29.11.2018

Sasels stiller „Star“: „Ich wusste, dass Danny mich besser machen würde“

TSV-„Flügelflitzer“ Tolga Celikten im Porträt

„Wenn ich besser werde, werde ich auch spielen – das war mir klar“, sagt Tolga Celikten über seinen damaligen Wechsel aus Schwarzenbek nach Sasel. Foto: Bode

Die Szene ereignete sich nach dem Heimspiel gegen den SV Curclack-Neuengamme. Das Match am Parkweg war gerade abgepfiffen, der obligatorische Mannschaftskreis absolviert. Tolga Celikten stand nun einen Moment lang allein auf dem künstlichen Grün, um dann der Presse Rede und Antwort über den Auftritt des TSV Sasel zu stehen – und über seinen Auftritt. In den vorangegangenen 90 Minuten hatte er alle drei Treffer der „Zankl-Zocker“ vorbereitet. Noch bevor der 22-Jährige die ersten Sätze gesprochen hatte, eilte Ersatzkeeper Jo-Daniel Krohn auf „Celli“ zu und legte ihm eine Decke über die Schultern. Ganz so, als wolle er zeigen: Wir hegen und pflegen den Jungen, ihm soll nichts passieren – schon gar keine Erkältung, nur weil er verschwitzt noch ein paar Augenblicke mehr auf dem Kunstrasen stehen muss als seine Mitspieler.

Sie wissen eben einfach, was sie an ihm haben. „Wenn man sich mal anguckt, dass er in der letzten Saison 17 Vorlagen gegeben hat und in dieser auch schon wieder zehn und in den beiden Jahren noch viele Tore geschossen hat, dann zeigt das schon seine Klasse“, sagt beispielsweise TSV-Coach Danny Zankl über seinen Schützling und fügt hinzu: „Ich denke schon, dass man sagen kann, dass es von dem Zeitpunkt, wo er aus Schwarzenbek zu uns gekommen ist bis jetzt eine steigende Tendenz bei ihm gibt. Das bestätigt unseren Blick, den wir auf Tolga hatten. Er ist ein Spieler mit viel Potenzial. Er war beim SCS schon ein guter Fußballer und hat bei uns die Entwicklung zu einem richtig guten Landesliga-Spieler mit Blick nach oben und jetzt seit eineinhalb Jahren zu einem Oberliga-Spieler gemacht.“

Zankl: „Sein Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft“

Gefährlich vorm Tor: Tolga Celilkten (li.) ist vor allem als Vorbereiter für den TSV Gold wert. Foto: Bode

Worte, die runter gehen dürften, wie Öl. Doch Tolga Celikten macht daraus kein großes Aufheben. Er ist er das, was man gemeinhin als zurückhaltend beschreibt – zumindest im Gespräch nach außen. Ein Mann der stillen Töne. Keiner, der groß auf den Tisch haut, sondern eher Taten statt Worte sprechen lässt, wenn es um seine Leistungen geht. „Das ehrt mich“, sagt er beispielsweise ganz bescheiden, als die Rede darauf kommt, dass der Verfasser dieser Zeilen von der Entwicklung Celiktens in den letzten Jahren positiv beeindruckt ist. Geht es nach Danny Zankl, dann ist das Ende der berühmten Fahnenstange bisher noch gar nicht erreicht. „Sein Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft“, sagt der Saseler Übungsleiter über „Celli“ und bekundet: „Deswegen sind wir froh, dass wir ihn hier hin bekommen haben.“

Ein Lob, das der Gelobte so nur zurückgeben kann. „Ich kenne Danny schon lange, weil ich ja schon in der Jugend unter ihm gespielt hab. Ich wusste, dass er mir Vertrauen schenkt und mich besser machen wird“, erklärt Celikten, warum damals für ihn schnell klar war, dass ihn sein Weg von der Schützenallee in Schwarzenbek an den Parkweg nach Sasel führen sollte. „Wenn ich besser werde, werde ich auch spielen – das war mir klar“, ergänzt „Celli“ und stellt fest: „So gesehen habe ich mir meinen jetzigen Stellenwert erarbeitet. Erwartet habe ich das auch irgendwo. Ich wusste, dass ich ein unbeschriebenes Blatt war, als ich aus Schwarzenbek kam. Mittlerweile kennen mich einige – das will ich weiter ausbauen. Es ist noch nicht Schluss.“

„Ich wusste, dass ich ein unbeschriebenes Blatt war, als ich aus Schwarzenbek kam“

„Er ist wie für unser System gemacht“, sagt TSV-Trainer Danny Zankl über Tolga Celikten (re.). Foto: Bode

Soll heißen, dass es noch weiter nach oben gehen kann? „Das weiß ich noch nicht genau“, konstatiert Celikten, „natürlich hat man Ambitionen, den größtmöglichen Erfolg rauszuholen – auch für sich selbst. Ich habe mir aber noch keine Gedanken gemacht und auch keine solchen Angebote vorliegen. Ich bin erstmal auf Dannys Weg und werde den mit ihm gehen.“ Wohin der Weg führen kann? „Hauptsächlich wollen wir uns entwickeln“, sagt der Mann, der jedes Mal aus Geesthacht nach Sasel zum Training fährt, „wir werden auf die Tabelle gucken, wenn die Saison mehr dem Ende entgegen geht. Natürlich sind wir froh, dass wir relativ weit oben stehen. Es macht Spaß, dort oben mitzuspielen. Wir sind uns bewusst, dass wir nicht der Topfavorit sind, aber wir wissen, dass wir da oben mitspielen können. Es ist allerdings noch nicht der Zeitpunkt, zu dem wir sagen können, dass wir Meister werden.“

Dass der TSV da steht, wo er steht – es ist auch ein Verdienst Celiktens. „Bei ihm passen alle Komponenten – sowohl menschlich als auch fußballerisch. Er spielt in unserem System eine tragende Rolle. Er hat es verinnerlicht und ist wie für dieses System gemacht. Das passt und harmoniert perfekt“, umreißt Zankl eine der Stärken von „Celli“ und leitet direkt zur nächsten über: „Er besitzt die große Gabe, auf dem Platz eine super positive Ausstrahlung zu haben und ist in Sasel mit seiner Art und Weise, wie er sich auch neben dem Platz gibt, zu einem Publikumsliebling gereift und ein Vorbild für viele Jugendkicker.“ Man sei am Parkweg „sehr stolz, dass wir ihn haben und wollen seine Entwicklung noch weiter vorantreiben. Er und ich haben ein, zwei Punkte, an denen wir arbeiten, die ihn zu einem noch besseren Fußballer machen sollen“, verrät Zankl, „an einem der beiden arbeitet er gerade sehr fleißig, das zeigt seine Leistungen der letzten Wochen. Ich hoffe, wir können das 2019 noch mehr krönen.“

Jan Knötzsch 

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