterzeichnete ein neues Arbeitspapier bis 2021 mit der Option für eine weitere Spielzeit, wie Sportchef Jan Schönteich auf der anschließenden Pressekonferenz hocherfreut verkündete.

„Damit können wir uns nicht messen“

Weniger erfreut war man hingegen auf Gäste-Seite. Dabei „haben wir gut angefangen, 20 Minuten gut mitgespielt – und die erste Chance hatten auch wir“, so Marschall, der damit auf d’Ursos Möglichkeit nach zehn Zeigerumdrehungen ansprach, als er aus acht Metern halbrechter Position aber deutlich verzog. In der Folgezeit machte sich dann allerdings die Klasse des Gegners bemerkbar. „Die Qualität der Mannschaft ist natürlich überragend. Damit können wir uns nicht messen. Für mich ganz klar ein Top-Favorit auf die Meisterschaft“, befand Marschall, dessen Ärger über die eine oder andere Aktion während der 90 Minuten noch immer nicht verflogen war…

Worüber sich der HUFC-Coach so sehr echauffierte, was das Wort „Holzfüße“ damit zu tun hatte, wie beide Lager die Partie und die Aufreger-Szenen erlebt haben – sowie alles zur Verlängerung von Jean-Pierre Richter, sehr Ihr im Video!

Autor: Dennis Kormanjos

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