11.06.2018

SC Pinneberg holt Oberliga-Erfahrung: „Wir mussten handeln!“

Bezirksligist sichert sich die Dienste von Gomoll, Jensen, Raschke und Wucherpfennig

Florian Jensen steht künftig für den SC Pinneberg in der Bezirksliga zwischen den Pfosten. Foto: KBS-Picture.de

Passend zum 100-jährigen Bestehen verstärkt sich der SC Pinneberg (gegründet 1918) mit einigen namhaften Zugängen. So will der Club auf dem Klassenerhalt, den man in der vergangenen Bezirksliga-Saison als Aufsteiger schaffte, aufbauen. „Wir haben es am Ende geschafft, aber ich will nicht wieder so lange zittern müssen“, gibt Team-Manager Arno Bräger das Motto für die nächste Saison aus: Der SCP will mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben. Dafür holt man Spieler an Bord, die zum Teil bereits in der Oberliga Erfahrung gesammelt haben. Bräger erklärt, wie es gelang, die hochkarätigen Neuverpflichtungen zu gewinnen und verrät, dass ihn der Abgang eines Leistungsträgers der vergangenen Saison überrascht hat.

„Wir mussten handeln, weil uns eine Woche vor Saisonende Thomas Koster mitgeteilt hat, dass er den Verein verlassen wird. Er hatte eigentlich schon für die nächste Spielzeit zugesagt. Von daher hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, zumal er mit seinen Brüdern schon bei uns in der Jugend gespielt hat und diese auch weiter im Verein bleiben.“ Koster, der zu den tragenden Säulen des SC gehörte, schnürt nun seine Fußballschuhe für den HFC Falke. „Sein Abgang hat mich sehr überrascht“, so Bräger, der noch einen weiteren Spieler kompensieren muss: Jan-Philipp Björn-Brodersen hat sich eine langwierige Verletzung zugezogen. „Er wird mit einem Innen- und Außenbandriss für drei Monate ausfallen, steht uns also auch erstmal nicht zur Verfügung. Deshalb haben wir uns schlau gemacht, welche Spieler wir holen können.“

„Die Spieler hatten Lust, wieder in einer Mannschaft zusammenzuspielen“

Gerrit Gomoll (li.) zieht es aus Wedel zum SCP: Foto: KBS-Picture.de

Dabei kamen mit Torwart Florian Jensen (zuletzt pausiert, davor beim Oberligisten SC Victoria), Gerrit Gomoll (zuletzt Wedeler TSV (Oberliga), Thies Raschke (zuletzt SV Blankenese, Bezirksliga) und Sönke Wucherpfennig (zuletzt Rissener SV, Kreisliga) vier Neuzugänge heraus. Bräger erklärt, wie man die Akteure von einem Wechsel nach Pinneberg überzeugte: „Gomoll, Jensen und Raschke sind alle ehemalige Spieler von Blau-Weiß Schenefeld und unternehmen auch privat viel zusammen. Der Kontakt kam über Fabian Jensen, den Bruder von Florian, zustande. Fabian spielt ja bereits bei uns. Die Spieler hatten Lust, wieder in einer Mannschaft zusammenzuspielen und das können sie bei uns. Sönke Wucherpfennig stand schon letztes Jahr bei uns auf dem Zettel, konnte sich da aber noch nicht entscheiden, Rissen zu verlassen. Er ist jung, schnell, entwicklungsfähig und hat großes Potential.“ Bräger zählt noch weitere Gründe auf, die den SCP auszeichnen: „Wir bekommen in diesem Sommer eine hochmoderne LED-Flutlichtanlage und können unsere Heimspiele alle am Freitagabend austragen. Das ist ein zusätzlicher Anreiz für die Spieler, die dann am Wochenende frei haben und etwas unternehmen wollen. Dazu haben wir ein gutes Physio-Team und eine schöne Anlage mit Clubheim. Man fühlt sich als Spieler wohl bei uns.“

„Wir sind noch in Gesprächen mit dem einen oder anderen“

Bräger erklärt, dass weitere Neuzugänge folgen könnten: „Wir sind bereits jetzt gut aufgestellt. Aber wir sind noch in Gesprächen mit dem einen oder anderen Spieler.“ Angesichts der Verstärkungen stellt sich die Frage, wie weit es für den SC Pinneberg gehen kann: Will man hoch in die Landesliga? Bräger verneint: „Das Ziel ist jetzt nicht, in die Landesliga durchzumarschieren. Aber wir wollen uns im oberen Drittel festsetzen und nicht wieder gegen den Abstieg spielen. Die Chemie innerhalb der Mannschaft stimmt. Wir sind eine Einheit und die Truppe macht richtig Spaß. Ich denke, dass auch die Neuen keine allzu lange Eingewöhnungszeit brauchen werden, weil sie sich privat kennen.“

Autor: Josa Schnell

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