Bezirksliga Nord

SCALA: Neuer Trainer, neuer Manager – und Weiser feiert Fußball-Comeback

15. Mai 2020, 14:54 Uhr

Nach ewig langer Leidenszeit will Nico Weiser einen neuen Anlauf nehmen und beim SC Alstertal-Langenhorn seine Fußball-Rückkehr feiern. Foto: Bode

„Wir wollen wieder positive Schlagzeilen schreiben“, sagt Christopher Tittel, der in der kommenden Saison das Erbe von Daniel Krohn und Timm Ferck beim SC Alstertal-Langenhorn antreten wird. Das Duo hat den Verein darüber in Kenntnis gesetzt, dass man das geteilte Cheftraineramt nach Ende der laufenden Spielzeit niederlegen wird. Mit Tittel, aktueller Trainer der SCALA-Zweiten in der Kreisliga, steht jedoch schon ein Nachfolger in den Startlöchern. Sein künftiger Co-Trainer wird Benjamin Saggau werden. Doch nicht nur das: Mit Tim Krüger (SC Condor II) wurde zugleich ein neuer Teammanager und Torwart-Koordinator verpflichtet. 

Im Jahr 2000 schlug Tim Krüger seine Zelte beim SC Condor auf – damals noch als Spieler. Mit gut anderthalbjähriger Unterbrechung beim USC Paloma war Krüger insgesamt über 18 Jahre bei den „Raubvögeln“ tätig – und das in sämtlichen Positionen sowie Funktionen. Nun wird er seine Zelte am Berner Heerweg jedoch abbrechen und zum SC Alstertal-Langenhorn wechseln. Dort übernimmt Krüger den Posten als Teammanager und Torwarttrainer. „Natürlich ist der Abschied schon schwierig, aber die sportlichen Möglichkeiten und Perspektiven sind bei einer Ersten Herren anders, als bei einer U23“, begründet Krüger seine Entscheidung – und führt aus: „Für mich ist es natürlich eine spannende Herausforderung, eine Manager-Aufgabe bei einer Ersten Mannschaft mit Ambitionen zu übernehmen. Das macht es sportlich gesehen natürlich deutlich interessanter.“ SCALA sei „ein riesengroßer Verein mit großer Tradition und einer nicht minder großen Jugendabteilung“, schwärmt der neue Mann im Team ums Team von den Voraussetzungen. „Man hat in der jüngeren Vergangenheit ein Stück weit versäumt, das Optimum rauszuholen. Da sind wir jetzt dran.“ Der Verein habe „viele Möglichkeiten, die nicht vollends ausgeschöpft worden sind“.

"Haben uns immer gesagt, dass wir gerne wieder zusammenarbeiten möchten"

Insgesamt 18 Jahre war Tim Krüger (li.) in verschiedensten Funktionen beim SC Condor tätig - nun heuert er als Teammanager und Torwarttrainer bei SCALA an. Foto: SCC

Sein Engagement beim derzeitigen Nord-Bezirksligisten sei über den neuen Chefcoach zustande gekommen. Denn: Christopher Tittel, Bruder von Torhüter Kevin Tittel (ehemals in der Jugend beim HSV und Eintracht Norderstedt, im Herrenbereich für die SV Halstenbek-Rellingen, den Chemnitzer FC, VfB Lübeck und aktuell Phönix Lübeck aktiv), und Krüger kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Condor-Zeiten. Damals trainierte Tittel im Jahr 2012 den 2001er-Jahrgang des SCC, während Krüger als Jugendleiter fungierte. „Wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Daraus hat sich dann eine Freundschaft entwickelt“, verrät uns Tittel, dessen Kontakt zu Krüger auch nach seinem Wechsel zu SCALA vor gut anderthalb Jahren, als er zunächst die U17-Oberliga-Mannschaft des Clubs betreut habe, um dann in dieser Saison den Posten bei der Zweiten Herren – und damit erstmals im Herrenbereich – zu übernehmen, nie abriss. „Wir haben uns immer gesagt, dass wir gerne mal wieder etwas zusammen machen möchten. Nun hat sich – nach sehr guten Gesprächen mit dem Spartenleiter Mathias Gnida – die Chance ergeben.“

Ex-Condoraner Weiser feiert Fußball-Comeback

Gemeinsam mit Co-Trainer Benjamin Saggau, Betreuer Michael Schmugler und Physiotherapeut Hakan Akkol werde man ein Team abgeben, „das sehr gut harmonisieren wird“, ist sich Tittel sicher. Auch auf „Doc“ Akkol wird dann eine gewisse Arbeit zukommen. Denn, so verrät uns Krüger: Nico Weiser, der zuletzt beim SC Condor kickte, feiert in der neuen Serie sein Fußball-Comeback bei SCALA! Der 23-Jährige wurde in der Vergangenheit immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen. So stehen bereits zwei Kreuzbandrisse, ein Meniskusriss, ein Bruch des Schienbeinköpfchens, ein Innenmeniskusriss sowie eine ausgekugelte Schulter in der Vita des Angreifers. Aber: „Er ist körperlich wieder topfit und wird bei uns auch die Möglichkeit haben, regelmäßig mit einem Physiotherapeuten zusammenarbeiten“, so Krüger, der Weiser noch aus gemeinsamen Zeiten kennt, als er Manager der A-Regionalliga-Mannschaft des SCC war – und deshalb auch um die Fähigkeiten des Stürmers weiß: „Wenn er fit und gesund bleibt, wird er natürlich eine unfassbar gute Verstärkung für uns sein!“ Und könnte eines Tages auch in die Fußstapfen von Jendrik Bauer treten. Der langjährige Torjäger hat seine aktive Laufbahn beendet und ist nun als Manager beim Oberligisten HSV III tätig.

"Realistisch bleiben" - aber "eine neue Euphorie entfachen"

Für den SC Condor erzielte Nico Weiser (re.) in 37 Oberliga-Einsätzen 13 Tore. Foto: Bode

Doch das wird nicht der einzige Abschied sein. „Das Gesicht wird sich definitiv verjüngen“, betont Tittel. „Es wird aber auch so sein, dass viele erfahrene Spieler bleiben werden – das ist auch wichtig. Denn mit 18- oder 19-Jährigen, die in ihr erstes Herrenjahr gehen, wird man in der Bezirksliga nicht viel reißen.“ Womit wir auch schon bei den Zielen wären. Für Krüger geht es in der nächsten Saison darum, „einen guten Start hinzulegen, möglichst frühzeitig viele Punkte einzufahren und damit eine neue Euphorie zu entfachen. Dann gucken wir mal, was machbar ist. Die Spieler sollen sich wohlfühlen. Wenn dem so ist, dann können wir eine ordentliche Rolle spielen.“ Während Tittel, der sich darüber freut, „dass mir der Verein diese Aufgabe zutraut“, in eine ähnliche Kerbe springt: „Das kurzfristige Ziel ist, dass wir die neuen Spieler möglichst fix integriert bekommen und aus den jungen sowie etwas erfahrenen Spielern schnell eine harmonische Einheit formen. Dann wollen wir eine stabile Saison spielen und im gesicherten Mittelfeld landen. Wir müssen realistisch bleiben.“

"Irgendwann wird es schon das Ziel sein, den Verein wieder eine Liga höher zu führen"

Würde man auf dem achten Platz einkommen, wo die Alstertaler aktuell rangieren, würde man dies „sofort unterschreiben“, so der neue Übungsleiter, der allerdings auch weiß, „dass SCALA ein großer Verein ist, der wieder eine Menge Potenzial mitbringen muss – gerade auch im Jugendbereich. Da sind wir dabei, ein Konzept zu erstellen – und haben im gesamten Verein eine gute Struktur entwickelt.“ Jeder wisse, „wo SCALA herkommt“, so Tittel. „Irgendwann wird es schon das Ziel sein, den Verein zumindest wieder eine Liga höher zu führen. Aber das geht nur mit kontinuierlich guter und harter Arbeit.“

Autor: Dennis Kormanjos

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